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Stadtpolitik Leipzigs Kulturmacher fordern besseres Marketing und sichere Finanzierung
Leipzig Stadtpolitik Leipzigs Kulturmacher fordern besseres Marketing und sichere Finanzierung
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23:46 17.05.2016
Drei Kandidaten bewerben sich im Stadtrat um die Nachfolge von Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos): Thomas Kumbernuß (Die PARTEI), Skadi Jennicke (Linke) und Matthias Theodor Vogt (CDU= Quelle: Kempner (2)/ privat
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Leipzig

Mehr Vernetzung nach innen, besseres Marketing nach außen, neue Depots für die Museen und wieder mehr aktive politische Gestaltung: Leipzigs Kulturszene hat hohe Erwartungen an den neuen Kulturbürgermeister, der am Mittwoch im Stadtrat gewählt wird. „Ganz wichtig wäre ein besseres, ein gemeinsames Kulturmarketing. Wir brauchen dafür eine größere Aufmerksamkeit, einen stärkeren politischen Willen“, sagt Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums in Leipzig.

Angesichts dramatischer Veränderungen in der Gesellschaft sei zudem eine Stärkung der integrativen Kraft der Kultur wichtig, so Rodekamp weiter. „Wir sollten Kunst und Kultur noch mehr zu den Menschen bringen, viel mehr Kontakt zu Leuten suchen, die sich vielleicht nicht primär für Kultur interessieren. Wir müssen raus in die Quartiere, wir brauchen Off-Theater in der Eisenbahnstraße, wir müssen die Galerien im Osten unterstützen.“ Aus Sicht der städtischen Museen sei die Lösung des Depotproblems dringlich. Wieder Spielräume in den aus den Nähten platzenden Museen zu bekommen, ist laut Rodekamp ein Hauptaufgabe für einen neuen Kulturbürgermeister.

Drei Bewerber gehen ins im Rennen

Bei der Wahl um das Amt des Kulturbürgermeisters ist die Konstellation übersichtlich. Nachdem Achim Könneke (52), der SPD-nahe Kulturamtsleiter von Freiburg (Breisgau), seine Bewerbung zurückzog, sind nur noch die hoch favorisierte Leipzigerin Skadi Jennicke (38, Linke) und der Zittauer Professor für Kultur, Matthias Theodor Vogt (57, CDU), im Rennen. Zur Wahl steht außerdem Thomas Kumbernuß von der Satire-Partei „Die Partei“. „Möge die oder der Bessere gewinnen“, formulierte es Operndirektor Ulf Schirmer diplomatisch. Auch Schauspiel-Direktor Enrico Lübbe äußerte sich eher vorsichtig: „Das Thema Finanzierung wird für alle Kulturbetriebe brisant bleiben. Alle Eigenbetriebe haben inden letzten Jahren hart an ihrer Kostenoptimierung gearbeitet und stehen momentan wirtschaftlich und künstlerisch gut da.“

Klarer dagegen sind die Forderungen aus der Freien Szene: „An die Spitze der Kulturverwaltung gehört jemand mit außergewöhnlichen Kompetenzen und ungeteilter Verantwortung für alle kulturellen Bereiche“, sagte Falk Elstermann, Sprecher der Initiative Leipzig + Kultur. „Das Kulturdezernat sollte wieder die Rolle des aktiven Gestalters der Leipziger Kulturlandschaft übernehmen.“ Dirk Förster, Geschäftsführer des Lofft-Theaters, plädiert dafür, die Internationalität der freien Kunstprojekte stärker wahrzunehmen und in die weltweiten Aktivitäten der Stadtverwaltung einzubeziehen.

180 Euro Kulturausgaben pro Einwohner

Die Wahl eines Nachfolgers von Michael Faber (54, parteilos) dürfte an der Basis aufmerksam verfolgt werden. 12.300 Beschäftigte gibt es laut einer Untersuchung des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts von 2015 in der hiesigen Kulturwirtschaft. Das entspricht einem Anteil von 5,7 Prozent der Sozialversicherungspflichtigen. Bundesweit liegt Leipzig damit auf dem zweiten Platz hinter Stuttgart (6,2 Prozent). Auch bei den Kulturausgaben pro Einwohner folgt Leipzig mit 180 Euro hinter Stuttgart (222 Euro) auf Platz 2.

Von Jürgen Kleindienst und Mark Daniel

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