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Stadtpolitik Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke will mehr Geld vom Freistaat
Leipzig Stadtpolitik Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke will mehr Geld vom Freistaat
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09:32 17.01.2017
Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Leipzigs neue Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) fordert mehr Geld vom Freistaat für Leipzigs Kultur. Natürlich wünsche sie sich mehr als die insgesamt drei Millionen Euro, die das Land Sachsen 2015 und 2016 im Rahmen des Kulturraumgesetzes für die Stadt gibt. „Das fängt die Kostensteigerung nicht auf“, sagte die 38-Jährige im LVZ-Interview. Es gehe jetzt darum, auch in der freien Kultur den Investitionsstau der letzten Jahre abzuarbeiten.

Die Leipzigerin war am 9. Juni im zweiten Anlauf zur neuen Kulturbürgermeisterin gewählt worden. „Für mich ist es ein Traumjob“, sagte die Linken-Politikerin. Eine der kommenden Aufgaben sieht Jennicke in der Neubesetzung der Chefposten in Naturkundemuseum und Museum der bildenden Künste. „Beim Naturkundemuseum muss uns der Glücksfall gelingen, dass wir eine Persönlichkeit finden, die sich das Museum zur Lebensaufgabe macht.“

Man müsse die dezentrale Lage, die das Museum auf dem Spinnereigelände haben wird, „kompensieren durch Attraktivität“, sagte die studierte Dramaturgin und promovierte Theaterwissenschaftlerin. Wichtig sei darüber hinaus, „die Kulturentwicklungsplanung tatsächlich zu einem Handlungskonzept zu machen, aus dem mittelfristig – aus jetziger Sicht wäre das 2020 – konkrete Maßnahmen hervorgehen“. Klar bekennt sie sich zur Förderung der freien Kulturszene: Der Stadtrat habe sich dafür entschieden, die Förderung jährlich um 2,5 Prozent aufzustocken. „Das ist einmalig in Deutschland.“

In der Pflicht sieht Jennicke das Kulturdezernat beim Thema Integrationsarbeit mit Geflüchteten: „Wir haben in Leipzig kein Konzept für trans- oder interkulturelle Arbeit.“ Das sei als Problem erkannt, „und das gehen wir gerade an“, sagte sie. „Man muss sich in dieser Situation nur mal vorstellen, wir hätten diese Kulturszene in Leipzig nicht. Dann hätte dieser zivilgesellschaftliche Boden keine Nährstoffe.“

Die Nachfolgerin von Michael Faber (parteilos) steht für einen Ausbau der Zusammenarbeit mit den Eigenbetrieben, also mit Gewandhaus, Oper, Schauspiel, Theater der Jungen Welt und Musikschule. „Natürlich ist es eine politische Frage, ob wir so viel Geld ausgeben wollen oder nicht, es ist politische Willensbildung, ob wir diese Häuser, diese Ensembles erhalten möchten“, betonte sie. Dass die Eigenbetriebe zu viel Geld bekämen, gehört für sie zu den Vorurteilen, denen sie entgegentritt. Wichtig sei ihr hier „mehr Wertschätzung, mehr Zuwendung unabhängig vom Finanziellen“.

Janina Fleischer

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