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Neue Initiative für Pfandbehälter an Leipziger Mülltonnen

Solidarisches Entsorgen Neue Initiative für Pfandbehälter an Leipziger Mülltonnen

Ein paar Cent Flaschenpfand, achtlos weggeworfen in einer Mülltonne, sind für nicht wenige Leipziger ein wichtiges Zubrot. Das Jugendparlament macht sich erneut dafür stark, dass diese Flaschen nicht aus dem Müll herausgefischt, sondern menschenwürdig mitgenommen werden können.

Flaschensammlerin (Archivfoto)
 

Quelle: dpa

Leipzig.  „Pfand gehört daneben“ – so lautet eine Kampagne, die seit Jahren für eine solidarische Entsorgung von Pfandflaschen wirbt. Anstatt Mehrwegprodukte in öffentlichen Mülltonnen zu entsorgen, sollten diese besser davor abgestellt werden, so die Idee. Dies würde es anderen Menschen leichter machen, die weggeworfenen Flaschen und Dosen einzusammeln und erniedrigendes Wühlen im Müll verhindern.

Einige Großstädte – wie beispielsweise Berlin, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Offenbach oder Bamberg – haben die Idee bereits übernommen. Designer entwarfen dafür entsprechende Pfandringe, Regale und spezielle Aufsätze für Mülltonnen. Auch Getränkehersteller unterstützen die ursprünglich ehrenamtlich gestartete Kampagne inzwischen finanziell, so wie die Leipziger Sternburg-Brauerei. In der Messestadt gab es 2016 bereits einen Vorstoß, das Konzept auch für die hiesige Stadtreinigung zu übernehmen. Dieser scheiterte im Stadtrat allerdings knapp. Nun kommt aus dem Jugendparlament ein neuer Versuch, die menschenwürdige Pfandsammlung an der Pleiße voranzubringen.

Die Nachwuchspolitiker fordern den Oberbürgermeister dazu auf, im anstehenden Frühjahr und Sommer 30 präparierte Müllbehälter zu Testzwecken im Stadtgebiet aufstellen zu lassen. Mit Pfandringen bestückt sollen zehn davon in der Innenstadt zu finden sein, zwanzig in den Leipziger Grünanlagen und Parks, heißt es in einer Vorlage für die Ratsversammlung weiter. Innerhalb eines Jahres sollten dann Kontrollen erfolgen, ob und wie die Pfandringe genutzt werden und ob es Schäden an den Aufsätzen durch Vandalismus gibt.

Kaum Effekte, zu teuer: Verwaltung lehnt Konzept ab

Bevor über den Vorstoß am 31. Januar im Stadtrat abgestimmt wird, hat das Dezernat von Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) eine Stellungnahme veröffentlicht. Die Behörde lehnt die Idee komplett ab, glaubt nicht an den Erfolg und verweist dabei auf Studien des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) und der Stadt Köln. Darin werde unter anderem kritisiert, dass die solidarisch abgestellten Mehrwegprodukte tendenziell nicht von sozial Schwächeren eingesammelt und die Mülltonnen trotz Pfandringen immer noch durchsucht werden. Auch würden die Aufsätze häufig für Unrat missbraucht, entstehe mehr Glasbruch und den verantwortlichen Stadtreinigen ein erheblicher Mehraufwand.

Nicht zuletzt hat die Stadtverwaltung durchgerechnet, dass eine Montage von Pfandringen auf den etwa 3000 Leipziger Müllbehältern etwa 900.000 Euro aus der Stadtkasse kosten würde. Bereits für den vorgeschlagenen Test mit 30 Müllbehältern wären 9000 Euro fällig, zuzüglich des Mehraufwandes bei der Entleerung. „Sollten künftig Pfandringe für alle Behälter obligatorisch werden, würden die Kosten der Papierkorbsammlung beträchtlich steigen“, heißt es aus dem Ordnungsdezernat weiter.

Bei der letzten Abstimmung über die Einführung der Pfandbehälter im Juni 2016 in der Ratsversammlung scheiterte der Antrag aus dem Jugendparlament nur knapp: 25 Stadträte votierten dafür, 30 dagegen, acht enthielten sich ihrer Stimme.

http://www.pfand-gehoert-daneben.de

Von Matthias Puppe

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