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Ökolöwe macht gegen Leipzigs Neubaupläne für die Georg-Schwarz-Brücken mobil

„Monströses Autobahnkreuz“ Ökolöwe macht gegen Leipzigs Neubaupläne für die Georg-Schwarz-Brücken mobil

Wer von Leutzsch nach Böhlitz-Ehrenberg fährt, der wundert sich, dass die maroden Georg-Schwarz-Brücken noch nicht eingestürzt sind. Sie sind völlig marode und müssen dringend ersetzt werden. Doch jetzt scheint es endlich voran zu gehen.

Dringend sanierungsbedürftig: Die Eisenbahnbrücken in der Georg-Schwarz-Straße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Seit zehn Jahren schiebt die Stadt die Erneuerung der maroden Georg-Schwarz-Brücken vor sich her. Doch jetzt wird das Vorhaben endlich spruchreif; das Rathaus will umfangreiche Planungsmittel für eine Vorzugsvariante freigeben, damit der Bau spätestens 2021 starten kann. Doch seit gestern macht der Umweltbund Ökolöwe gegen das Projekt mobil. Sein Vorwurf: Leipzigs Verkehrsplaner würden „ein monströses und überteuertes Autobahnkreuz mitten in der Stadt“ errichten. Die Pläne müssten „gestoppt“ und „gestutzt“ werden.

Die Brückenkonstruktion ist auch Bestandteil des Mittleren Rings Nordwest – der den Autoverkehr flüssiger machen und Wohngebiete von Verkehr entlasten soll. Leipzigs Wirtschaftsverbände fordern deshalb Projekte wie dieses – der Umweltbund Ökolöwe ist strikt dagegen.

Die Vorzugsvariante der städtischen Verkehrsplaner sieht vor, die Georg-Schwarz-Straße von der Philipp-Reis- bis zur Burgauenstraße einschließlich der Kreuzung und der Straße Am Ritterschlößchen zu erneuern.

Dabei sollen die Straßenbahngleise der LVB teilweise separiert in der Mitte der Georg-Schwarz-Straße geführt werden und eine Haltestelleninsel im Rampenbereich nördlich der Philipp-Reis-Straße entstehen. Für Busse sind sogenannte barrierefreie Haltestellenkaps am Straßenrand vorgesehen. Der Autoverkehr soll einen durchgehend 3,25 Meter breiten Fahrstreifen pro Richtung sowie Abbiegespuren an den Kreuzungen erhalten. Auch Gehwege und Radstreifen sind vorgesehen.

Gleichzeitig soll die Brücke „Am Forsthaus“ über den Bauerngraben erneuert werden und an der Kreuzung Georg-Schwarz-/Philipp-Reis-Straße ein Gleisabzweig zu einer Gleisschleife führen, an der ein neuer P+R-Platz mit 100 Autostellplätzen sowie Fahrrad-Abstellanlagen vorgesehen ist.

Die Planer beziffern die Gesamtbaukosten mit 50,1 Millionen Euro und veranschlagen eine Bauzeit von fünf Jahren. Für den Umleitungsverkehr müssten vor Baubeginn die Franz-Flemming- und die Burgauenstraße ertüchtigt werden.

Die aktuellen Pläne gehen auf eine Variante zurück, die bereits im Jahr 2000 erarbeitet und im Jahr 2002 von der Stadtverwaltung „angehalten“ wurde. Diese Variante sei insbesondere 2016 und 2017 detailliert worden, betonen die Planer. Mit dem jetzt entwickelten neuen Kreuzungspunkt werde insbesondere ein Versatz zwischen Ludwig-Hupfeld-Straße und Am Ritterschlößchen beseitigt, wodurch die Durchlassfähigkeit des gesamten Knotens wachse.

Der Umweltbund Ökolöwe will gerade dies nicht. Er kritisiert, dass sich die Breite der Brücken „nahezu verdoppeln“ würde und dafür im Umfeld rund 300 Bäume gefällt sowie mehrere Gebäude abgerissen werden müssten. Dies stelle einen Eingriff in den geschützten Leipziger Auwald dar, der nicht akzeptabel sei, heißt es.

Die städtischen Verkehrsexperten begründen ihre Vorzugsvariante vor allem mit der Verkehrsbelastung, die schon heute als ziemlich hoch eingeschätzt wird. In der Georg-Schwarz-Straße seien täglich rund 14 900 Fahrzeuge unterwegs, hinzu käme die Straßenbahnline 7 im Zehn-Minuten-Takt, der noch verdichtet werden müsse, listen sie auf. In der Ludwig-Hupfeld-Straße und Am Ritterschlößchen würden täglich 11 500 beziehungsweise 15 200 Fahrzeuge gezählt; diese Verkehrsströme würden bis zum Jahr 2025 auf 16 400 bis 22 900 Fahrzeuge ansteigen.

Wie das Tauziehen zwischen Verkehrsplanern und Ökolöwen ausgeht, wird sich bald entscheiden. Anfang Februar will sich der städtische Umweltausschuss mit dem Projekt beschäftigen. Noch im selben Monat oder im März wird es im Stadtrat zu einer Kampfabstimmung über die Variante kommen.

Von Andreas Tappert

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