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15:13 18.05.2018
Die Betten vieler Teenager sind vermutlich schmuddeliger als die Schlafplätze von Schimpansen. Das legt zumindest eine US-Studie nahe, die die Laubbetten der nächsten Menschenverwandten untersuchte. Quelle: Stephen Morrison
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Raleigh

Die Schlafstätten von Schimpansen sind überraschend

sauber. Das legt eine US-Studie nahe, die die Laubbetten der nächsten

Menschenverwandten untersuchte.

Die Vielfalt der Mikroben in den Schimpansen-Nestern unter freiem

Himmel war demnach zwar größer als in Menschenbetten. Aber es gab

dort kaum Bakterien, die von Haut, Mund oder Fäkalien des Schläfers

stammen, berichtet Meghan Thoemmes von der North Carolina State

University im Journal "Royal Society Open Science". Beim Menschen

stammen 35 Prozent der Bakterien in Betten aus diesen drei Quellen,

bei den Schimpansen nur 3,5 Prozent. Die meisten in den Nestern kamen

aus dem Wald. Angaben über die absoluten Mikroben-Vorkommen macht die

Studie jedoch nicht.

In Tansania hatten Thoemmes und Kollegen Mikroben-Proben von 41

Schimpansen-Nestern gesammelt. 15 dieser Schlafstätten wurden

zusätzlich auf Spinnen, Zecken oder Flöhe untersucht. "Wir hatten

erwartet eine bedeutende Zahl von Gliederfüßer-Parasiten darin zu

entdecken, aber nichts da", sagte Thoemmes. In den Nestern fanden

sich insgesamt nur vier einzelne Parasiten.

Ein Grund dafür: Schimpansen machen täglich ihr Bett frisch - indem

sie es im Baum komplett neu bauen. Sie achten außerdem darauf, sich

sorgfältig über den Rand des Nestes hinaus auf die Erde hinab zu

erleichtern. Trotzdem überraschte es die Forscher, in den

Schlafstätten so gut wie keine Fäkal-Bakterien zu finden. "Es gibt

viele Hinweise dafür, dass sich solche Bakterien im Fell ansammeln",

so Thoemmes.

Der Evolutions-Mikrobiologe Jonathan Eisen (University of California)

ergänzte in einem Interview, es erscheine zwar eklig, als Mensch in

einem Bakterien-Nest zu schlafen. "Aber in seinen eigenen Mikroben zu

sitzen ist normalerweise kein Problem für die Gesundheit." Da sei das

Schlafen in einem Bett, in dem schon viele Andere gelegen hätten,

schon unangenehmer - "wenn man den Mikroben ausgesetzt ist, die schon

durch ein anderes Individuum hindurchgegangen sind."

Dennoch ist die Begegnung mit Umweltbakterien für Menschen nicht per

se gefährlich - oft ganz im Gegenteil. Viele Studien bringen etwa die

steigende Zahl von Autoimmunerkrankungen und Allergien damit in

Verbindung, dass Menschen weniger Boden-Bakterien, sprich Schmutz,

ausgesetzt sind. "Diese Verbindungen zu verlieren, hat negative

Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden", ergänzt

Thoemmes.

dpa

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