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Aktuelles Kein Stress im Tunnel - Anhalten ist nur im Notfall erlaubt
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16:40 09.10.2015
Verschärfte Anforderungen an den Autofahrer - im Tunnel ist erhöhte Konzentration gefordert. Wenden und rückwärtsfahren sind tabu. Quelle: Martin Schutt
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München (dpa/tmn) - Mit dem Auto durch einen längeren Tunnel zu fahren, empfinden manche Autofahrer als Stress. Und der verstärkt sich noch, weil das Licht am Ende des Tunnels zunächst meist nicht sichtbar ist, sagt Ralf Wulf, Experte für Tunnelsicherheit bei der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau.

Sabine Behr vom ADAC rät Autofahrern, die sich bei Tunneldurchfahrten unwohl fühlen, gut durchzuatmen. Sei die Angst sehr groß, sind Alternativstrecken ohne Tunnel zu empfehlen. Daneben gilt als oberstes Gebot bei Tunnelfahrten, ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten. Tabu ist, zu wenden oder rückwärts zu fahren. Anhalten ist nur im Notfall erlaubt. Über die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Tunnel informieren Verkehrsschilder vor der Einfahrt. Und schon vorher sollte man das Abblendlicht einschalten.

Kommt es im Tunnel zu einem Verkehrsunfall, sollten Autofahrer den Warnblinker einschalten. "Wichtig ist, dass dann trotz Stillstands eine Gasse für Rettungsfahrzeuge gebildet werden kann", erläutert Wulf. Der ADAC rät außerdem, bei Stau den Motor abzustellen, im Fahrzeug zu bleiben und den Verkehrsfunk einzuschalten. Wer eine Scheibe öffnet, bekommt schneller mit, wenn wie im Hamburger Elbtunnel die Leitzentrale mit Durchsagen über die Lautsprecheranlage informiert. Damit sind direkte Ansagen in den einzelnen Röhren möglich, erläutert Andree Poggendorf von der Hansestadt Hamburg.

Ist man als Fahrer selbst von einer Panne betroffen, sollte man versuchen, mit eingeschalteten Warnblinkern die nächste Parkbucht zu erreichen. "Ist das nicht möglich, sollte das Fahrzeug am äußersten rechten Fahrbahnrand abgestellt und durch ein Warndreieck abgesichert werden", empfiehlt Wulf. Muss das Auto zurückgelassen werden, sollte der Wagen offen bleiben und die Zündschlüssel im Zündschloss. Das erleichtert Rettungskräften die Arbeit.

Nahezu alle modernen Tunnel werden inzwischen von den Netzbetreibern abgedeckt, so dass Handys funktionieren. "Das bedeutet, dass auch nicht mehr mobile Personen jederzeit Hilfe holen können", sagt Wulf. Im Tunnel selbst empfiehlt es sich aber für alle mobilen Verkehrsteilnehmer, den Not- oder Hilferuf über die vorhandenen Tunnelkommunikationssysteme abzusetzen. Das habe den Vorteil, dass die Rettungs- und Einsatzkräfte dann exakt über den Einsatzort informiert sind und schneller vor Ort sein können.

Überholen ist nicht generell verboten. "Es gibt lange, in eine Richtung mehrspurige Tunnel, in denen es durchaus möglich und sogar sinnvoll sein kann, die Fahrspur zu wechseln und zu überholen", meint Ralf Wulf. Mehrfache Spurwechsel sollten aber vermieden werden. "In Straßentunneln mit Gegenverkehr ist das Überholen aber ein absolutes No-Go", betont Wulf.

Wie auch der jüngste ADAC-Tunneltest gezeigt hat, sind die Straßentunnel heute deutlich sicherer als noch vor 10 oder 20 Jahren. Verbesserungsmöglichkeiten aber gibt es immer noch, vor allem seien viele Tunnel noch nicht barrierefrei, sagt Wulf. Bei Tunnelneubauten könnten zwar Aspekte wie Bordsteinabsenkungen und stufenfreie Rettungswege berücksichtig werden, für bestehende Tunnel jedoch seien so umfangreiche Umbaumaßnahmen oft finanziell kaum zu stemmen.

dpa

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