Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
e-Auto-Test Leipziger macht’s vor: e-Autovermietung Strominator auf Erfolgskurs
Mehr Auto & Verkehr e-Auto-Test Leipziger macht’s vor: e-Autovermietung Strominator auf Erfolgskurs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:01 18.05.2017
Fährt ganz von allein: Der Tesla Model S. Wenn es nicht gerade Demonstrationszwecken dient, wie hier von Stefan Moeller vorgeführt, sollten die Hände dennoch am Lenkrad bleiben. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Es ist ein Geschäftsmodell, bei dem jeder e-Auto-Skeptiker wohl mit dem Kopf schüttelt. Eine Autovermietung, die nur Elektrofahrzeuge anbietet? Das rentiert sich doch nicht!

Stefan Moeller beweist das Gegenteil. Es begann „mit der Decarbonisierung des eigenen Lebensstils“, inzwischen ist der Mitbegründer des Leipziger Start-Ups Strominator gut im Geschäft. „In Deutschland hat es bei e-Fahrzeugen noch nicht Klick gemacht. Unsere Nachbarländer haben vorgemacht, dass es auch anders geht.“ Hierzulande seien e-Autos noch immer ein „großes, fremdes Wesen, mit dem wir die Leute langsam vertraut machen möchten.“

Von zwei auf 60 Autos gewachsen – in einem Jahr

Im Mai 2016 mit zwei Autos gestartet, stehen nach der Fusion mit einer Partnervermietung unter dem Dach der CYX mobile KG allein in Leipzig mittlerweile 15 Fahrzeuge zur Auswahl, markenübergreifend von Hyundai, BMW über Renault und Nissan bis hin zu Tesla: „Die meisten im Dauergebrauch“, wie Moeller bekräftigt. Andere Standorte befinden sich in Arnstadt, Dresden, Berlin und München, weitere sind in Stuttgart, Hamburg und Frankfurt im Aufbau. Der Fuhrpark von Strominator umfasst inzwischen mehr als 60 Fahrzeuge.

Als kleines Schmankerl hat Moeller am Leipziger Übergabestützpunkt in der Blankenburger Straße eine eigene Ladestation errichtet. Kosten: Etwa 1000 Euro. Nun kann hier jeder seinen Elektrowagen laden, ohne Zahlen zu müssen. „Allerdings wird um eine Spende gebeten“, teilt der 41-Jährige freundlich mit.

Stefan Moellers ganz eigene e-Auto-Ladestation in der Blankenburger Straße in Leipzig. Quelle: Dirk Knofe

Gewerbetreibende nutzen e-Transporter

Die Preise für die Leihe liegen freilich ein klein wenig höher als für einen Benziner oder Diesel: Je nach Modell fallen zwischen 200 und 300 Euro pro Woche – etwa 50 bis 100 mehr als für die Leihe eines einfachen Benziners – an. Dafür gibt es aber 600 Kilometer inklusive, kürzere oder längere Zeiträume sind ebenfalls möglich. Ein kleines Highlight sind die e-Transporter, die Strominator im Angebot hat. Die werden vor allem für gewerbliche Zwecke in Anspruch genommen, weitere Kunden kommen aus der Kommunalverwaltung von Markranstädt.

Natürlich ist auch Moeller selbst überzeugter e-Autofahrer. Sein Tesla Model S manövriert er per Handy-App aus der Garage, wobei er lediglich das Tempo bestimmt: Der Wagen erkennt – wie beim teilautonomen Betrieb im normalen Straßenverkehr – Fahrspur und Abstand zum Vordermann selbst. Diese Fernsteuerung ist aber „mehr als nur ein Spielzeug für große Jungs: Wir haben einen querschnittsgelähmten Kunden, für den diese Funktion äußerst praktisch ist, wenn er mal zugeparkt worden ist.“

Technik pur: Der Tesla Model S kommt statt Knöpfen in der Mittelkonsole mit einem 17-Zoll Touch-Display und Sprachsteuerung aus. Quelle: Dirk Knofe

Prognose: In zwei Jahren für Privatkunden etabliert

Der endgültige Durchbruch der elektrischen Autos ist für Moeller nur eine Frage der Zeit. Dank sinkender Kosten und einem geringen Wartungsaufwand werden e-Fahrzeuge, so seine Prognose, noch in diesem Jahr für den gewerblichen Sektor interessant werden. In spätestens zwei Jahren wird es dann auch für Privatkunden attraktive Angebote geben. Hier müssten sich vor allem die deutschen Hersteller mehr ins Zeug legen, bevor ihnen die amerikanische, europäische und asiatische Konkurrenz davon fährt.

Noch mehr rund um die e-Mobilität lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Christian Neffe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über fünf Stunden ist Andreas Pankau unterwegs, um seine Großmutter im mecklenburgischen Malchow zu besuchen. Etwa 300 Kilometer legt er mit dem e-Auto für eine Strecke zurück und weiß am Ende des Tages: Solche Entfernungen sind eine „harte Nummer.“

18.05.2017

Ohne Strom nix los: Testfahrer Andreas Pankau hat das e-Auto an einer Ladesäule der Leipziger Stadtwerke aufgetankt. Drei Stunden dauert es, bis der Akku des e-Golfs voll ist. Der Vorteil: Der Strom ist hier gratis.

16.05.2017

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut Dresden arbeiten die Leipziger Verkehrsbetriebe an diesem Pilot- und Forschungsprojekt. Ein erster Schritt in Richtung vollständiger Elektromobilität im Öffentlichen Personennahverkehr.

16.05.2017