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Aktuelles Billigkopien von Markenprodukten erkennen
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17:40 30.05.2018
Georg Tryba arbeitet bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Quelle: Verbraucherzentrale NRW
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Elchingen/München

Markenprodukte zu Schnäppchenpreisen – das klingt gut. Und tatsächlich findet sich in Schlussverkäufen und Sonderaktionen das ein oder andere Stück, das drastisch reduziert ist.

Leider steckt nicht immer das Original dahinter, sondern eine täuschend echte Kopie mit schlechter Qualität. Das kann man erkennen, wenn auch schwer. Das wichtigste Kennzeichen: Markenware dürfte trotz aller Rabatte immer noch einen beachtlichen Preis haben. Kosten die Designertasche oder der ersehnte Marken-Sneaker wesentlich weniger als die Hälfte des Originalpreises, ist Vorsicht angebracht.

"Alles, was erfolgreich am Markt ist, wird gefälscht", sagt Christine Lacroix von der Aktion Plagiarius in Elchingen. Die Vereinigung vergibt jährlich den Negativpreis Plagiarius für besonders dreiste Produktkopien. In diesem Jahr ging der erste Preis an die chinesische Fälschung eines Küchen-Schneidegerätes. "Die Qualität des Plagiats hat nichts mit dem Original zu tun", erklärt Lacroix. "Die Schneidklingen der Fälschung sind stumpf und brechen leicht, der verwendete Kunststoff enthält gesundheitsschädliche Substanzen."

Oft sieht die Kopie dem Original zum Verwechseln ähnlich, sagt Günther Häring von der Generalzolldirektion in München. Neben dem Preis ist etwa bei Elektroartikeln ein fehlendes Prüfkennzeichen ein Hinweis. Auch minderwertige Verpackungen und fehlende Garantiezertifikate sollten Käufer stutzig machen. "Aber das alles muss nicht sein. Die Fälschungen werden immer besser", erklärt Häring. Bei manchen Waren merkt man erst im Gebrauch, das etwas nicht in Ordnung ist.

Und auch der Preis ist nicht unbedingt ein sicheres Indiz. "Zwar werben Fälscher gern mit Schnäppchenpreisen, aber sie wissen auch, dass die Kunden misstrauisch werden, wenn die Ware allzu günstig ist", erläutert Lacroix. "Deshalb setzen sie den Preis gern etwas höher an, damit die Leute keinen Verdacht schöpfen." Häring ergänzt: "Es kommt sogar vor, dass die Fälschung zum selben Preis angeboten wird wie das Original."

Stutzig machen sollte zum Beispiel auch der Verkaufsort. Es ist weithin bekannt, dass in Urlaubsländern auf der Straße und am Strand oft mit billigen Markenkopien gehandelt wird. Aber auch in Deutschland sind Fälschungen zu finden, zum Beispiel auf Märkten.

Aber der größte Marktplatz für Fälschungen und Plagiate ist mittlerweile das Internet. "Da gibt es viele schwarze Schafe", konstatiert Häring. Die Maschen sind unterschiedlich. Oft werden die Fälschungen auf Websites mit Fotos von den Originalherstellern präsentiert. "Wer solch ein Angebot anklickt, bekommt nur einen billigen Abklatsch", berichtet der Produktexperte vom Zoll. Oder er geht vollkommen leer aus.

Für den Verbraucher ist es nicht einfach zu erkennen, ob er sich auf einer echten Website des Herstellers oder Händlers befindet oder ob es sich um einen Fake-Shop handelt. Es sind teilweise Kopien real existierender Websites. Sie wirken daher seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen.

Es gibt hierfür eine einfache Faustregel: Kein Kauf, ohne das Impressum zu prüfen. "Sind keine Angaben zum Verkäufer zu finden, sollte man generell die Finger davon lassen", rät Häring. "Aber auch Rechtschreibfehler im Impressum und auf der Website können auf unseriöse Anbieter hinweisen."

Tryba rät: "Besteht der Verdacht, dass es sich um eine Fälschung handelt, können Verbraucher Kontakt zum Händler oder zum Hersteller des Markenprodukts aufnehmen." Manche Markenfirmen geben auf ihren Webseiten auch Hinweise, woran man Originalware erkennen kann.

Und man sollte das Schwarm-Wissen des Netzes nutzen: "Hilfreich sind Nutzerbewertungen", sagt Lacroix. "Schlechte Bewertungen, aber auch ausschließlich überschwängliche Bewertungen sollten einen misstrauisch werden lassen. Auch ein ungewöhnlicher Domainname oder Domainendungen wie "to" können Hinweise darauf sein, dass dort keine Markenartikel verkauft werden." Thyra rät außerdem: "Immer auf eine sichere Bezahlweise achten und niemals in Vorkasse gehen."

dpa

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