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09:36 13.04.2018
Prüfen lassen: Viele Fachhändler bieten Fahrradchecks an, bei denen die Werkstatt das Fahhrad unter die Lupe nimmt. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
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München

Verdreckt, verstaubt und eingerostet - so sehen manche Fahrräder nach der Winterpause aus. Bevor es im Frühling wieder losgeht, ist daher ein kurzer Check angesagt.

Am Anfang steht eine gründliche Wäsche: "Es reicht aus, mit Wasser, Spüli und einem Haushaltsschwamm den Winterdreck abzuwaschen", sagt David Eisenberger vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV). Er warnt davor, einen Hochdruckreiniger zu nutzen - er kann Schaden anrichten.

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Mit einer Luftpumpe mit eingebautem Manometer können Radler den Schlauch mit dem exakten Druck aufpumpen.

Im Anschluss sind wichtige Teile zu überprüfen. "Der kleine Pflegedreiklang lautet: Kette, Reifen, Bremse", so David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad. Nach dem Reinigen freut sich die Kette über Öl. Ob sie es nötig hat, sieht man an orangen Rostflecken. Und man hört es, wenn es beim Fahren quietscht. "Wird die Kette nicht gewartet, kann sie reißen oder brechen", warnt Eisenberger.

Beim Reifen kommt es auf den richtigen Luftdruck an. "Ist zu wenig Luft drinnen, kann der Reifen kaputt gehen. Außerdem verändern sich die Fahreigenschaften", sagt Koßmann. "Auf der Reifenflanke ist der richtige Luftdruck abzulesen." Überprüfen kann man ihn, indem man mit dem Daumen in den Reifen drückt. "Regelmäßige Radfahrer entwickeln meist ein gutes Gefühl für den richtigen Druck", sagt Martin Utz vom Bayerischen Radsportverband. Alternativ gebe es Fahrradpumpen mit eingebautem Manometer.

Sinnvoll ist der Blick auf Risse und das Reifenprofil, auch wenn es im Gegensatz zum Auto keine gesetzlich vorgeschriebenen Profiltiefe gibt. "Ein Reifen ist endgültig abgefahren, wenn schon die darunterliegende Gewebeschicht stellenweise sichtbar wird", erklärt Utz. Feine Risse - auch zahlreiche - an der Reifenflanke seien aber grundsätzlich noch kein Grund zur Sorge. "Wer unsicher ist, sollte zur Fahrradwerkstatt und nachfragen", rät Koßmann. Einen Werkstattcheck für 40 bis 60 Euro hält er für sinnvoll.

Ein erstes Zeichen für Probleme mit der Bremse ist es, wenn sie nicht mehr leichtgängig ist. "Im Falle der Felgenbremse kann der Zug festgerostet sein", erklärt Koßmann. Die Züge verbinden den Bremshebel am Lenker mit der Bremse auf der Felge. Dringt Nässe in die nicht vollständig ummantelten Züge ein, entsteht Rost. Ein weiteres Indiz ist es, wenn Radler die Bremshebel bis zum Lenker komplett durchdrücken können. "Dann sind wahrscheinlich die Bremsbeläge verschlissen", so Koßmann.

"An modernen Rädern können viele Arbeiten heute nur noch mit Spezialwerkzeugen erledigt werden", sagt Utz. Scheibenbremsen zum Beispiel erfordern eine sehr exakte Montage und Ausrichtung, die sich mit Haushaltswerkzeug nicht mehr bewerkstelligen lässt. Auch bei Reparatur- und Montagearbeiten an leichten Alu- und Carbonrahmen sei Vorsicht geboten. Anbauteile wie Lenker, Lenkervorbau, Sattelstütze würden durch zu fest angezogene Schrauben schnell beschädigt.

"Viele moderne Felgen haben Verschleißindikatoren", sagt Utz. Das ist eine Rille, teilweise sogar farbig eingefärbt, die die komplette Felge auf Höhe der Bremsbelege umläuft. Ist dieser Marker nicht mehr zu sehen, ist die Felge schon so stark abgerieben, dass sie bersten kann. "Sie darf dann nicht mehr genutzt werden."

Felge, Reifen, Kette, Züge oder Bremsbelag seien austauschbare Verschleißteile und kein Problem, sagt Eisenberger. Wann lohnt sich eine Reparatur nicht mehr? "Bei sehr billigen Fahrrädern, wie sie häufig in Bau- und Supermärkten zu Preisen auch unter 200 Euro angeboten werden, ist oft schon der Austausch von Antriebsteilen nicht mehr wirtschaftlich", erklärt Utz. Auch bei einem gebrochenen Rahmen lohne eine Reparatur unter Umständen nicht mehr.

dpa

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