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Stadtpolitik Sportoberschule wird ab März gebaut, Campus Grünau wird vorbereitet
Leipzig Stadtpolitik Sportoberschule wird ab März gebaut, Campus Grünau wird vorbereitet
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00:34 21.01.2016
Drei Grünauer Schulen am Miltitzer Weg werden ab dem Jahr 2017 ausgebaut. Quelle: Foto: André. Kempner
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Leipzig

Im März startet der Bau der neuen Sportoberschule in der Goyastraße (Kosten: 18,8 Millionen Euro). Die Reaktivierung der ehemaligen 55. Oberschule Ratzelstraße (Kosten: 10 Millionen Euro), die bereits begonnen hat, wird forciert. „2016 wird das Jahr der Oberschulen, zumal wir auch mit Bauarbeiten – etwa bei der Sanierung von Sanitäranlagen – spürbar vorankommen“, sagt Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) auf LVZ-Nachfrage. Außerdem sollen das Förderschulzentrum „Käthe Kollwitz“ in der Karl-Vogel-Straße sowie das teilweise ausgelagerte Werner-Heisenberg-Gymnasium im Sommer bezugsfertig sein.

Um Engpässe zu überbrücken, kauft die Stadt für die Georg-Schumann-Oberschule, die Schulen Portitz und Paunsdorf sowie die 84. Oberschule Raumsysteme. Das ist vor allem erforderlich, um ab August 2016 Vorbereitungsklassen für Migranten mit Deutsch als Zweitsprache (DAZ) einrichten zu können. Zugleich gehen in der Uhlandstraße sowie Anhalter Straße zwei neue Außenstellen ans Netz, die der Oberschule am Adler sowie der 35. Oberschule angeschlossen werden. Die Paul-Robeson-Schule wird ebenfalls erweitert, da es mit dem Ausbau der alten Schule Opferweg nicht vorangeht (die LVZ berichtete). „So schaffen wir es, genügend Räume fürs neue Schuljahr bereitzustellen“, erläutert der Bürgermeister. 2017/18 werden dann auch die Gymnasien Gorkistraße und Telemannstraße fertig sein.

Doch reicht das aus, um für die Zukunft gerüstet zu sein? „Nein, da müssen wir noch viele Anstrengungen unternehmen“, gibt Fabian zu, dessen Dezernat gerade den Schulentwicklungsplan 2020/22 überarbeitet. Und das in den vergangenen Wochen viel Kritik von Eltern und Schulen einstecken musste, weil die Prognosen der Schülerzahlen durch Geburten-Boom und Zuzüge längst überholt waren. „Die aktuellen Zahlen des Schuljahres 2015/16 sind inzwischen berücksichtigt“, sagt der Bürgermeister, der den Plan in Kürze dem Stadtrat vorstellen will. Zusätzliche Gebäude könne man aber nur bauen, wenn absehbar ist, dass diese 15 bis 20 Jahre benötigt werden. Ziel sei es, das Schulprogramm im April/Mai, noch vor der Sommerpause, zu beschließen. So werden in den nächsten Jahren – unabhängig von laufenden Baumaßnahmen – mindestens zehn zusätzliche Schulen benötigt. Für einen Großteil laufen bereits die Planungen. Für die künftige Oberschule Ihmelstraße wird gerade die Auswahl der Architekten vorbereitet, da die Schule im August 2019 benötigt wird.

„Im Haushalt 2017/18 wird es dann noch einige zusätzliche Projekte geben.“ Geprüft wird derzeit, in welcher Form private Investoren ins Boot geholt werden können. Dabei wird eine Initiative der CDU aufgegriffen. So erfolgt gegenwärtig eine Marktabfrage, welche Investoren und Grundstückseigentümer Interesse haben. Im Mai will das Finanzdezernat dem Rat einen Vorschlag unterbreiten.

Zeitverzug gibt es beim geplanten Gymnasium Karl-Heine-Straße. Bevor die Sanierung starten kann, muss die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig raus. Deren Neubau am Campus Jahnallee ist allerdings frühestens Anfang 2018 fertig. Der Mietvertrag für die städtische Immobilie endet nach Verlängerung im März 2016. Die Uni muss daher ein Interim beziehen.

Eines der neuesten Projekte ist der Ausbau eines Campus am Miltitzer Weg. Damit geht ein fälliger Strategiewechsel einher, denn in Grünau wurden viele Schulen auf Verschleiß gefahren. So hatten Schüler des Max-Klinger-Gymnasiums erst im Juni 2015 vor dem Stadtrat demonstriert und die überfällige Sanierung ihres Hauses eingefordert. Nun reagiert die Verwaltung – auch auf Druck vieler Stadträte. Die 94. Oberschule, die Förderschule Grünau und das Klinger-Gymnasium werden zum Schulzentrum ausgebaut. Es entsteht ein gemeinsames Zentralgebäude, in dem Bibliothek und Mensa unterkommen. Alle vier Häuser und die drei Sporthallen werden ab 2017 schrittweise saniert und erweitert, damit zusätzliche Klassen unterkommen. Kosten: circa 35 Millionen Euro. Die Haushaltsperre wirkt sich auf Schul-Investitionen nicht aus. „Es gibt eine Schulpflicht in Deutschland“, sagt Fabian und weiß, dass sein Dezernat an Tempo zulegen muss.

Von Mathias Orbeck

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