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Stadtpolitik Rucksack voller Ideen: Neuer Leiter des Leipziger Naturkundemuseums gewählt
Leipzig Stadtpolitik Rucksack voller Ideen: Neuer Leiter des Leipziger Naturkundemuseums gewählt
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11:05 03.11.2016
Ronny Maik Leder, der neue Leiter für das Leipziger Naturkundemuseum, hat einen Rucksack voller Ideen. Quelle: André Kempner
Leipzig

In der Lausitz hat er sich in einer Sonderschau dem Klimawandel im Tertiär gewidmet. Ob dieses Thema eine Option für das künftig moderne Naturkundemuseum in Leipzig wird, lässt Ronny Maik Leder (39) offen. Gestern wurde der gebürtige Ilmenauer, der zuletzt in den USA forschte, einstimmig zum Direktor des Leipziger Naturkundemuseums gewählt. „Ich bin überglücklich und zutiefst bewegt“, freute sich der promovierte Wissenschaftler über das Votum des Stadtrats und gestand: „Ich bereite mich seit 15 Jahren auf diese Arbeit vor. Seit ich das erste Mal im Naturkundemuseum war, sage ich, dass es mein großer Traum ist, dort zu arbeiten.“

In der neuen Dauerschau das tertiäre Erdzeitalter ein wenig in den Mittelpunkt zu rücken, ist angesichts der fossilen Sachzeugen aus den Braunkohlegebieten sowie der marinen Zeit, in der die Region von der Nordsee überschwemmt wurde, zumindest naheliegend. „Es wird sicherlich eins der Themen sein. Ich bin aber ein großer Freund von ganzheitlichen Konzepten und habe bereits einen ganzen Rucksack voller Ideen. Es wird keine reine Themenausstellung, die Geologie oder Biologie trennt. Das Museum soll spannend für alle Generationen werden“, sagt Leder.

Er wird zunächst – auf Basis eines vorliegenden Masterplanes – die Konzeption für die neue Schau entwickeln. Dafür bekommt er neun Monate Zeit, um die geplanten Bauarbeiten pünktlich beginnen zu können. Vorgesehen ist, dass das Naturkundemuseum voraussichtlich 2020 im neuen Domizil in Halle 7 auf dem Gelände der Baumwollspinnerei öffnet.

Leder war der klare Favorit im Auswahlverfahren und konnte sich unter 38 Interessenten, von denen sieben in die engere Wahl einbezogen worden waren, durchsetzen. Leipzig-Erfahrungen hat der Wissenschaftler reichlich. Er studierte an der Universität Leipzig Geologie und Paläontologie und promovierte dort als Paläobiologe, der ausgestorbene Organismen erforscht. Sein Spezialgebiet sind Haie, die fossile Fischfauna und Mollusken. So entwickelte er neue Techniken für die Klassifizierung fossiler Haifischzähne. Momentan arbeitet Leder noch am „Florida Museum of Natural History in Gainesville“ in den USA.

Die Stelle des Direktors ist unbesetzt, seit Vorgänger Rudolf Schlatter im Januar 2014 nach 21 Jahren in den Ruhestand wechselte. Leder wird die Leitung des Hauses zum 1. Dezember 2016 übernehmen. „Die Flüge sind bereits gebucht, meine Familie freut sich auch, zurück nach Deutschland zu kommen. Leipzig ist eine wunderschöne Stadt“, betonte er – und löste damit Euphorie beim Freundeskreis des Museums aus, die für ihr Haus nun „endlich die Chance einer positiven Zukunftsentwicklung“ sehen.

Mathias Orbeck

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