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Der Leipziger Andreas Pankau fährt eine Woche lang elektrisch

e-Auto-Test Der Leipziger Andreas Pankau fährt eine Woche lang elektrisch

Andreas Pankau testet für die LVZ sieben Tage lang den neuen e-Golf von Volkswagen. Die erste Testfahrt in der Stadt liegt hinter ihm. Der Zahnarzt zieht ein positives Fazit, äußert aber auch Kritik.

Leonie Tristram übergibt Andreas Pankau im Auftrag von VW den Schlüssel zum neuen e-Golf.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Der Anfang ist gewöhnungsbedürftig: Anstatt wie in seinem Auto den Schlüssel herumzudrehen, muss Andreas Pankau im e-Golf einen Startknopf drücken. Etwas unwillig folgt er dieser Aufforderung und rollt schließlich durch das Leipziger Waldstraßenviertel. Es ist die erste kurze Probefahrt mit dem Elektroauto. Pankaus erster Eindruck: „Gefällt mir.“

Eine Woche lang wird der Leipziger Zahnarzt den e-Golf auf seine Alltagstauglichkeit testen. Am Sonnabend übergab Leonie Tristram im Auftrag von VW das Fahrzeug an den LVZ-Tester. Die 21-Jährige erklärte zunächst die wichtigsten Funktionen des Autos, das im Durchschnitt eine Entfernung von 200 Kilometern schafft. 136 PS, Höchstgeschwindigkeit 150 Kilometer pro Stunde, Verbrauch: etwa 13 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometer.

Elektroauto ist leiser als sein Diesel

Pankau rollt durch sein Wohngebiet. Der e-Golf fahre sich wie ein normales Auto mit Automatik-Getriebe, sagt er, aber im Grunde nicht anders als ein Benziner. Doch einen Unterschied hat er bemerkt: die Lautstärke. „Das Elektroauto ist viel leiser als mein Audi.“

Was ist CCS und Rekuperation? Die wichtigsten Begriffe rund um das Elektroauto

In seinem Auto, einem Diesel, dreht Pankau die Musik immer sehr laut, um die Motorgeräusche zu übertönen. Das e-Auto aber ist praktisch nicht zu hören. Für Fahrradfahrer und Fußgänger sei das sicherlich ungewohnt. „Sie hören ja sonst, wenn ein Auto kommt.“ Wer will, kann bei VW gegen Aufpreis ein künstliches Motorengeräusch dazu bestellen. Das wäre Andreas Pankau allerdings zu albern.

Die erste Testfahrt führt durch das Leipziger Waldstraßenviertel

Die erste Testfahrt führt durch das Leipziger Waldstraßenviertel.

Quelle: Kempner

Der Zahnarzt tritt aufs Gaspedal, das Auto beschleunigt zügig. Es fährt jetzt im normalen Modus. Um Energie zu sparen bietet der e-Golf zwei weitere Varianten an. Beim „Eco“-Modus nutzt er nur noch 70 Prozent der Energieleistung, bei „Eco plus“ ist er noch sparsamer, dann wird beispielsweise die Sitzheizung ausgeschaltet, das Auto schafft nur noch maximal 95 Kilometer pro Stunde.

Beim „Eco Plus“- Modus spart das Auto am meisten Energie

Beim „Eco Plus“- Modus spart das Auto am meisten Energie.

Quelle: Dirk Knofe

Pankau testet jetzt diesen krassen Energiesparmodus und ist überrascht, wie langsam das Fahrzeug auf einmal beschleunigt. Die Grünphase an der Ampel schafft er nicht mehr. „Dann fährt er ja an wie ein Moped, da bleibt der Fahrspaß auf der Strecke“, findet der Testfahrer, lacht und stellt den Hebel zurück auf normales Fahren.

Navi im Golf zeigt zwar Route an, aber keine Ladesäulen

Eine weitere Besonderheit zu einem benzinbetriebenen Auto: Wenn Pankau den Schalthebel auf „Batterie-Modus“ stellt, kann das e-Auto Energie zurückgewinnen, die beim Bremsen entsteht. Das Ganze nennt man Rekuperation und soll dabei helfen, die Reichweite zu vergrößern. 295 Kilometer zeigt das Display aktuell an. Der Akku ist fast voll. Noch keine Not, Strom zu tanken.

Gründlicher Tester

Gründlicher Tester: Andreas Pankau wirft am Anfang auch mal einen Blick unter die Motorhaube des e-Autos.

Quelle: Dirk Knofe

VW hat dem Tester eine Ladekarte mitgegeben. Mit Hilfe einer App fürs Handy kann er so die nächstgelegene Stromtankstelle finden. Die Krux: Die Anwendung zeigt nicht alle, sondern nur die mit VW kooperierenden Ladestationen an. Eine begrenzte Auswahl. Auch das im Auto integrierte Navi kann zwar Routen planen, zeigt aber nicht den Weg zur nächsten Ladestation an. „Dabei wäre gerade das wichtig“, kritisiert Pankau.

Mehr Spaß bereitet dem Technikfreund das Digitalradio, das er ohne Schwierigkeiten mit seinem Handy verbindet. Paul Kalkbrenners Beats wummern jetzt aus den Lautsprechern. Pankau mag solche Spielereien, freut sich auch über das Display des Navigationsgeräts, das die Halle des Gondwanaland im Leipziger Zoo originalgetreu darstellt.

Am Dienstag erste Fahrt zur Arbeit nach Chemnitz

An Fahrgefühl und Ausstattung habe er bisher nichts auszusetzen, so der Tester. „Das einzige ist die Reichweite und das Laden.“ Er ist gespannt, ob die Fahrt zu seiner Arbeit „tadellos funktioniert“. Der Oralchirurg pendelt fast täglich von Leipzig ins Klinikum nach Chemnitz. Hin und zurück fährt er dabei 170 Kilometer. Am Dienstagmorgen wird er das erste Mal mit dem e-Auto dorthin fahren. Da die Klinik keine Ladestation hat, überlegt er, es dort an die Steckdose anzuschließen.

Zum Schluss dreht Pankau noch eine Runde auf der Autobahn, dann steuert er das Auto ins Waldstraßenviertel, findet schließlich einen Parkplatz. Die erste Testfahrt mit dem Elektroauto ist beendet. Jetzt hat er sich schon daran gewöhnt: keinen Schlüssel abziehen, sondern den Stopp-Knopf drücken.

Mehr rund um das Thema e-Autos lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Gina Apitz

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