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Autohersteller experimentieren mit Abo-Modellen

Fahren mit Flatrate Autohersteller experimentieren mit Abo-Modellen

Der Handyvertrag mit Flatrate, Fernsehen und Heimkino auf Abruf - und die Musik kommt vom Streaming-Dienst. Abo-Modelle sind weit verbreitet. Auch die Autohersteller experimentieren damit. Was bringt das dem Kunden?

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Für den Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer sind Auto-Abos unter anderem «Testballons» und Marketingversuche, dem Fahrzeughandel ein wenig Sex-Appeal zurückzugeben.

Quelle: Jan Schürmann/dpa-tmn

Göteborg/Duisburg. Musik aus dem Streamingdienst im Abo? Machen viele. Das Smartphone mit Flatrate nutzen? Logisch. Und das Auto - auch im Abo möglich? Zumindest experimentieren einige Autohersteller mit solchen Vertriebsmodellen.

Monatliche Fixbeträge für einzelne Modelle oder die ganze Modellpalette sollen Kunden locken und ihnen den Wechsel erleichtern. "Die Autoindustrie muss sich bewegen und ihre Produkte auch in Zeiten des autonomen Fahrens irgendwie attraktiv halten, um sie an den Kunden bringen", sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Von den bisherigen Angeboten in dieser Richtung ist er aber noch nicht ganz überzeugt.

Wie unsicher die Unternehmen noch sind, zeigt der kleine Maßstab, mit dem sie starten. So bietet etwa Porsche das Programm Passport an. Dabei kann man mit den Paketen Launch und Accelerate auf diverse Porsche zugreifen und per App jederzeit das Auto tauschen. Das Abo wird monatlich abgeschlossen und ermöglicht Fahrzeugwechsel, unbegrenzte Kilometer und On-Demand-Zugriff auf bis zu 22 Porsche-Modelle, teilt der Hersteller mit. Doch die Sache hat zwei Haken: Erstens kosten die Pakete 2000 oder 3000 Dollar im Monat. Und zweitens gibt es sie zunächst nur in den USA im Großraum Atlanta.

Ebenfalls jenseits des Atlantiks wollen auch BMW und Mercedes in diesem Jahr mit ersten Tests solcher Abo-Modelle beginnen, haben die Vertriebsverantwortlichen im Januar angekündigt. Ob und wann diese Dienste auch in Deutschland starten, haben sie dabei offengelassen.

Cadillac indes hat in einem Pilotprojekt für den Großraum München das System Book für Deutschland angekündigt. Für eine noch nicht näher spezifizierte Monatspauschale sollen Kunden Zugriff auf ein knappes Dutzend Modelle vom Geländewagen Escalade bis zur Corvette haben. Die Auswahl trifft man auf dem Smartphone, die Überführung zum Einsatzort übernimmt ein Concierge-Service, erläutert Sprecher René Kreis.

Bei Volvo startet mit dem Geländewagen XC40 eine Flatrate-Lösung namens Care by Volvo, wie Firmenchef Hakan Samuelsson erläutert. Zu einer fixen Monatsrate seien Kunden alle 24 Monate in einem neuen Volvo unterwegs. Zusätzliche Kosten für Steuern, Versicherungen, Reparaturen oder Winterbereifung fielen nicht an. Für den Firmenchef ist dies "das Mobilitätsmodell für die heutige Zeit".

Dudenhöffer hält solche Angebote eher für Marketing-Aktionen. "Aber im Leasing-Geschäft ist die Idee nicht neu." Die Angebote mit einem spontanen Wechsel vom Cabrio zum SUV oder dem Sportwagen klängen zwar gut, seien aber in der Regel keine Schnäppchen. "Da holt man sich die Wunschautos deutlich billiger lieber bei Bedarf vom Vermieter."

Auch mit dem Leasing darf man solche Angebote nicht verwechseln, sagt Marketing-Experte Franz-Rudolf Esch. Denn außer den monatlichen Zahlungen gibt es keine Gemeinsamkeiten. Der Fokus beim Leasing liegt auf einem Modell, die Flatrate ermöglicht die Wahl aus allen Modellen eines Herstellers und auch den Wechsel bei Erscheinen eines neuen Modells. Das seien klare Vorteile, die man als Kunde allerdings teuer erkaufen müsse. So ist das Einstiegsabo bei Porsche fast dreimal so teuer wie das Leasen eines Boxsters.

Dennoch sind die Hersteller laut den Experten gut beraten, solche Konzepte auszuprobieren. "Was wir heute sehen, sind nur Testballons", sagt Dudenhöffer. "Aber die Zukunft heißt car on demand und wird richtig spannend."

dpa

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