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Stadtpolitik SPD verteidigt neue Asyl-Interimlösungen – Linke hofft auf kleine Heime
Leipzig Stadtpolitik SPD verteidigt neue Asyl-Interimlösungen – Linke hofft auf kleine Heime
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14:26 02.07.2015
Quelle: LVZ-Archiv
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Leipzig

Nach Bekanntwerden zweier neuer geplanter Notunterkünfte für Flüchtlinge in ehemaligen Schulgebäuden im Süden und Osten Leipzigs haben die Sozialdemokraten die Ideen der Stadtverwaltung verteidigt. Wie es in einer Mitteilung der Stadtratsfraktion vom Donnerstag heißt, seien die temporäen Lösungen angesichts des Flüchtlingszustroms und fehlender anderer Kapazitäten einfach notwendig.

„Natürlich sind diese Interims keineswegs optimal. Die Raumzuschnitte und die sanitären Begebenheiten entsprechen nicht dem, was die Stadt in ihrem Unterbringungskonzept eigentlich vorsieht“, erklärte SPD-Stadtrat Christopher Zenker mit Blick auf die derzeit leer stehenden Schulgebäude in der Scharnhorststraße 24 und in der Straße des 18. Oktober 8b. Allerdings mache die Entscheidung von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (ebenfalls SPD), diese Gebäude bis zur Sanierung für Flüchtlinge zu nutzen auch deutlich, wie eng die Asyl-Kapazitäten in der Stadt seien.

SPD-Stadtrat Christopher Zenker (Archivfoto) Quelle: Christian Nitsche

Die Kommune suche weiterhin fieberhaft nach Angeboten auf dem Wohungsmarkt, „Die Immobilienwirtschaft ist ein wichtiger Partner bei der Unterbringung von Flüchtlingen, ich hoffe daher, dass diese ihre Bestände prüft und der Stadtverwaltung Vorschläge, auch zur längerfristigen Nutzung, unterbreiten kann“, so Zenker weiter.

Linken-Stadträtin Juliane Nagel hofft, das eine Unterbringung von so vielen Menschen in Schulgebäuden die absolute Ausnahme bleiben. „Die Stadt muss auf Basis der weiter steigenden Zahlen von Geflüchteten langfristig menschenwürdige Unterbringungsmöglichkeiten schaffen“.
Ihre Partei macht sich dabei für kleine Heime im Stadtgebiet und die maximale Ausweitung des dezentralen Wohnens stark, so Nagel weiter. Die Messestadt solle sich auch ein Beispiel an Landkreisen wie Nordsachsen oder Sächsische Schweiz/Osterzgebirge nehmen, wo Familien, die aus der Erstaufnahme kommen, direkt in Wohnungen untergebracht würden.

Linken-Stadträtin Juliane Nagel (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen

Bis bessere Lösungen gefunden werden, hofft Sozialdemokrat Zenker zumindest, dass die Anwohner in der Süd- und Ostvorstadt den neuen Nachbarn mit Offenheit begegnen und bestenfalls auch noch mehr Leipziger am Patenschaftsprogramm mit Asylbewerbern teilnehmen. „Dabei geht es darum, den Flüchtlingen bei ganz praktischen Dingen zu unterstützen, wie beispielsweise der Wohnungssuche“, erklärte Zenker.

Nach den Plänen der Stadtverwaltung soll das frühere Gebäude der Pablo-Neruda-Schule in der Straße des 18. Oktober 8b ab Frühjahr 2017 für insgesamt 5,4 Millionen Euro saniert werden. Der Stadtrat soll den Ideen am kommenden Mittwoch zustimmen. Das frühere Gebäude der 3. Grundschule in der Scharnhorststraße 24 steht seit Bezug des Neubaus im vergangenen Herbst leer. Die Sanierung soll zum Jahresende 2016 beginnen, heißt es.

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