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Stadtpolitik Nicht nur in Leipzig: Debatte über Gewalt, Respekt und Menschenwürde führen
Leipzig Stadtpolitik Nicht nur in Leipzig: Debatte über Gewalt, Respekt und Menschenwürde führen
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18:05 12.01.2016
OBM Burkhard Jung (SPD): Gewaltprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Quelle: dpa
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Leipzig

Nach den rechten Randalen in Connewitz warnt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) davor, dass sich die Situation in der Stadt aufschaukeln könnte. Im Gespräch mit LVZ.de fordert er eine öffentliche Diskussion über Gewalt, Respekt und Menschenwürde.

Wie kann die Stadt Leipzig nach den rechten Randalen ein Aufschaukeln der Lage in Connewitz verhindern?

In dieser akuten Phase ist es natürlich erst einmal Aufgabe der Polizei, Gewaltausbrüche zu verhindern. Die Polizei hat am Montagabend sehr schnell reagiert und die Gewalttäter festsetzen können. Es kommt jetzt darauf an, dass die Polizei in Leipzig auch weiter Präsenz zeigt und konsequent gegen Gewalt vorgeht. Langfristig ist Gewaltprävention natürlich auch eine gesellschaftliche Aufgabe, bei der alle mithelfen müssen. Das fängt in den Schulen an, über Vereine und geht bis in die Familien. Wir müssen natürlich, nicht nur in Leipzig, eine Debatte führen über Gewalt, Respekt und Menschenwürde, um nur einige Begriffe zu nennen. Das ist aber auch ein sehr langwieriger Prozess, das sollte uns allen klar sein. Eine Verwaltung spielt hier ihren Part, aber auch nur einen von vielen. Trotzdem wollen wir diesen Part gut spielen.

Was will die kommunale Politik konkret tun, um den Stadtteil nicht dauerhaft zum Spielball gewalttätiger Extremisten werden zu lassen?

Ganz wichtig ist der Appell: Gewalt kann und darf nicht mit Gegengewalt beantwortet werden. Alles weitere dazu ist oben gesagt.

Welche Folgen befürchten Sie für Leipzig, wenn sich solche Szenen wie am 12. Dezember und 11. Januar wiederholen?

Mal ganz abgesehen von einem möglichen Imageverlust – und wir haben in den letzten Jahren hart an unserem sehr guten Image einer wachsenden und lebendigen Stadt gearbeitet - , abgesehen von wirtschaftlichen Einbußen – das schlimmste wäre, wenn die Menschen das Gefühl bekämen, sie wären in ihrer Stadt nicht mehr sicher. Das darf nicht passieren. Und ich werde mich sowohl in der Stadtgesellschaft als auch auf Landesebene mit aller Kraft dafür einsetzen, dass es nicht passiert. Und natürlich brauchen wir auch mehr Polizeipräsenz in Leipzig, das ist gar keine Frage.

Von Evelyn ter Vehn

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