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Stadtpolitik Annährung an Pegida: Leipzigs AfD distanziert sich von Aussagen ihres Vorsitzenden
Leipzig Stadtpolitik Annährung an Pegida: Leipzigs AfD distanziert sich von Aussagen ihres Vorsitzenden
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11:29 20.01.2016
Demonstration von Pegida und Legida am 11. Januar 2016 in Leipzig.  Quelle: LVZ
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Leipzig

Der Vorstoß des Leipziger AfD-Kreisvorsitzenden Siegbert Droese mit einer beabsichtigten Annäherung an Pegida und Legida vom Dienstag war offenbar ein Alleingang. Der AfD-Kreisverband distanzierte sich am Mittwoch von den Äußerungen Droeses. "Es handelt sich nur um die persönliche Meinung unseres sehr geschätzten Kreisvorsitzenden", teilte Vorstandsmitglied und Pressesprecher Ralf Nahlob mit. Der AfD-Kreisverband habe bisher zu keinem Zeitpunkt eine Abstimmung oder einen Vorstandsbeschluss zu einer Annäherung getroffen. "Wir respektieren Legida/Pegida als Protestplattform und Möglichkeit zur Ausübung der Meinungsfreiheit für unzufriedene oder besorgte Bürger. Sicherlich sind ein Teil der mutigen Teilnehmer von Pegida treue AfD-Wähler, auch schon vor dem Aufruf von Frau Tatjana Festerling", erklärte Nahlob weiter.

Droese hatte sich wesentlich deutlicher geäußert. „Die Leipziger AfD begrüßt den beabsichtigten Schulterschluss“, so der Kreisvorsitzende in einer Mitteilung. Als konkreten Schritt könne sich die AfD „eine gemeinsame Großdemonstration in Leipzig“ vorstellen.

Die AfD in Leipzig sehe in Pegida/Legida „eine Bereicherung des politischen Diskurses. Über Botschaften, Ziele und Persönlichkeiten der Bündnisse könne man streiten, heißt es in der Erklärung des Kreisverbands. „Die Demo-Teilnehmer des Bündnisses sind Bürger Sachsens, welche ein Grundrecht unseres Landes in Anspruch nehmen.“

Am Montag hatte Pegida-Rednerin Festerling bei der Kundgebung in Dresden gesagt: „Einzige Opposition in Deutschland ist die Straße, das sind wir, das ist Pegida und das ist die AfD.“ Sie forderte die Anhänger des fremden- und islamfeindlichen Bündnisses auf, bei den Landtagswahlen im März in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt die Wahlurnen „qualmen“ zu lassen.

Am Montagabend grenzte Alexander Gauland, AfD-Fraktionschef in Brandenburg, sich und die Partei allerdings gegen Tatjana Festerling ab. In der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ betonte er: „Frau Festerling ist bei Pegida, ich nicht.“ Angesprochen auf den Wahlaufruf durch Festerling stimmte Gauland sinngemäß Moderator Frank Plasberg zu, dass er sich gegen diese Art Wahlhilfe nun nicht wehren könne. Er erinnerte aber auch daran, dass er schon früher gesagt habe: „Wir sind nicht mit Pegida verbunden. Aber die Menschen, die dort mitdemonstrieren, und die die Ängste haben, das sind unsere natürlichen Verbündeten.“

Teile der Redebeiträge von Festerling am Montag in Dresden und am 11. Januar bei der Legida-Kundgebung in Leipzig beschäftigen mittlerweile die Justiz. Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) sagte außerdem der Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe), Pegida habe die Maske fallen lassen. Die Bewegung sei nicht nur ausländerfeindlich, sondern rufe „jetzt auch zu Gewalt gegen andere auf“.

Von lyn

 

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