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Stadtpolitik Stadtrat beschließt Wirtschaftspläne für Leipziger Kulturbetriebe
Leipzig Stadtpolitik Stadtrat beschließt Wirtschaftspläne für Leipziger Kulturbetriebe
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07:52 16.11.2017
Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) wies auf die notwendigen Tariferhöhungen hin. (Archiv)  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Leipzig hat seinen guten Ruf auch Kunst und Kultur zu verdanken. Gewandhaus, Oper, Schauspiel und Theater der Jungen Welt (TdJW) ziehen Gäste von weit her an. Allein die großen Häuser lässt die Stadt sich bei einem Kulturbudget von mehr als 145 Millionen Euro (davon über 101 Millionen aus städtischem Etat) rund 88,5 Millionen Euro kosten. Tendenz steigend. Bis 2020 hat der Stadtrat die absehbaren Steigerungen, vor allem für Personal, in einem langfristigen Konzept abgesegnet. Am Mittwochabend wurden die Wirtschaftspläne 2018 für die großen Häuser mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Sie sollen knapp zwei Millionen Euro mehr als 2017 bekommen.

„Wir haben vereinbart, dass den Beschäftigten in den Eigenbetrieben die Tariferhöhungen zustehen“, betonte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke). Diese Summe legt die Stadt drauf. In den Vorjahren mussten Tarifsteigerungen durch Kürzungen im künstlerischen Bereich erwirtschaftet werden. „Das geht nicht mehr, sonst könnten die Häuser weniger Vorstellungen anbieten, hätten weniger Einnahmen, weniger Zuschauer.“ Bereits 2019 soll es höhere Ticketpreise geben.

Kulturbetriebe sind eine wichtige Säule unserer Stadtgesellschaft“

Annette Körner (Grüne), die dem Kulturausschuss vorsteht: „Die Kulturbetriebe sind eine wichtige Säule unserer Stadtgesellschaft und unser weltweites Tablett. Deshalb gab es eine große Mehrheit im Stadtrat, ihnen planerische Sicherheit zu geben.“ Das befreie sie aber nicht davon, sparsam zu wirtschaften. „Zusatzausgaben, die sich nicht erschließen, sehen wir sehr kritisch“, meinte Körner. Bereits im Vorfeld wurde gestritten, ob das Gewandhaus ab 2019 noch 75 .000 Euro zusätzlich bekommt, um das beliebte Open-air-Spektakel „Klassik Airleben“ abzudecken. Denn die Aufwendungen (Sicherheit, Toiletten, Beschallung) sind enorm gestiegen. Die Grünen hatten dies in Frage gestellt und gefordert, dass das Gewandhaus dies selbst erwirtschaften muss (die LVZ berichtete). Entschieden werden muss das aber erst mit dem Wirtschaftsplan 2019.

Andrea Niermann (CDU) bemängelte, dass im September 2016 die langfristige Bezuschussung der Häuser gegen die Stimmen ihrer Partei für die nächsten Jahre zementiert wurde. „Es war der politische Wille, dass sich an der Struktur der Häuser nichts ändert.“ Dabei hätte beispielsweise durch eine gemeinsame Verwaltung von Oper und Schauspiel Geld gespart werden können. Die Kostensteigerung sei außerordentlich bedenklich.

SPD will Oper nicht in Frage stellen

„Gute Musik kostet Geld. Wer auf dem Level wie Leipzig spielt und sich damit schmückt, muss dafür auch zahlen“, sagte Marco Götze (Linke). „Wir haben sehr gut ausgebildete Spezialisten, die auch ihr Geld wert sind.“ Die Linken seien dafür, dass alle Beschäftigten nach Tarif bezahlt werden. „Natürlich achten wir darauf, dass die Häuser ihre Einnahmen steigern.“ Das sieht auch Axel Dyck (SPD) so: „Die Gehälter im öffentlichen Dienst steigen. Da ist es völlig in Ordnung, dass dies auch in den Kulturbetrieben ankommt“, sagte er. Wer das nicht wolle, müsse Häuser wie die Oper grundsätzlich in Frage stellen. „Wir wollen das jedenfalls nicht.“

Von Mathias Orbeck

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