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Stadtpolitik Neue Pläne: Massenunterkunft für Flüchtlinge wird teurer
Leipzig Stadtpolitik Neue Pläne: Massenunterkunft für Flüchtlinge wird teurer
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11:55 19.05.2015
Die Massenunterkunft für Flüchtlinge ist in einem maroden Zustand. Für 7,74 Millionen Euro soll die Anlage saniert und ausgebaut werden. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Stadtverwaltung möchte mehr Geld in die Sanierung des umstrittenen Flüchtlingsheims in der Torgauer Straße investieren. Laut neuer Pläne aus dem Dezernat von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) sollen Aufwertung und Ausbau der maroden Anlage im Stadtteil Paunsdorf insgesamt 7,74 Millionen Euro kosten. Das sind knapp zwei Millionen mehr als bereits durch die Ratsversammlung genehmigt. Grund für den Mehrbedarf: Die ehemalige Kasernenanlage soll dauerhaft genutzt werden können.

„Bisheriges Ziel der Sanierung der Gebäude waren im Wesentlichen die Beseitigung der Sicherheitsmängel und die Verbesserung der Wohn- und Lebensverhältnisse auf einem Mindeststandart“, heißt es in der Beschlussvorlage für die Leipziger Stadträte. Die dafür erst im Februar genehmigten Maßnahmen waren auf schnelle Umsetzung ausgerichtet, hätten die Kapazität der Massenunterkunft auf 500 Plätze erhöht und  dafür 5,8 Millionen Euro beansprucht, so die Stadtverwaltung weiter.

Eingang zur derzeit noch maroden Massenunterkunft für Flüchtlinge in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe

Aufgrund des anhaltenden Zustroms von Asylbewerbern nach Leipzig – die Messestadt erwartet in diesem Jahr 2700 neue Flüchtlinge – rechnet die Kommune nun aber mit einer noch längerfristigen Nutzung und will deshalb nachhaltiger arbeiten. „Der bauhygienische und energetische Standart wird erhöht. Die Wohnblöcke erhalten eine Fassadendämmung nach EnEV 2014 sowie eine Abdichtung und teilweise Dämmung der Kellerwände. Die Fenster werden mit höheren Anforderungen erneuert“, heißt es aus dem Dezernat des Sozialbürgermeisters.

Zudem sollen die Dächer der Gebäude erneuert werden und in den Freianlagen rings herum Sport- und Spielgeräte für Kinder und Jugendliche entstehen. Für die Sozialarbeiter sehen die aktualisierten Pläne nicht zuletzt auch zwölf Büroräume vor, in denen unter anderem ungestörte Vier-Augen-Gespräche mit Asylbewerbern geführt werden könnten.

In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters wurden Fabians Vorschläge bereits abgesegnet. In den kommenden Wochen beraten nun die Fachausschüsse, am 17. Juni muss dann final die Ratsversammlung abstimmen. Erst danach kommt das Papier am 3. Juli zur Anhörung in den Migrantenbeirat der Stadt Leipzig.

Gegen die Sanierungs- und Ausbaupläne der Massenunterkunft für Flüchtlinge in Leipzig-Paunsdorf hatte es vor dem Beschluss im Februar monatelange Proteste gegeben. Die private Initiative "Willkommen im Kiez“ lud Migranten stattdessen zum Mitwohnen in ihre Nachbarschaft ein, forderte von der Stadtverwaltung, zusammen mit Wohnungsgenossenschaften und Imobilienfirmen die dezentralen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtling in Leipzig auszubauen.

Matthias Puppe

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