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Stadtpolitik „Mit Abstand teuerster Vorschlag“: Ökolöwe hält nichts von „Betontrog“ für Autos
Leipzig Stadtpolitik „Mit Abstand teuerster Vorschlag“: Ökolöwe hält nichts von „Betontrog“ für Autos
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22:17 16.12.2016
Vor dem Leipziger Hauptbahnhof ist es für LVB-Fahrgäste und Radfahrer viel zu eng (Archivbild) Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Zu teuer und zu aufwendig: Verkehrsexperte Tino Supplies vom Leipziger Umweltbund Ökolöwe hält nichts davon, einen Graben für den Autoverkehr vor dem Hauptbahnhof zu bauen. Den entsprechenden Vorschlag der CDU-Stadtratsfraktion bezeichnete er als „Griff in die Mottenkiste der 60er Jahre.“ Ein Betontrog vor dem Hauptbahnhof sei der mit Abstand teuerste Vorschlag zur Verbesserung der angespannten Situation für Passanten und LVB-Fahrgäste an dem Verkehrsknotenpunkt.

Supplies verweist zudem auf die mehrjährige Bauzeit, die für die Errichtung eines Betontrogs nötig sei. „Weite Teile des nördlichen Rings müssten gesperrt und der Straßenbahnverkehr gekappt werden.“ Durch die hohen Kosten müssten die Sanierung desolater Straßen, der Erhalt von Brücken in den Ortsteilen und andere wichtige Verkehrsprojekte mehrere Jahre auf Eis gelegt werden. Zudem sei ein Graben städtebaulich mehr als unvorteilhaft und schade dem Stadtbild rings um den Hauptbahnhof.

Der Verkehrsexperte vom Ökolöwen schlägt stattdessen vor, sich auf Ansätze zu konzentrieren, die innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre Lösungen herbeiführen und mit überschaubarem Geldeinsatz umsetzbar seien. „Da sehe ich die besseren Argumente derzeit eher bei den anderen großen Stadtratsfraktionen“, so Supplies.

Die Grünen hatten im Oktober vorgeschlagen, die Fahrspuren für den Autoverkehr auf dem Innenstadtring zu reduzieren und so mehr Platz für Bahnen, Busse und Radverkehr zu schaffen. Andere Ideen sehen eine Umwandlung des Rings in eine Einbahnstraße vor. Die SPD wiederum möchte auf beiden Seiten des Rings einen durchgehenden Fahrradstreifen anlegen.

Clemens Haug

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