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Stadtpolitik Stadt Leipzig verringert Kapazitäten für Asylbewerber
Leipzig Stadtpolitik Stadt Leipzig verringert Kapazitäten für Asylbewerber
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07:56 03.09.2018
Asylbewerber in einer Gemeinschaftsunterkunft (Archivfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

Drei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle hat sich die Zahl der Asylbewerber in Leipzig deutlich verringert. Im ersten Halbjahr 2018 kamen insgesamt 494 Flüchtlinge in die Messestadt – hauptsächlich aus Syrien, Venezuela, Georgien und Kamerun. Das ist nur noch ein Zehntel der Neuaufnahmen, die das Dezernat von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) anno 2015 bewältigen musste. Weil die Prognosen für die kommenden Monate nicht von einem erneuten Anstieg der Zuweisungen des Freistaates ausgehen, werden die Flüchtlingskapazitäten der Kommune nun allmählich etwas abgebaut.

32 größere und kleinere Gemeinschaftsunterkünfte gibt es derzeit in der Messestadt, verteilt auf praktisch alle Stadtbezirke. Die größte Unterkunft in einem ehemaligen Verwaltungsgebäude in der Eutritzscher Straße fasst 369 Plätze, die kleinste in der Eythstraße nur 28. Alle Gebäude sind belegt, einige – wie die zweitgrößte in der Arno-Nitzsche-Straße – befinden sich dabei noch im Aufbau. Der komplette Umfang wird aber dennoch nicht mehr benötigt. Von den insgesamt 3430 Plätzen, die 2018 zur Verfügung standen, waren zuletzt 1383 ungenutzt. Zudem gibt es im Stadtgebiet auch eine aktive Erstaufnahme-Einrichtungen mit 700 Plätzen in der Max-Liebermann-Straße, die vom Freistaat betrieben wird. In dieser waren Ende Juli 507 Personen untergebracht.

Weil die Prognosen für die kommenden beiden Jahre jeweils nicht mehr als 1200 Neuzugänge ins Leipziger Asylsystem voraussehen, werden bis zum Jahresende 2019 insgesamt 668 Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften abgebaut. Die Reduzierung betrifft vor allem das Containerdorf an den Tierkliniken (minus 348 Plätze) und das Gebäude in der Zschortauer Straße (minus 200 Plätze), heißt es aus dem Neuen Rathaus. Zudem werde das ehemalige Seniorenpflegeheims in der Waldstraße, in dem schon jetzt 200 Plätze vorhanden sind, ab Herbst 2019 noch mit 70 weiteren Plätzen aufgestockt.

3000 Asylbewerber leben in der Messestadt

Wie die Stadtverwaltung auflistet, waren Ende Juli 2018 insgesamt 2950 Asylbewerber in Leipzig registriert. Darin enthalten sind 901 Kinder und 22 Senioren. Ebenfalls noch mit eingerechnet werden 157 sogenannte unbegleitete Minderjährige und 80 volljährige Jugendliche in kommunaler Obhut, die zum Teil in Gastfamilien leben. Nicht zuletzt gehörten zu den insgesamt etwa 46.000 Beziehern von Hartz IV in Leipzig auch 6571 bereits anerkannte Asylbewerber über 15 Jahren sowie 3174 Kinder.

Etwa die Hälfte der Geflüchteten, deren Asylverfahren noch andauert oder die eine Duldung besitzen und Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen, lebt inzwischen in einer eigenen Wohnung außerhalb einer Gemeinschaftsunterkunft, teilte die Stadtverwaltung mit. Etwa jeder Dritte Neuankömmling kann sich Hoffnung machen, die anfänglich obligatorische Gemeinschaftsunterkunft nach maximal zwölf Monaten in Richtung des eigenen Wohnraums wieder verlassen zu können. Allerdings: Etwa die Hälfte der neu ankommenden Asylbewerber bleibt inzwischen auch sehr lang in den Wohnheimen – mindestens 24 Monate. Vor gut einem Jahr war dieser Anteil noch deutlich geringer.

In eigenen Wohnungen leben in Leipzig grundsätzlich nur Familien, selbstgewählte Wohngemeinschaften oder Einzelpersonen, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Behördliche Zusammenstellungen von WG’s gebe es an der Pleiße nicht. 62 Prozent der Asylbewerber in den eigenen Unterkünften haben auch einen eigenen Mietvertrag, der Rest lebe in Gewährleistungswohnungen.

Von Matthias Puppe

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