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Stadtpolitik Über diese Themen entscheidet heute Leipzigs Stadtrat
Leipzig Stadtpolitik Über diese Themen entscheidet heute Leipzigs Stadtrat
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13:56 25.04.2018
Kann der Kohlrabizirkus in Leipzig wieder zur Eishalle werden? Der Stadtrat diskutiert am 18.4. das Thema. Quelle: André Kempner
Leipzig

Am Mittwoch tagt ab 14 Uhr der Leipziger Stadtrat. Unter anderen stehen das neue Bildungs- und Bürgerzentrum Grünau und die Sanierung der Musikalischen Komödie auf der Tagesordnung. Auch über einen millionenschweren Schulbau, eine Kita und neue Wohnungen am Lindenauer Hafen sowie den Jugendamt-Standort Alte Messe muss der Rat entscheiden. LVZ.de gibt einen Überblick.

Eine Eishalle für Leipzig?

Wo spielen die Icefighters Leipzig in der nächsten Saison? Am Mittwoch diskutiert der Stadtrat, ob die Messestadt den Eishockey-Sport zurückholen kann – und gleichzeitig eine öffentliche Eisfläche bekommt. Zur Debatte steht auch ein städtischer Zuschuss von 200.000 Euro. Die Fraktionen der Grünen sieht das skeptisch, SPD, Linke und Freibeuter wollen eine finanzielle Unterstützung aber auf jeden Fall an klare Bedingungen knüpfen.

Musikalische Komödie wird runderneuert

Für rund 7,6 Millionen Euro inklusive Fördermitteln soll Leipzigs Musikalische Komödie runderneuert werden. Von der Bestuhlung im Zuschauersaal über einen höhenverstellbaren Orchestergraben über Bühnentechnik, sanitäre Anlagen bis zur Brandschutz und Außenanlagen reichen die Baumaßnahmen. Zwischen Juli 2019 bis zum Herbst 2020 kann die MuKo als Spielstätte nicht genutzt werden – die Künstler weichen auf Ersatzräume aus. Die Stadt geht in dieser Spielzeit von finanziellen Einbußen von rund 900.000 Euro aus.

Bessere Busverbindungen

Die Buslinie 74 verkehrt seit Dezember 2017 öfter und ist besser an die Linie 76 angebunden. (Archivbild) Quelle: Andreas Doering

Dichterer Takt auf der Buslinie 74/74E und die Verknüpfung mit der Linie 76 – so sollen die S-Bahnhöfe MDR und Völkerschlachtdenkmal sowie Herzzentrum und Parkklinik besser erreichbar sein. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 greifen diese Änderungen. Die Anschubfinanzierung von rund einer Million Euro bis 2020 übernimmt der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Jetzt soll der Stadtrat den rechtlichen Rahmen beschließen, der eine Beauftragung der Leipziger Verkehrsbetriebe beinhaltet. Die Stadt rechnet mit einer deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen. Und so sieht der neue Service aus:

Zwischen Lindenau und Naunhofer Straße fahren die 74/74E montags bis freitags zwischen 6.30 Uhr und 19 Uhr alle zehn statt alle 20 Minuten. In den frühen Morgenstunden und abends bis 21 Uhr kommt der Bus alle 15 Minuten, zuvor warteten Kunden bis zu 30 Minuten.

Außer am Wochenende werden die 74/74E zwischen 6.30 Uhr und 19 Uhr zusätzlich mit der Linie 76 verknüpft: Ab Naunhofer Straße können Fahrgäste mit dieser Linie über die Prager Straße und Probstheida zu den Kliniken in der Strümpellstraße weiterfahren. Die Linie 76 musste für das neue Angebot verlängert werden.

Mehr Platz für die 60. Grundschule

Für 4,6 Millionen Euro soll in Leipzig-Knautkleeberg bis Sommer 2020 ein Erweiterungsbau für die 60. Schule in der Seumestraße 93 entstehen. 2,8 Millionen Euro trägt die Kommune. Das bisherige Gebäude platzt aus allen Nähten und soll mit sechs neuen Unterrichtsräumen endlich komfortabler als dreizügige Grundschule geführt werden. Auch eine Mensa ist geplant – seit 2008 essen der Schüler in einem Container auf dem Schulhof.

