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Stadtpolitik Leipzigs OBM Jung: Zuwanderung als Chance für Sachsen
Leipzig Stadtpolitik Leipzigs OBM Jung: Zuwanderung als Chance für Sachsen
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12:44 03.03.2016
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat erneut die Zuwanderung als Chance für Sachsen aufgezeigt. Entscheidend sei, den Menschen eine wirtschaftliche Perspektive aufzuzeigen, so Jung in einer Publikation des Sächsischen Städte- und Gemeindetags.

„Zuwanderung kann ein Gewinn sein. Sie ist es aber nicht per se“, äußerte das Stadtoberhaupt in der aktuellen Ausgabe des „Sachsenlandkuriers“. Der Arbeitsmarkt dürfe nicht kategorisch auf Formalitäten pochen, denn die Integration werde misslingen wenn jemand merke, dass er „trotz Begabung und Fleiß nie mehr sein wird als ein Hilfsarbeiter“. Auch deutsche Arbeitslose könnten von neuen Formen des Zugangs zu Qualifizierung und Beschäftigung profitieren.

Die Notwendigkeit der Integration sieht Jung vor dem Hintergrund schrumpfender Regionen zwischen Leipzig und Görlitz. Nach einer Prognose des Statistischen Landesamtes Kamenz leben 2060 noch drei Millionen Menschen in Sachsen. Das bedeute, dass im Freistaat die Zahl der Einwohner innerhalb von ein bis zwei Generationen um eine Million Menschen sinke.

Während Ballungsräume wie Leipzig seit Jahren einen rasanten Zuzug verzeichnen und wirtschaftlich erstarken, erwarte die Landkreise keine rosige Zukunft. „Und wo kaum noch Menschen sind, gibt es keine Wertschöpfung, keine Wirtschaftsleistung, kein Steueraufkommen“, argumentiert der Oberbürgermeister.

Kritik an der Polizei

Eine ähnliche Linie hatte Jung bereits in einem Gastbeitrag für den Berliner Tagesspiegel vertreten. „Wenn wir in Sachsen nichts tun und uns in einer Biedermeier-Puppenstube in einer Modelleisenbahnwelt verkriechen, dann wird dieses Land in ein oder zwei Generationen ein altes und armes Land sein“, sagte er dabei. Deshalb sei es wichtig, die Herausforderungen der Integration anzugehen.

Man müsse akzeptieren, dass Flüchtlinge „Menschen in ihrer ganzen Unvollkommenheit“ seien. „Es kommen Hochqualifizierte und Menschen, die sich nicht um Gesetze scheren“, das müsse man aussprechen und sich trotzdem klar gegen Fremdenfeindlichkeit positionieren.

In zahlreichen Regionen sei aber Rassismus der Alltag, so Jung im Tagesspiegel. Mit 70 „Nein-zum-Heim“-Initiativen liege Sachsen bei der Fremdenfeindlichkeit im Bundesgebiet vorn, außerdem gebe es bezogen auf die Einwohnerzahl die meisten Übergriffe auf Asylbewerberheime. Jung forderte die Landesregierung auf, der Rassismusbekämpfung Priorität einzuräumen.

Gleichzeitig kritisierte Jung die Praxis der Polizei: „In Sachsen hält man die massenhafte Funkzellenüberwachung bei Gegenprotesten für ein legitimes Mittel, man überwacht aber nicht die Gida-Hetzer“, so Jung. Zu den Vorgängen in Clausnitz merkte er an: „Auf die Idee, den wütenden Mob in Clausnitz mit einer Polizei-Hundertschaft von der Straße zu räumen, war im Innenministerium offenbar niemand gekommen.“

Von lyn

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