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Stadtpolitik Umweltschützer: Leipzig muss bald Fahrverbote erlassen
Leipzig Stadtpolitik Umweltschützer: Leipzig muss bald Fahrverbote erlassen
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21:58 15.02.2016
Dieselabgase enthalten besonders viele giftige Stickoxide (Archivbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Dass die Stadt trotz hoher Stickstoffdioxidwerte keine autofreien Tage in Leipzig veranstalten will, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Beim Umweltbund Ökolöwe hieß es, dass Leipzig bald nichts anderes übrig bleiben könnte, als Fahrverbote auszusprechen. Kommunen wie Paris würden dies bereits „als letztes Mittel“ praktizieren. „Wegen der hohen Luftverschmutzung in Deutschland gibt es pro Jahr 70.000 Tote“, sagte Matthias Uhlig vom Projekt nachhaltige Mobilität des Ökolöwen. Die Deutsche Umwelthilfe prüfe deshalb bereits Klagen gegen mehrere deutsche Städte, um die Einhaltung der EU-Grenzwerte zu erzwingen. „Auch Leipzig überschreitet kontinuierlich die Feinstaub-Grenzwerte. Und die Motorisierungsquote wächst mit der steigenden Bevölkerungszahl weiter an. Irgendwann wird es Sanktionen geben, wenn wir die Alternativen zum Autoverkehr nicht stärker entwickeln.“

Der Umweltbund plädiert deshalb für den Aufbau eines guten öffentlichen Nahverkehrs, für den die Stadt wieder mehr Geld zur Verfügung stellt. „Zurzeit bekommen die Leipziger Verkehrsbetriebe jährlich 45 Millionen Euro“, so der Ökolöwe. „Wir müssen wieder zu den 60 Millionen zurückkehren, die die LVB noch vor einigen Jahren erhalten haben.“ Außerdem müsse die Stadt mehr für den Radverkehr tun. „Aktuell investiert Leipzig jährlich einen Euro bis 1,20 Euro pro Einwohner für die Verbesserung der Radfahrangebote“, so Uhlig. Dabei gebe es einen Ratsbeschluss, der fünf Euro vorsehe.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Leipzig sieht dies ähnlich. „Wir sind für die Durchführung autofreier Tage in unserer Stadt, wenn diese mit einem Rahmenprogramm und kostenloser Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs verbunden werden“, betonte Alexander John vom ADFC auf Nachfrage. Denn Erfahrungen hätten gezeigt, dass sich nur wenige Autofahrer an freiwilligen autofreien Tagen beteiligen. „Nachhaltiger wäre eine deutliche Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs, beispielsweise durch günstigere Tarife, höhere Taktfrequenz, den Ausbau des Straßenbahnnetzes, die Verdichtung der Haltestellen und eine barrierefreie Gestaltung der Haltestellen“, so John. Dazu gehöre aber „der politische Wille, diese Maßnahmen auch voranzutreiben“.

Die Leipziger Verkehrsbetriebe erklärten gestern, dass sie jährlich mindestens zwei bis drei Werbekampagnen starten, um die sogenannten wahlfreien Kunden für sich zu gewinnen. Gleichzeitig würden neue Angebote kreiert, die das Umsteigen erleichtern sollen – zum Beispiel neue Mobilitätsstationen oder das Abo-Flex-Angebot, das einen Rabatt von 25 Prozent ermöglicht (die LVZ berichtete). „Aktuell denken wir auch über Zufriedenheitsgarantien nach“, sagte Sprecher Marc Backhaus. „So versuchen wir nicht nur die Aufmerksamkeit auf uns zu lenken, sondern auch mit Attraktivität und moderner Produktpolitik zu überzeugen.“

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