Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Insekten-WG - Wie Krabbeltiere und Menschen zusammenleben

Immobilien Insekten-WG - Wie Krabbeltiere und Menschen zusammenleben

Die heimischen vier Wände gelten als Rückzugsort. Dabei kämpfen im Innern vielbeinige, tierische Mitbewohner ums Überleben. Wo Sie sich den Wohnraum vermutlich mit Käfer & Co teilen müssen, zeigt eine aktuelle Studie.

Voriger Artikel
Eigentümer oder Mieter müssen Herbstlaub räumen
Nächster Artikel
Thermographie an kalten Wintertagen sinnvoll

Egal ob sauber oder unordentlich, Insekten sind in fast jedem Haushalt vorhanden.

Quelle: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

San Francisco. Gruseln Sie sich vor kleinen Krabbeltieren und wohnen im Erdgeschoss? Dann sollten Sie jetzt ganz stark sein: Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Insekten, Spinnen und andere Krabbler bevorzugt in den unteren Geschossen von Häusern kreuchen und fleuchen.

Die Wissenschaftler hatten das in 50 Häusern der Stadt Raleigh in North Carolina untersucht. Besonders für Dachgeschossbewohner hält die Studie, die im Fachmagazin "Scientific Reports" veröffentlicht ist, Erbauliches bereit. Je höher das Stockwerk, desto weniger und desto weniger unterschiedliche Tierchen gedeihen, teilen die Forscher mit. Ein Befund, den Thomas Loose vom Bundesverband der Schädlingsbekämpfer bestätigt. "Den fliegenden Insekten ist die Etage egal. Aber gerade die Fußläufigen finden wir vor allem im Erdgeschoss."

Insekten leben in menschlichen Behausungen, seit es diese gibt. "Einmal eingedrungen, tendieren sie dazu, den neuen "Insel"-Lebensraum zu kolonisieren und sich im Haushalt zu verbreiten", teilen die Forscher der California Academy of Sciences und des dänischen Museums für Naturgeschichte, das zur Uni Kopenhagen gehört, mit.

Neben "festen" Mitbewohnern des Menschen gebe es "Streuner", die sich nur vorübergehend ins Hausinnere verirrten, aber auch solche Tiere, die quasi als Wandler zwischen Welten zwischen draußen und drinnen pendelten. Demnach bilden die Insekten in Wohnungen und Häusern richtige Ökosysteme aus - mit Nahrungsketten aus Jägern und Gejagten.

"Wir denken gerne, wir sind in unseren Häusern von der Außenwelt geschützt, aber während wir unserem Alltag nachgehen, können sich direkt neben uns wilde ökologische Dramen ereignen", sagt Misha Leong von der kalifornischen Wissenschaftsakademie. "Wir beginnen erst, zu verstehen, wie das Heim, das wir uns schaffen, zugleich ein komplexer Innen-Lebensraum für Käfer und andere Lebewesen ist."

Doch die Wohnvorlieben der Krabbeltiere hängen nicht nur von der Stockwerksnummer ab. Demnach mögen sie es nicht nur erdbodennah, sondern legen anscheinend auch Wert auf Bewegungsfreiheit. So fanden die Forscher mehr unterschiedliche Insekten, Käfer und Spinnen in großen Räumen als in kleinen.

Daneben schienen Teppichböden die vielbeinigen Mitbewohner stärker zu locken als glatte Böden. Auch zwischen der Zahl der Fenster und der Zahl der verschiedenen Krabbeltiere in einem Raum stellten die Forscher einen positiven Zusammenhang fest. "Je mehr verschiedene Eintrittspunkte, also Fenster und Türen, es gibt, desto vielfältiger ist die Gemeinschaft, die im Inneren gedeiht" , sagt die Insektenforscherin Michelle Trautwein.

Auch mit Vorurteilen räumt die Studie auf. So war der Artenreichtum in Messi-Haushalten nicht ausgeprägter als in besonders ordentlichen Wohnungen und Häusern. Haustiere oder Pflanzen hatten ebenfalls keinen nennenswerten Einfluss auf die Diversität der Krabbeltier-Gemeinde. Den größten Einfluss habe die Natur vor der Haustür. Wo es draußen viele Insekten und andere Kleintiere gebe, verlegten auch mehr Tiere ihren "Lebensmittelpunkt" in die Haushalte von Menschen.

Trotzdem könnten Menschen, die in mit Teppichen ausgelegten Erdgeschosswohnungen mit großen Räumen und vielen Fenstern wohnen, am Ende die Gewinner sein: "Auch wenn die Idee von unerwünschten Insekten-Mitbewohnern wenig reizvoll klingt, könnten Krabbeltiere letztlich einen Beitrag zur Gesundheit leisten", sagt Trautwein: "Die Beweise verdichten sich, dass es einen Zusammenhang zwischen vielen modernen Krankheiten und einem Mangel an Kontakt mit Biodiversität und Mikroorganismen gibt." Ein Mangel, den eine üppige Krabbeltier-Kolonie in den eigenen vier Wänden beheben helfen könnte.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Finden Sie auf lvz-immo.de - dem Immobilienportal der LVZ - Ihre neue Wohnung in Leipzig! mehr

Wimmelbild: Knacken Sie das spannende Mystery-Rätsel um tückische Feen und schusselige Hexen im Spieleportal von LVZ.de ! mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr