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Stadtpolitik Stadtrat beschließt „Leipzig 2030“
Leipzig Stadtpolitik Stadtrat beschließt „Leipzig 2030“
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21:35 31.05.2018
Mit dem Integrierten Stadtentwicklungsplan sollen die Weichen für Leipzigs Zukunft gestellt werden. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

„Leipzig 2030“ – mit dem integrierten Stadtentwicklungsplan Insek hat der Stadtrat gestern die Strategie für die Entwicklung der wachsenden Stadt mit großer Mehrheit bei sechs Gegenstimmen und sieben Enthaltungen beschlossen. Wie berichtet, war das mehr als 520 Seiten starke Papier zuletzt umfassend diskutiert worden. Ziel ist es, die Voraussetzungen für das Entstehen von 60.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen zu befördern. Das hatte OBM Burkhard Jung (SPD) im Vorfeld betont. Nur so könne Leipzig auf mehr als 700.000 Einwohner wachsen. Dafür muss die Infrastruktur ausgebaut werden – allein 80 Schulen sind notwendig. „Das Wachstum nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu meistern, wird die große Herausforderung sein“, sagte Baubürgermeister Dorothee Dubrau (parteilos).

Dabei wurden der Leipziger Norden sowie die erweiterte City zu „Schwerpunkträumen der Stadtentwicklung“ er-klärt. In Plagwitz und Lindenau sind neue Gewerbegebiete geplant, in Böhlitz-Ehrenberg, Möckern, Gohlis-Nord, Heiterblick und Probstheida zusätzliche Wohnungsbauflächen. Problemviertel in Grünau, dem Leipziger Osten, Schönefeld, Mockau, Paunsdorf sind für einen erhöhten Fördermittel-Einsatz vorgesehen. Durch die zunehmende Bebauung von Brach- oder Grünflächen verschwinden Sträucher und Bäume. Um für mehr Lebensqualität zu sorgen, entstehen grüne Wegeverbindungen, etwa vom Bayerischen Bahnhof über das Agra-Gelände bis zum Auenwald.

„In Kitas fehlen Plätze“

Sabine Heymann (CDU) sagte, dass das Konzept zwar als „großer Wurf“ wirke. „Es kann aber wohl nicht vermieden werden, dass wir wieder mit Task Forces die Zusammenarbeit der Ämter befördern müssen“, spielte sie auf Probleme beim Schulhausbau an. Franziska Riekewald (Die Linke) kritisierte den Fachplan Wohnen, der nicht „den Ernst der Lage“ begreife. Die Mietbelastungsquote liege in Leipzig inzwischen genauso hoch wie in München. Auch der Leerstand werde verharmlost. „Wir marschieren schnurstracks auf Berliner Verhältnisse zu.“

Christopher Zenker (SPD) sagte: „In Kitas fehlen Plätze, in Schulen wir es immer enger. Da müssen wir schnell handeln.“ Entscheidend sei, „wie wir die Herausforderungen meistern“, ergänzte Katharina Krefft (Grüne). „Der Wirtschaftsverkehr kann nicht mit Straßenbahn und Fahrrad bewältigt werden“, sagte Tobias Keller (AfD), der den bürgerfernen Wälzer „voller Allgemeinplätze“ kritisierte. Die Wirtschaft müsse im Fokus des Insek stehen, sagte Sven Morlok (Freibeuter): „Entscheidend sind die Arbeitsplätze, die hier entstehen oder nicht entstehen.“

Von Mathias Orbeck

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