Neue Oberschule in Meusdorf

Der Schulstandort Höltystraße (Archivbild) soll zu neuem Leben erweckt werden. Quelle: LVZ

Das alte Schulgebäude in der Meusdorfer Höltystraße soll bis zum Schuljahr 2020/21 als dreizügige Oberschule hergerichtet werden. Ab dem Sommer beginnen die ersten Klassen in einem Vor-Interim: Die Kinder werden zunächst im Wilhelm-Ostwald-Gymnasium unterrichtet. Formal gelten die Klassen bis zur Eröffnung der Schule Höltystraße als Außenstelle der Lene-Voigt-Oberschule. Die Kommune investiert rund 4,5 Millionen Euro.

640.000 Euro für Betreuung in Privat-Kitas

Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Noch immer kann die Kommune das nicht in allen Fällen erfüllen. Dann können Eltern beantragen, dass die Kommune die Betreuung in privaten Kitas übernimmt. Mehr als 140 Fälle hat das Jugendamt derzeit bewilligt, weitere befinden sich in der Warteschlange. Knapp 800.000 Euro wird das die Stadt im laufenden Jahr kosten – rund 640.000 Euro mehr als geplant. Der Rat soll nun die Mehrausgaben bewilligen.

Zieht das Jugendamt auf die Alte Messe?

Das Konzept zur künftigen Unterbringung großer Teile der Stadtverwaltung ist noch in der Schwebe. Vorzugsvariante der Kommune ist ein zentraler Standort auf der Alten Messe, immer spielt die Halle 12 eine Rolle. Schon jetzt soll der Stadtrat zustimmen, dass das Jugendamt mit rund 100 Mitarbeitern auf das Areal in die Messehalle 12 zieht.

Baustelle Halle 12 auf der Alte Messe in Leipzig. Quelle: André Kempner

Die Stadt will zunächst einen Mietvertrag über 15 Jahre abschließen, dafür werden 2019 mehr als 330.000 Euro Kaltmiete fällig. Die Höhe sowie die beste Art der Bündelung von 45 Verwaltungsstandorten im Stadtgebiet ist bei den Fraktionen umstritten. Insgesamt könnten mittelfristig bis zu 2000 Mitarbeiter auf die Alte Messe ziehen. Für ein Großteil der Verwaltung ist die Messehalle 7 in der Diskussion – bisher als Soccerworld Spielstätte vieler Vereine.

Bildungs- und Bürgerzentrum für Grünau

Die Stadt will die Bibliothek Mitte in Grünau zu einem Bildungs- und Bürgerzentrum ausbauen. Die Stadt spricht von einem Leuchtturmprojekt. Darin sollen eine Stadtteilbibliothek, das Bürgeramt, der Stadtteilladen und Angebote der Volkshochschule Platz finden. Der Rat soll dem Standort in der Stuttgarter Allee zustimmen, rund 410.000 Euro stehen dann für die Planung des Projekts bereit. Die Linksfraktion will den Baubeginn per Beschluss auf 2020 festlegen. Die SPD-Fraktion fordert außerdem, dass zeitgleich die Nachnutzung der anderen, dann frei werdenden Bibliotheken geklärt werden muss.

Kita und Wohnungen am Lindenauer Hafen

Die LWB soll auf einem Grundstück am Lindenauer Hafen eine Kita mit 105 Plätzen und 20 mietpreisgebundene Wohnungen errichten. In einem Bau mit fünf Geschossen sollen Zwei- und Vierraumwohnungen für 6,50 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter entstehen, sofern das Förderprogramm des Freistaats greift. Die Kommune unterstützt den Bau mit dem Kita-Grundstückspreis von 560.000 Euro.

Blick von der Lützner Straße zum Lindenauer Hafen. Wohnungsbau zwischen Hafenbecken und Plautstraße, dahinter die Speicherhäuser. Auch eine Kita soll bald auf dem Areal entstehen. Quelle: Armin Kühne

Von Evelyn ter Vehn

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