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Stadtpolitik Stadt will Wettbewerb für Lichtfest 2019 – CDU will Konzept auf den Prüfstein stellen
Leipzig Stadtpolitik Stadt will Wettbewerb für Lichtfest 2019 – CDU will Konzept auf den Prüfstein stellen
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23:00 17.11.2017
Etwa 15.000 kamen zum Lichtfest 2017 auf den Augustusplatz. Quelle: André Kempner
Leipzig

Leipzig feiert gern seine Jubiläen: 2018 steht beispielsweise 275 Jahre Gewandhausorchester an. Ein Jahr später dann der 500. Jahrestag der Leipziger Disputation, der 200. Geburtstag von Clara Schumann sowie der 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution. Um die geplanten Aktivitäten vorzubereiten, hat der Stadtrat 700.000 Euro bewilligt. Strittig waren allerdings jene 30.000 Euro für ein künstlerisches Projekt zum Lichtfest sowie die Demokratiekonferenz.

Das Lichtfest hat sich einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt erobert und würdigt den Tag der Entscheidung, den 9. Oktober 1989. Bei der damals bislang größten Montagsdemonstration zogen mehr als 70.000 Menschen friedlich um den Ring in der Leipziger Innenstadt mit dem Ruf auf den Lippen: „Wir sind das Volk.“ Aller fünf Jahre wird das für das kollektive Selbstverständnis unserer Stadt so wichtige Ereignis größer gefeiert. Die Leipziger CDU sieht allerdings einen „grundsätzlichen Diskussionsbedarf“, ob das Lichtfest in der zuletzt durchgeführten Form seinem ursprünglichen Zweck, dem Gedenken an die Ereignisse und Akteure der Friedlichen Revolution noch gerecht wird.

„Ich kenne viele Menschen, die gehen nicht mehr zum Lichtfest, weil sie sich dort nicht wohlfühlen“, sagte Sabine Heymann (CDU): „Dann sollten wir das Konzept mal überarbeiten.“ Das sieht auch CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski so. „Viele, die 1989 auf dem Ring waren, sagen, was ist das denn für ein Kasperletheater? Warum wird nicht noch Bratwurst und Bier ausgeschenkt?“ Das sieht Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ganz anders: „So viele Menschen wie in diesem Jahr sind lange nicht mehr zum Lichtfest gekommen. Ich habe ganz andere Botschaften von den Menschen erhalten.“

Die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), der Veranstalter, hat offiziell mehr als 15.000 Leipziger und Gäste gezählt. „Das Lichtfest 2019 soll größer werden, deshalb müssen wir es schon 2018 vorbereiten“, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke). „Wir wollen ein künstlerisches Projekt ausschreiben, bei dem sich im günstigsten Falle mehrere Träger zusammenfinden.“ Dafür wird es noch 2017 eine Ausschreibung geben. Wer den Zuschlag bekommt, darüber entscheide eine Jury. Den Ergebnissen könne man nicht vorgreifen.

Die CDU-Stadtratsfraktion wollte übrigens der Initiative „Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989“ beitreten. Das hat diese aber abgelehnt. „Natürlich freuen wir uns über das Interesse. Die Initiative hat sich aber als parteiunabhängige Gruppe gegründet – so steht es auch in unserer Satzung“, sagte Sprecher Michael Koelsch auf LVZ-Nachfrage. Dennoch wolle die Stiftung künftig enger mit Fraktionen zusammenarbeiten, dort auf Wunsch über ihre Arbeit berichten.

Von Mathias Orbeck

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