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Stadtpolitik Wilhelm-Leuschner-Platz: Stadtrat ebnet Weg für Markthalle
Leipzig Stadtpolitik Wilhelm-Leuschner-Platz: Stadtrat ebnet Weg für Markthalle
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00:30 01.06.2015
Der alte Bebauungsplan-Entwurf für den Leuschnerplatz stammt von den Architektur-Professoren Petr Pelcak und Andreas Wolf. Er sieht im Westen einen großen Platz und im Osten drei Baufelder vor. Quelle: Entwurf
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Leipzig

Wie berichtet, übten im vergangenen Jahr die wichtigsten Leipziger Architektenverbände massive Kritik an dem Entwurf der Verwaltung. Dieser beruhe auf einem Leitbild von 2010, das nicht mehr zeitgemäß sei. Als rasant wachsende Stadt könne es sich Leipzig heute nicht mehr leisten, etwa die Hälfte der sechs Hektar großen City-Brache als Freifläche zu belassen. Obendrein sei das Freiheits- und Einheitsdenkmal am Standort Leuschnerplatz nun vom Tisch.

Die Architekten forderten unter anderem auch eine Bebauung über der City-Tunnel-Trasse. Dies wäre technisch möglich, aber recht teuer. Das Baudezernat von Bürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) lud die Kritiker schließlich ein, ihre Ansichten den Stadträten zu erläutern. Danach nahmen sich die Ratsfraktionen drei Monate Bedenkzeit. Nun liegt das Ergebnis dieses Prozesses vor.

Demnach wollen CDU, Linke und Grüne, die 49 der 70 Stimmen im Stadtrat stellen, den Entwurf der Verwaltung weiterhin unterstützen. Er basiere auf einer Werkstatt mit sechs Architekturbüros und zwei Bürgerforen, erinnerte Tim Elschner (Grüne) in einer Stellungnahme. Seiner Fraktion sei der zeitnahe Bau einer Markthalle an ihrem historischen Standort „eine Herzensangelegenheit“. Die anderen Baufelder könnten wie geplant für Wissenschaftseinrichtungen und „vor allem auch bezahlbaren Wohnraum“ genutzt werden. Da im stark wachsenden Leipzig eine weitere Verdichtung der City absehbar sei, halte die Grünen-Fraktion „an der Idee eines großzügigen öffentlichen Freiraumes westlich der Markthallenstraße fest“.

Ähnlich sieht es die Mehrheit der Linken-Fraktion, erklärten deren Stadträte Franziska Riekewald und Siegfried Schlegel. „Die große Platzlösung ist nötig, um genügend Fläche für Feste und Veranstaltungen, andererseits Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität und Spielmöglichkeiten zu schaffen.“ Die drei Baufelder sollten per Einzelwettbewerb entwickelt werden, um eine Kleinteiligkeit der Gestaltung zu erreichen.

Gleich zwölf Korrekturen fordert die CDU. So lehnt sie die vorgesehenen Arkaden als untypisch für Leipzig ab. Die aus ihrer Sicht zu große Freifläche könnte durch Solitärbauten neben der S-Bahn-Trasse reduziert werden, dafür in der verlängerten Leplaystraße noch ein kleiner Platz entstehen. Diese Dinge ließen sich zügig durch einen städtebaulichen Wettbewerb klären, der auf den alten Bebauungsplanentwurf aufgesattelt wird, sagte Stadträtin Sabine Heymann.

Das Baudezernat wolle nun die Positionen auswerten und „gleich nach der Sommerpause“ dem Stadtrat einen Vorschlag zum weiteren Verfahren unterbreiten, so Sprecher Roland Quester.

Alle Parteien dankten den engagierten Architekten für ihre Hinweise. Die SPD (14 Sitze) hat sich laut Stadtrat Mathias Weber von den Argumenten der Kritiker überzeugen lassen. Sie würde für den Bebauungsplan lieber einen neuen, internationalen Wettbewerb starten.

Jens Rometsch

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