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Aktuelles Wie Einparken seinen Schrecken verliert
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04:55 26.10.2018
Elektronischer Diener: Per Smartphone-App fährt der Wagen beim Valet-Parken, an dem Volvo arbeitet, allein in seinen Parkbereich und stellt ihn in einem Übergabebereich auf Wunsch wieder zur Verfügung. Foto: Volvo
Stuttgart

Beim Einparken fährt sie bei vielen mit: Die Angst, an einem anderen Auto entlang zu schrammen - zumindest bei jenen, die keinen Parkassistenten in ihrem Wagen haben. Solche Systeme, die es inzwischen selbst in Kleinwagen gibt, machen das Rangieren zum Kinderspiel.

Und das ist erst der Anfang: Schon jetzt legen viele Oberklasse-Autos die letzten Meter fahrerlos zurück. Und geht es nach den Herstellern, fahren die Autos bald komplett allein zum Stellplatz - automatisiertes Valet-Parken also.

Kameras auch in der Kleinwagenklasse

Waren es anfangs die piependen und blinkenden Radar- und Infrarot-Sensoren in den Stoßfängern, sind mittlerweile Kameras die wirkungsvollste und deshalb gebräuchlichste Hilfe. Nach hinten schauen sie bis in die Kleinwagenklasse, teurere Fahrzeuge haben oft auch vorne eine Kamera, und bei immer mehr Modellen werden so auch die Seiten überwacht. Der Bordcomputer komponiert daraus ein Bild, das den Wagen und seine Umgebung aus der Vogelperspektive zeigt, erklärt Alexander Sellei von Nissan. Bei dem japanischen Hersteller ging ein solches System namens Birdview schon früh in Serie.

Elektronische Einparkhilfen

Immer öfter übernehmen das Rangieren aber mittlerweile elektronische Einparkhilfen: Egal ob längs oder quer zur Fahrbahn, erkennen Fahrzeuge wie der VW Tiguan nach Angaben von Volkswagen-Sprecher Christian Buhlmann eine freie Lücke. Einmal ausgewählt, muss der Fahrer nur noch Gas geben und bremsen, während die Elektronik lenkt.

Im neuen Nissan Leaf wird dem Menschen selbst diese Aufgabe noch abgenommen, sagt Sellei: Dort reduziert sich die Aufgabe des Fahrers auf das Drücken eines Knopfes, mit dem man das System überwacht und die Verantwortung übernimmt.

Noch weiter geht BMW bei seinen neuen Modellen. Sie merken sich automatisch die letzten 50 bis 100 Meter ihrer Fahrt und können diese auf Knopfdruck bei mäßigem Tempo in umgekehrter Reihenfolge abspulen, so BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Wer sich also mit Autos wie dem X5 oder dem 8er zum Beispiel in einem engen Parkhaus in die Zwickmühle bringt, wird so automatisch wieder befreit.

Rangieren per Autopilot

In der Oberklasse muss man beim Parken nicht einmal mehr im Fahrzeug sein: Autos wie der Audi A8 kommen dann beispielsweise in eine enge Garage, wenn der Fahrer draußen steht und den Vorgang nur noch am Handy überwacht, erläutert Audi-Sprecher Josef Schloßmacher.

Was aktuell nur auf eine Distanz von wenigen Metern und ohne große Lenkbewegungen funktioniert, soll künftig so komfortabel werden wie Valet-Parken, erläutert Volvo-Sprecher Michael Schweitzer. Dafür arbeitet der Hersteller an einem System, bei dem man seinen Wagen an der Einfahrt zum Parkhaus oder zur Tiefgarage in einer Übergabezone abstellt und einfach aussteigt. "Während die Insassen dann schon auf dem Weg zum Abendessen sind, rangiert der Autopilot den Wagen auf einen freien Parkplatz und stellt ihn später wieder bereit, wenn das Essen vorbei ist und der Wagen über das Smartphone angefordert wird", beschreibt Schweitzer die Pläne.

Automatisiertes Valet-Parken

Noch ist automatisiertes Valet-Parken Zukunftsmusik. Pilotprojekte gibt es aber schon, etwa am Flughafen Hamburg vom VW-Konzern oder im Parkhaus des Mercedes-Museums in Stuttgart von Bosch und Daimler. Und der Zulieferer Continental hat die Serienreife für so ein System bis zum Jahr 2022 angekündigt. Sie alle wollen damit nicht nur den Komfort für die Fahrer erhöhen, sondern versprechen auch einen Gewinn für die Städte: Weil autonom geparkte Autos enger zusammenrücken und insgesamt weniger Platz beanspruchen.

Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenorganisation KÜS hält automatisiertes Parken für greifbarer als den Autopiloten für Überlandstrecken oder den Stadtverkehr: "Das automatisierte Valet-Parken könnte deutlich schneller kommen, weil man sich dort technisch wie juristisch in einem einfacheren Rahmen bewegt", sagt der Experte.

Geparkt werde in der Regel auf privatem Gelände, wo die Straßenverkehrsordnung allenfalls eingeschränkt gelte, der Geschwindigkeitsbereich sei niedrig, die Strecken könnten genau erfasst werden und mögliche Begegnungen mit anderen Fahrzeugen oder Fußgängern seien stark eingeschränkt - erst recht, wenn ganze Parkhausebenen oder Tiefgaragen fürs Roboterparken reserviert wären.

dpa

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