Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Schwimmhalle im Leipziger Osten – die Suche nach einem Standort geht weiter
Leipzig Stadtpolitik Schwimmhalle im Leipziger Osten – die Suche nach einem Standort geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:22 27.10.2016
Der Otto-Runki-Platz – die dort geplante Schwimmhalle ist gescheitert.  Quelle: Dirk Knofe
Anzeige
Leipzig

 „Wenn du nicht willst, dass der Truthahn fliegt, mach ihn fetter“ – dieses amerikanische Sprichwort bemühte Stadtrat Jens Lehmann (CDU). Denn die Fraktionen von SPD, Linken und Grünen haben einige Wünsche formuliert, wie sie sich die künftige Schwimmhalle am Otto-Runki-Platz vorstellen. Über den Standort – den die CDU im Gegensatz zu ihnen von vornherein ablehnte, waren sie sich allerdings einig. Und haben ihn dann doch verhindert, weil 30 Stadträte am Mittwochabend dagegen stimmten, 28 zustimmten und einige sich enthielten. Dagegen waren CDU, Grüne und AfD. Die CDU hatte die Engelsdorfer Edisonstraße als Standort im Blick.

Zur Erinnerung: Die Leipziger Sportbäder wollten auf dem von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Grundstück bis 2020 eine Schwimmhalle mit einem Wettkampfbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen sowie Lehrschwimm- und Kinderplanschbecken und möglicherweise einer Sauna bauen (Kosten: etwa 16 Millionen Euro). Mit Hinweis auf die immer knapper werdenden innerstädtischen Flächen gab es dann etliche Korrekturwünsche. So sollte geprüft werden, die Schwimmhalle in einen mehrgeschossigen Bau zu integrieren (SPD, Linke). Das sah die Verwaltung letztlich ein. Die Grünen gingen jedoch einen Schritt weiter: Sie brachten einen mehrgeschossigen Mehrzweckbau in Kombination mit Sport- und Wellnessangeboten, aber auch einer Kita, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Arztpraxen sowie Wohnungen ins Gespräch. Zusätzlich gab es eine Variante mit einer tieferliegenden Schwimmhalle mit begehbarem Rasendach. Michael Schmidt (Grüne) betonte gar, dass seine Fraktion keinen „Betonklotz“ wolle. Oberbürgermeister Jung (SPD): „Wir müssen realistisch bleiben. Die Grünen-Vorschläge sind ein enormer Aufwand, kosten Geld und Zeit und verschieben das Projekt.“ Das Sportbad an der Elster sei schließlich auch „kein grauer Klotz“.

Einen Tag nach der Ablehnung überschlagen sich die Erklärungsversuche. Die Grünen verwiesen darauf, dass sie einst Initiator für den Bau der Halle im Osten waren. „Die Stadt Leipzig kann sich keine zweite Causa Gohliser Straße leisten, wo auf einer riesigen und belebte Grünfläche eine eingeschossige Kita errichtet wurde“, sagte Grünen-Mann Tim Elschner. Er warf dem Oberbürgermeister eine „Verweigerungshaltung“ vor, zukunftsgerichtete und innovative Lösungen zu suchen. Gefordert wird nach wie vor, ein kooperatives Bauprojekt Schwimmhalle/andere Nutzungen mit kommunalen Betrieben ergebnisoffen zu untersuchen. Intern hieß es, dass dieser Mehrgeschosser durchaus auf dem Otto-Runki-Platz stehen könnte. Darüber wollen Grüne nun mit SPD und Linken sprechen. Christopher Zenker (SPD): „Auch wenn sie jetzt um Schadensbegrenzung bemüht sind, war das kein grünes Ruhmesblatt.“ Die Situation sei sehr unbefriedigend. „Wir müssen uns bei denen entschuldigen, die länger auf einen schul- und wohnortnahen Schwimmunterricht und ein verbessertes Angebot im Verein warten müssen. Das hat der Stadtrat verbockt!“, so Adam Bednarsky (Linke).

Joachim Helwing, Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder: „Ich bin enttäuscht über die Entscheidung und hoffe, dass wir schnell einen Standort finden, um rasch mit Planung und Bau der Schwimmhalle beginnen zu können.“ Das Unternehmen habe aber keine eigenen Grundstücke, diese müsse die Stadt im Osten bereitstellen.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Dem Entschluss war eine kontroverse Debatte vorausgegangen, jetzt gibt es eine Entscheidung: Straßenmusik ist in der Leipziger Innenstadt in Zukunft nur noch zu festen Zeiten erlaubt.

27.10.2016

Entsteht auf dem Leipziger Leuschnerplatz demnächst ein neues Verwaltungsgebäude? Nach einem entsprechenden Votum im Stadtrat am Mittwoch wird diese Idee nun detailliert untersucht.

27.10.2016

Ab Dezember leitet Ronny Maik Leder das Leipziger Naturkundemuseum. Mit einem eindeutigen Votum im Stadtrat wurde die Personalie am Mittwoch beschlossen.

03.11.2016
Anzeige