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Wildtiere füttern verboten!

Leipzigs Beiräte fordern Kampagne wie in Berlin Wildtiere füttern verboten!

Kommt die Lösung für Leipzigs Probleme mit Wildtieren jetzt aus Berlin? Wie berichtet, engagiert sich der Stadtbezirksbeirat Südwest seit über einem Jahr bei dem Thema. Die anfängliche Forderung, ein Konzept zum Umgang mit Nutrias, Waschbären, Füchsen oder Wildschweinen zu erstellen, fand bei den Fachleuten der Verwaltung aber wenig Anklang.

Nutria - Schrecken der Schleußiger oder putziger Nager?

Quelle: André Kempner

Leipzig. Kommt die Lösung für Leipzigs Probleme mit Wildtieren jetzt aus Berlin? Wie berichtet, engagiert sich der Stadtbezirksbeirat Südwest seit über einem Jahr bei dem Thema. Die anfängliche Forderung, ein Konzept zum Umgang mit Nutrias, Waschbären, Füchsen oder Wildschweinen zu erstellen, fand bei den Fachleuten der Verwaltung aber wenig Anklang. Diese führten zum Beispiel an, es sei unmöglich, Obergrenzen oder auch nur genaue Zahlen für die einzelnen Bestände zu ermitteln. Denn diese lebten meist versteckt (in Höhlen oder Baumwipfeln), auch schwankten die Populationen witterungsabhängig stark.

Der Stadtbezirksbeirat Südwest ließ jedoch nicht locker. Er überarbeitete seinen Antrag und bat alle anderen Stadtbezirks- und Ortschaftsräte in Leipzig, den neuen Inhalt zu überprüfen und gegebenenfalls zu unterstützen. Ein halbes Dutzend dieser Gremien stimmte dem Antrag seitdem bereits zu. Demnach geht es jetzt nur noch um zwei Punkte:

1) Leipzigs Stadtrat soll „die Notwendigkeit bestätigen, dass seitens der Verwaltung präventiv mittels konzentrierter Informationskampagne zum Fütterungsverbot von Wildtieren und auch durch Kontrollen und Sanktionen von Fehlverhalten vorgegangen werden soll“.

2) „Die Stadt Leipzig nutzt die Erfahrung anderer Großstädte bei der erfolgreichen Information der Bevölkerung über die Folgen von Wildtierfütterungen und geeigneten Gegenmaßnahmen.“ Ausdrücklich wird hierbei auf einen erfolgreichen Info-Flyer der Stadt Berlin zum Fütterungsverbot verwiesen.

Gemäß der Jagdgesetze stellt das Füttern aller jagdbaren Wildtiere – wie Nutria, Waschbär, Fuchs oder Wildschwein – außerhalb von Notzeiten eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern von bis zu 5000 Euro geahndet werden kann. In ihrer Stellungnahme zu dem alten Antrag hatte die Stadtverwaltung aber noch argumentiert, es solle „vordergründig“ nicht mit Strafen gearbeitet werden. Entscheidend sei die Aufklärungsarbeit. Auf der Internetseite der Stadt Leipzig gebe es daher bereits zwei Info-Flyer zu Nutrias und Waschbären. Diese könnten „sukzessiv“ um weitere Wildtierarten ergänzt werden. Wie sich die Verwaltung zu dem neuen Antrag stellt, ist laut einem Sprecher des Umweltdezernates noch offen. Fest stehe aber, dass der Stadtrat schon bald über das Anliegen der Beiräte (die nur Empfehlungen aussprechen können) abschließend entscheiden wird.

Hilfreich dabei wäre tatsächlich ein Blick auf das Faltblatt aus der Hauptstadt. Im Gegensatz zu den langatmigen Leipziger Flyern ist es optisch pfiffig aufgemacht (siehe rechts) und bringt die wichtigsten Informationen sehr kurz und knapp formuliert auf den Punkt. „Füttern gefährdet die Gesundheit der Wildtiere“ heißt es da einleitend auf einem großen Warnschild. Zur Erklärung folgt: „Das ohnehin reichhaltige Nahrungsangebot in Gärten, Parkanlagen oder aus Mülleimern und Komposthaufen wird mit dem bewussten Füttern durch den Menschen noch verbessert. Verfügen die Tiere von Natur aus über zahlreiche Strategien, mit Futterknappheit fertig zu werden, so bringt sie unsere Fürsorge doch in konfliktträchtige und gefährliche Situationen im Dschungel der Großstadt.“ Denn: „Sie verlieren die angeborene Scheu und verursachen damit eine Vielzahl von Problemen.“

Der Nahrungsüberfluss erzeuge eine unkontrollierte Vermehrung, Infektions- und Stoffwechselkrankheiten bei den Tieren, Aggressivität und Beißunfälle, Schäden in Gärten und Friedhöfen, Ruhestörungen und Geruchsbelästigungen, mehr Wildunfälle auf den Straßen. Dagegen helfe nur: „Keine Wildtiere füttern! Essensreste für Wildtiere unerreichbar entsorgen, Picknickreste beseitigen und Grillplätze sauber verlassen, Speisereste nicht auf den Kompost werfen (sondern in die Biotonne), Mülltonnen erst kurz vor dem Leeren raus stellen, keine Gartenabfälle in der Umgebung abladen, Haustiernahrung für Wildtiere unerreichbar aufstellen.“ Und: „Sagen Sie’s auch Ihren Nachbarn!“

BU: Mit dieser witzigen Zeichnung weckt die Senatsverwaltung in Berlin Aufmerksamkeit für ihr Info-Faltblatt zum Thema Füttern von Wildtieren – ein Vorbild auch für Leipzig?

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