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Stadtpolitik Zweiter Anlauf: Skadi Jennicke zur Leipziger Kulturbürgermeisterin gewählt
Leipzig Stadtpolitik Zweiter Anlauf: Skadi Jennicke zur Leipziger Kulturbürgermeisterin gewählt
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09:33 17.01.2017
Leipzigs neue Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Leipzig hat eine Kulturbürgermeisterin: Skadi Jennicke von der Linksfraktion wurde am Donnerstag in einer Sondersitzung der Ratsversammlung gewählt. Sie setzte sich mit 39 Stimmen gegen den Historiker Matthias Vogt (CDU) durch. Vogt erhielt 20 Stimmen, eine abgegebene Stimme war ungültig. Außerdem gab es vier Enthaltungen.

Für Jennicke war es eine Wahl im zweiten Anlauf, dabei hatte sie sich beim Rats-Votum am 18. Mai bereits im ersten Wahlgang mit 41 von 69 Stimmen durchgesetzt. Vogt bekam damals als Mitbewerber lediglich 23 Stimmen, Thomas Kumbernuß (Die Partei) ging leer aus. Dann kam die kalte Dusche: Da Jennicke als Ratsmitglied an der Abstimmung teilgenommen hatte, lag ein Verstoß gegen die Verfahrensvorschriften vor - die Wahl war ungültig.

7000 Euro an Sitzungsentgeld würden nun fällig, weil die Wahl wiederholt werden musste, kritisierte CDU-Stadträtin Andrea Niermann. Die Wahl hätte besser vorbereitet werden müssen, monierte sie. "Ich bin außerdem überzeugt, dass bei Linke, SPD und Grünen seit einem Jahr feststeht, dass Dr. Jennicke Kulturbürgermeisterin wird", so Niermann weiter. Das Auswahlverfahren sei deshalb überflüssig gewesen und zeuge von Respektlosigkeit gegenüber den Bewerbern. Eine Ausschreibung hätte genügt, sagte sie.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wies zurück, dass das Verfahren auf nur eine Bewerberin zugelaufen sei. In der Findungskommission habe es man sich intensiv mit den Kandidaten beschäftigt. Als Ergebnis seien dem Rat drei Anwärter vorgeschlagen worden. Jung bedauerte allerdings persönlich, dass die Befangenheitsklausel bei der ersten Wahl nicht berücksichtigt worden war. Diesmal hatte Jennicke gemäß § 20 der Sächsischen Gemeindeordnung Befangenheit erklärt und den Saal vor der Wahl verlassen.

Skadi Jennicke übernimmt nun für die kommenden sieben Jahre die Amtsgeschäfte von Michael Faber (parteilos). Bereits im Mai hatte sie angekündigt, einen runden Tisch von Kulturschaffenden, Verwaltung und Politik einzurichten. Als dringlichste Aufgaben sieht sie die Modernisierung des Naturkundemuseums, die Anpassung der Richtlinien zur Finanzierung der Freien Szene und die Regelung eines Zuschussrahmens für die großen städtischen Kulturhäuser an.

Kurzvita von Skadi Jennicke

Skadi Jennicke wurde 1977 in Leipzig geboren. Sie studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig und arbeitete in Dresden, Halle, Frankfurt und Leipzig an verschiedenen Theaterhäusern. Jennicke arbeitet sei 2003 als Lehrbeauftragte an der Leipziger Musikhochschule Felix Mendelssohn Bartholdy. Die 38-Jährige ist verheiratet und hat drei Kinder.

Seit 2009 engagiert Jennicke sich als Stadträtin und kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion in Leipzig. Seit der Zeit ist sie auch wissenschaftliche Mitarbeiterin der Linken-Landtagsabgeordneten Cornelia Falken. Einblick in die lokalen Mechanismen der Kulturpolitik bekommt sie auch als Mitglied im Fachausschuss Kultur und im Betriebsausschuss Kulturstätten. Von 2012 bis 2013 verstärkte Jennicke außerdem die Stadtrats-Arbeitsgruppe "Strukturelle Entwicklung der Leipziger Eigenbetriebe Kultur", die nach dem Actori-Gutachten gegründet wurde.

Die 38-Jährige vertritt den Stadtrat außerdem in der Eigentümerversammlung "Grassi-Museum" und wirkte in Auswahl- und Findungsgremien mit, die unter anderem für die Intendanz des Schauspiels, die Direktion des Naturkundemuseums und das Thomaskantorat zuständig waren.

Evelyn ter Vehn

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