Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Tillich und Dulig wollen in Leipzig mit Flüchtlingen reden
Leipzig Stadtpolitik Tillich und Dulig wollen in Leipzig mit Flüchtlingen reden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 18.06.2015
Martin Dulig (SPD, links) und Stanislaw Tillich (CDU) kommen am Freitag nach Leipzig. Beim 4. Dialogforum wollen sie mit rund 100 Flüchtlingen und Migranten ins Gespräch kommen. Quelle: Leipzig report
Anzeige
Leipzig

„Mir ist wichtig, dass wir miteinander reden und nicht übereinander“, sagt Stanislaw Tillich (CDU). „Dann können wir die Probleme auch miteinander lösen und nicht zu Lasten Einzelner.“ Am Freitag hat sich der Ministerpräsident zusammen mit seinem Stellvertreter, Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), zu einem Dialogforum im Haus Leipzig in der Elsterstraße angekündigt. Gemeinsam mit zehn Landtagsabgeordnetem wollen die Regierungschefs mit rund 100 Flüchtlingen und Migranten ins Gespräch kommen. Auch Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) und der sächsische Ausländerbeauftragte Geert Mackenroth (CDU) sind bei der geschlossenen Veranstaltung dabei.
 
Es ist die vierte Debatte dieser Art, die die Staatsregierung seit Anfang des Jahres unter dem Motto „Miteinander in Sachsen“ durchführt. In Leipzig steht zwischen 15 Uhr bis 18 Uhr erstmals das sensible Thema Asyl und Integration im Mittelpunkt. Die Politiker wollen dabei laut Ankündigung mehr über die Lebenssituation von Ausländern in Sachsen erfahren. „Wir wollen diesmal mit ausländischen Mitbürgern ins Gespräch kommen, über die in den vergangenen Monaten zwar viel gesprochen wurde, aber nie wirklich mit ihnen“, erklärt Dulig. Einige der Menschen würden sich „von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen bedroht und eingeschüchtert“ fühlen, betont der Minister und nimmt damit auch indirekt Bezug auf Pegida in Dresden und seinen Leipziger Ableger Legida.

Politiker schwimmen im Fischglas

Die Gespräche sollen in kleinen Runden an Tischen stattfinden und jeweils zwei bis drei Leitfragen behandeln. Zudem ist eine sogenannte Fishbowl („Fischglas“)-Diskussion geplant, bei der sich alle Teilnehmer im Kreis um ein Podium – in diesem Fall Tillich, Dulig und Köpping – gruppieren und mitreden können. Neben Asylbewerbern seien explizit auch ausländische Studenten, Wissenschaftler und Fachkräfte eingeladen worden, so Dulig. „Wir sollten auch deren Geschichten, Sorgen und Probleme kennen, ernst nehmen und handeln. Schließlich sollen sich alle Bürger, gleich welcher Herkunft, in unserem Land wohlfühlen und sicher leben können“, so der Minister.

Sachsens Grüne kritisieren die seit Januar stattfindenden Dialogforen aufgrund ihres „fehlenden qualifizierten Konzepts“ und werfen den Organisatoren zudem eine wenig transparente Auswertung vor. „Es hat viel zu lange gedauert, bis es beim Dialogforum um die Probleme und Wünsche der Migrantinnen und Migranten geht“, sagte der Fraktionsvorsitzende Volkmar Zschocke am Donnerstag. „Ich bin gespannt, inwieweit die Perspektiven von Flüchtlingen dabei tatsächlich eine Rolle spielen werden. Und ob die Kritik am Umgang mit Asylsuchenden die Chance hat, gehört zu werden“, so Zschocke, der selbst am Forum teilnehmen will.

Die Sächsische Staatskanzlei will via Twitter unter dem Hashtag #Dialogmiteinander live über den Verlauf der Veranstaltung berichten: https://twitter.com/SachsenDe

http://www.dialogforum-sachsen.de

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach wochenlanger Diskussion ist es nun beschlossene Sache: Die Georg-Schumann-Straße wird ab Februar 2016 zwischen Huygensstraße und S-Bahn-Brücke ausgebaut. Eine fraktionsübergreifende Initiative für eine Überarbeitung der Pläne scheiterte am Mittwoch im Stadtrat.

18.06.2015

Nach einem Bericht, der eine gestiegene Zahl von Anschlägen gegen Asylbewerber ausweist, fordern die Leipziger Grünen einen besseren Schutz für Flüchtlinge. Mehrere Kirchvereine laden indes zu einer Informationsveranstaltung zur geplanten neuen Erstaufnahmeeinrichtung in Dösen ein.

17.06.2015

Der Leipziger Stadtrat hat sich am Mittwoch gegen ein Spendenkonto für Asylbewerber entschieden. Die AfD hatte den Vorschlag in die Sitzung eingebracht.

17.06.2015
Anzeige