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Runde Ecke in Leipzig: Gesamtes Gelände soll Gedenkort werden

Streit um Stasi-Kinosaal Runde Ecke in Leipzig: Gesamtes Gelände soll Gedenkort werden

Der Streit um die Nutzung des Stasi-Kinosaals ist beigelegt. Die Schau zur Friedlichen Revolution kann wohl bis Anfang 2017 bleiben. Die Ausstellung über Muslime in Deutschland soll dagegen an einem anderen Ort und möglicherweise auch zu einer anderen Zeit als geplant stattfinden.

Der Streit um die Nutzung des Kino-Saals im Museum an der Runden Ecke ist beigelegt

Quelle: André Kempner

Leipzig. Es ist vollbracht: Der Streit um die Nutzung des ehemaligen Stasi-Kinosaals in der Runden Ecke ist beigelegt. Das Bürgerkomitee hat eine Vereinbarung mit der Stadt unterschrieben. Das erklärten Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Tobias Hollitzer vom Vorstand des Bürgerkomitees Leipzig am Donnerstag während der Pressekonferenz zum Lichtfest. Das gesamte Gelände an der Runden Ecke soll zu einem Gedenkort weiterentwickelt werden, sagte Jung. Auch Hollitzer sprach von einer „größeren Lösung“.

Die aktuelle Schau zur Friedlichen Revolution des Bürgerkomitees soll nach LVZ-Informationen weiterhin im alten Kinosaal gezeigt werden. Aber nur, bis das Stadtbüro in der Katharinenstraße frei wird – also vermutlich bis zum ersten Quartal 2017. Ein Teil der Ausstellung soll dann dorthin umziehen, der andere Teil im Stasi-Kinosaal abgebaut werden. Bis 31. März 2019 soll endgültig geklärt sein, was mit der gesamten Schau passiert. Falls man sich bis dahin nicht verständigt, wird eine erneute Nutzung des Kinosaals diskutiert.

Bereits am Donnerstag zeichnete sich die bevorstehende Einigung ab. Wie angedeutet, wird die Ausstellung „Muslime in Deutschland“ nun zugunsten des Bürgerkomitees tatsächlich nicht im ehemaligen Stasi-Kinosaal zu sehen sein. Das war eigentlich der Plan des Schulmuseums, das die Schau dort ab Oktober zeigen wollte. Sie soll nun an einem anderen Ort aufgebaut werden, eventuell auch zu einer anderen Zeit. Der Stasi-Kinosaal sei grundsätzlich kein Raum für Ausstellungen, erklärte Jung.

Die Kuh wollte der Stadtchef offensichtlich vor der Vorstellung des Programms für den 9. Oktober vom Eis kriegen: „Das infiziert sonst das ganze Thema“, sagte Jung.

Der schon länger schwelende Streit zwischen Schulmuseum und Bürgerkomitee eskalierte zuletzt, nachdem die SPD-Fraktion einen Antrag zur Durchführung der Muslime-Ausstellung im alten Stasi-Kinosaal in den Stadtrat eingebracht hatte. Während der jüngsten Sitzung hatten die Sozialdemokraten diesen jedoch von der Tagesordnung nehmen lassen, weil eine Kampfabstimmung drohte. Gestern zog die SPD den Antrag komplett zurück – ebenso einen anderen zur Weiterentwicklung des Schulmuseums und der Runden Ecke. „Die durch die Anträge angestoßene Diskussion macht deutlich, dass beide Museen Entwicklungsmöglichkeiten brauchen“, so Fraktionschef Christopher Zenker. „Wir erwarten Vorschläge, wie beiden Museen diese Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden können.“

Björn Meine

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