Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Unternehmen Marketingpreis für Leipziger Gewandhaus
Leipzig Unternehmen Marketingpreis für Leipziger Gewandhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 03.11.2016
Christian Fanghänel, Katharina Bott und Andreas Schulz (v.l.) vom Gewandhaus freuen sich über den Marketingpreis. Quelle: Leipzig report
Leipzig

Die Bewerbung hatte die Jury überrascht. Zum einen, weil man nicht damit gerechnet hatte, dass sich ausgerechnet das altehrwürdige Gewandhaus so gründlich hinterfragen würde. Zum anderen, weil die systematische Selbst-Durchleuchtung geradezu mustergültig betrieben wurde. Zu diesem Ergebnis kamen zumindest die Juroren des 19. Leipziger Marketingpreises unter der Leitung von Manfred Kirchgeorg, Professor an der HHL und Lehrstuhl-Inhaber für Marketing-Management. Das Gewandhaus ist Sieger des Wettbewerbs; 31 Bewerbungen waren eingereicht worden, so Marketingclub-Chef Professor Georg Donat. Direktor Andreas Schulz, Marketingchef Christian Fanghänel und Mitarbeiterin Katharina Bott nahmen den „Schlüssel zum Erfolg“, eine Skulptur aus Meissener Porzellan, mit zu ihrem Team. Denn das hat eine besondere Aktie an der Auszeichnung, wie Kirchgeorg betonte.

Die Mitarbeiter seien in den gesamten Prozess einbezogen worden, der 2013 begann. Damals standen zunächst diese Fragen: Wieso stagniert die Auslastung, wieso sinken Abo-Zahlen und Erlöse? Dann ging es in die Tiefe: Was ist das Gewandhaus, wofür steht es? Erstaunliche Erkenntnis: „Es gab eine gewisse Unschärfe, der Markenkern war nicht klar definiert“, erläuterte Kirchgeorg. Bei den weiteren Schritten kamen die Mitarbeiter ins Spiel, bei der Arbeit an den Zielen und Zielgruppen, dem Leitbild, der neuen Identität („Wahre Freude ist eine ernste Sache.“). „Markenführung fängt innen an“, betonte Kirchgeorg, der sich auch erstaunt zeigte, dass die selbsterklärten Ziele von sehr betriebswirtschaftlicher Natur sind. Andreas Schulz hält das für unabdingbar – angesichts abschmelzender künftiger Zuschüsse – etwa durch den auslaufenden Solidarpakt. Das Gewandhaus arbeite zwar nicht gewinnorientiert, aber es sei eben doch ein Unternehmen und müsse darauf achten, seinen wirtschaftlichen Beitrag zu leisten. Mit einer Eigenfinanzierungsquote von 54 Prozent spiele das Gewandhaus ganz vorne mit. Nach außen sichtbare Ergebnisse der strukturierten Marketingaktion: neues Beschwerdemanagement, verändertes Erscheinungsbild. Doch auch hier galt: Das Design wurde aus dem Gewandhaus heraus entwickelt; Formen und Farben finden sich auch im Gewandhaus wieder, kommen nicht aus dem Baukasten einer Agentur. Das Gesamtpaket überzeugte dann also: „Man hätte ja sagen können: Die Tradition wird auch in Zukunft unser Erfolg sein“, sagte Manfred Kirchgeorg. „Aber wir wissen ja: die Welt ändert sich...“

Den Sonderpreis „Neue Medien“ der Sparkasse Leipzig (2000 Euro für Online-Weiterbildung) bekam Christoph Mätzold, der mit seinem Online-Shop für Orthopädieschuhe nebst Online-Konfigurator den Beweis antreten will: Individualität und Passgenauigkeit sind auch im E-Commerce möglich. Den Sonderpreis „Junioren“ des Baufachhandels Rothkegel (je 2000 Euro) teilen sich das Startup Nureo mit dem Denk-Getränk „Neuronade“ (erfolgreiches Low-Budget-Marketing) und die Wohnschule von Azubis der LWB (Anleitung von jungen Mietern in Fragen von Haushaltsmanagement, Miet- und Betriebskosten). Den neuen Sonderpreis der Handwerkskammer zu Leipzig (1000 Euro) bekam die Firma NEL Neontechnik Elektroanlagen Leipzig (neue Weihnachtsbeleuchtungs- und Media-Systeme).

Von Björn Meine

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige