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Unternehmen Leipziger Zulieferer HQM: Seit 25 Jahren auf Erfolgskurs
Leipzig Unternehmen Leipziger Zulieferer HQM: Seit 25 Jahren auf Erfolgskurs
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22:00 04.12.2018
Blick auf Kleinteile für die Automobilproduktion: Von solchen Getriebeteilen für Fahrzeuge werden von HQM in jedem Jahr jeweils Stückzahlen von zwei bis zehn Millionen hergestellt. Quelle: HQM
Leipzig

Von 16 auf rund 1000 – ein gigantischer Aufschwung. Die Leipziger Härterei und Qualitätsmanagement GmbH (HQM) verfügt mit dieser faktischen Versechzigfachung ihrer Mitarbeiterzahl über ein tolles Aushängeschild. Eine enorme Entwicklung. „Darauf sind wir auch sehr stolz“, meint Siegfried Krüger selbstbewusst. Der Gründer des Unternehmens und frühere Chef leitet jetzt den Aufsichtsrat.

Seit genau 25 Jahren hält er bei HQM sozusagen die Fäden in der Hand. Ein Vierteljahrhundert Erfolgsgeschichte. Und die wird am Nikolaustag mit einer würdigen Feier mit 400 Gästen ihren Höhepunkt finden.

Natürlich hat Krüger wesentlichen Anteil daran, dass sich sein Betrieb in der vergangenen Zeit so toll gemausert hat. 1993 übernahm er die Härterei des ehemaligen Getriebewerks Leipzig von der Treuhand per Management-Buy-Out. Seit 2001 ist Michael Köppe Mitgesellschafter der HQM und leitet als Geschäftsführer deren Zentrale.

Dabei war der Anfang alles andere als ein Zuckerschlecken. „Wir mussten uns natürlich erst im neuen Wirtschaftssystem etablieren“, erinnert sich der gebürtige Cottbusser, der seit 1963 in Leipzig lebt. „Wie unsere Umsätze zeigen, ist uns dieser Schritt mehr als gelungen.“

Inzwischen ist aus dem 16-Mann-Betrieb die HQM-Gruppe mit sechs Firmen geworden. Sie erwirtschaftet in diesem Jahr Erlöse in Höhe von 140 Millionen Euro. „Und wir sind selbstverständlich profitabel“, fügt Roland Schüttpelz hinzu, nennt allerdings keine konkreten Zahlen.

Der aus dem Rheinland stammende Vize-Aufsichtsratschef sieht das Unternehmen als längst etablierten Dienstleister für die Branchen Autoindustrie, Luftfahrt, Motorsport sowie Guss- und Schmiedetechnik. Das Angebotsspektrum reicht dabei vom Härten von Bauteilen über Industriedienstleistungen wie Werkstoffprüfung, Qualitätsmanagement, Messtechnikarbeiten bis hin zur Fertigung von Bremsdruckleitungen für die Fahrzeughersteller.

„20 Millionen Meter solcher Leitungen fertigen wir im Jahr. Das reicht für mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge“, erklärt Schüttpelz, der wie Krüger engagierter Fußball-Fan ist. Beide brennen übrigens für Borussia Mönchengladbach.

Aber auch Leitungen für Partikelfiltersysteme kommen aus dem Hause HQM, das Firmenableger in Chemnitz, Zwickau, Wuppertal, Büren (beide NRW), Massen sowie Tröbitz (beide Brandenburg) hat.

800 Abnehmer zählen zu den HQM-Kunden, allein in der Härtesparte 30 bis 40 größere. „An erster Stelle stehen die Autohersteller VW und BMW“, sagt Krüger. Aber auch das Neue Zahnradwerk Leipzig sei einer der Hauptkunden.

Der in den vergangenen 25 Jahren geschaffte Aufstieg soll sich fortsetzen. „Selbstverständlich wollen wir weiter zulegen“, betont der Aufsichtsratschef, der sich in Chemnitz zum Diplomingenieur für Werkstofftechnik qualifizierte, später in Dresden promovierte und dann im Leipziger Getriebewerk landete – und nun allein an diesem Standort 150 Mitarbeiter beschäftigt.

„Bislang sind wir vor allem in Deutschland und Europa präsent“, betont Schüttpelz. Das werde auf Dauer nicht reichen. Denn beispielsweise der Fahrzeugabsatz „dürfte in den nächsten Jahren in den USA und Europa stagnieren“, schätzt der Aufsichtsrats-Vize ein.

Aber in China und dem restlichen Asien „geht die Post ab“. Dort mitzumischen sei aber gar keine so leichte Sache. „In China etwa müssen 90 Prozent der Autoteile aus der Fertigung vor Ort kommen. Sonst werden Zölle von durchschnittlich 20 Prozent auf die Preise draufgeschlagen.“

Das würde jede deutsche Firma faktisch aus dem Markt schlagen. Deshalb befinde sich HQM bereits in Verhandlungen mit einem chinesischen Partnerunternehmen, das dort bereits einen Standort betreibt. Auch Kooperationsmöglichkeiten mit deutschen Herstellern, die in China fertigen, „haben wir im Blick. Wenn das klappt, ist uns das sogar lieber.“

Es sei ja kein Geheimnis, dass die Chinesen gern westliche Technologien nachahmen. Zugleich stelle sich die HQM-Gruppe auf technische Veränderungen ein. Ihre Edelstahlleitungen, wie sie für Partikelfiltersysteme produziert werden, „sind künftig auch in E-Autos denkbar“, meint Schüttpelz – zur Kühlung der Batterie.

Seine Wachstumsstrategie formuliert Krüger kurz und prägnant: „Unser bisheriges Leitwort war: Vorsprung durch Wissen und Können.“ Das hätte gut funktioniert. Für die nächsten Jahre hat er allerdings ein neues in petto. Es heißt „Wachstum und Innovation“. HQM müsse sich den Herausforderungen der Globalisierung stellen.

„Das heißt, sich international aufzustellen, ist angesagt“, so der Unternehmensgründer. „Ohne Wachstum – kein Geld für Innovationen. Ohne Innovationen – kein Wachstum.“ Die Folge wäre, ist Krüger überzeugt, sich zum Billiglieferanten zu entwickeln, der zwangsläufig eines Tages vom Markt verschwinde. Technologischer Vorsprung sei anzustreben.

„Mit unseren Produkten Integralgelenk – es stabilisiert das Fahrwerk der Autos – und Bremsleitung haben wir weltweite Spitzentechnologien entwickelt“, betont Krüger.

Dies zu schaffen, gelingt nicht ohne Weitsicht. Die hat sich der Grandseigneur von HQM wohl schon in Jugendjahren erworben. Bereits mit 20 Jahren absolvierte Krüger seine Prüfung als Lokführer und war dann mit Reichsbahnzügen auf der Strecke zwischen Cottbus und Berlin unterwegs. Heute steuert er ein anerkanntes Unternehmen in die Zukunft.

Von Ulrich Langer

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