Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles So zaubern Sie aus Maronen ein leckeres Gericht
Mehr Essen & Trinken Aktuelles So zaubern Sie aus Maronen ein leckeres Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 19.09.2018
Durch die Hitze im Backofen springt die Schale der Esskastanien auf. Quelle: Franziska Gabbert
Tegna

Frisch geröstet und noch heiß - Maronen sind in der kalten Jahreszeit ein Seelentröster. Doch Maronen, auch bekannt als Edel- oder Esskastanien, schmecken an grauen Tagen nicht nur als gesunder, weil mineralstoff- und vitaminreicher Snack. Sie lassen sich auf vielfältige Weise zubereiten.

Einst waren Edelkastanien ein Grundnahrungsmittel. Im gemahlenen Zustand wurde mit ihnen ein Teil des Mehls ersetzt, das Grundlage fürs Brotbacken war. Heutzutage gelten Maronen als eine Delikatesse. "Man isst sie nicht jeden Tag", sagt die Kochbuchautorin Erica Bänziger aus Tegna in der Schweiz.

Von den Bäumen gefallene Maronen zu sammeln, macht auch heute noch Spaß. Aber Achtung: Edelkastanien dürfen keinesfalls mit den in Deutschland weit verbreiteten Rosskastanien verwechselt werden. Rosskastanien sind nicht genießbar. Esskastanien wachsen an Bäumen, die bis zu 30 Meter hoch werden. An ihnen hängen stachelige Hüllen, in denen sich bis zu drei Kastanien befinden. Jede Esskastanie hat eine braune Schale mit einem haarigen Auslauf am spitzen oberen Ende - die ungenießbaren Rosskastanien haben diese Merkmale nicht.

Im September und Oktober ist es soweit: Die stacheligen Hüllen platzen auf und plumpsen auf den Boden. "Wer sie aufhebt, sollte darauf achten, dass sie dicht und prall sind und weder Beschädigungen noch Löcher haben", erklärt der Kochbuchautor Frank Löser aus Göhren bei Schwerin. Ist dies nicht der Fall, sind die Kastanien womöglich wurmstichig - und damit nicht genießbar.

Aufgesammelte Esskastanien sollte man schnell verarbeiten. "Man kann sie höchstens wenige Tage liegen lassen", sagt der Ludwigshafener Küchenmeister Kurt Henkensmeier. Er ist Jugendwart im Landesverband Rheinland-Pfalz des Verbands der Köche Deutschlands (VKD).

Bevor es endlich ans Zubereiten geht, müssen Hobbyköche die Esskastanien erst einmal schälen. "Das ist aufwendig, aber es lohnt sich", findet Bänziger. Zunächst wird die Schale kreuzweise bis aufs Fruchtfleisch eingeritzt - am besten mit einem kleinen, scharfen Messer. Im Backofen werden die Maronen bei 200 Grad etwa 20 Minuten geröstet, bis die Schale aufgesprungen ist. Dann entfernt man mit einem Messer die Schale und die pelzige Haut darunter.

Esskastanien schmecken auch in einem Pasta-Gericht. Dazu schneidet Bänziger eine Zwiebel und schneidet sie in feine Ringe. Zusätzlich schält und hackt sie eine Knoblauchzehe. 700 Gramm Kürbis schälen und in kleine Stücke schneiden. Jetzt Zwiebeln und Knoblauch in zwei Esslöffel Olivenöl andünsten, den Kürbis, 300 Gramm geschälte Kastanien und vier Esslöffel Sultaninen kurz mitdünsten.

Je einen Teelöffel milden Curry und getrockneten Thymian sowie einen halben Teelöffel scharfen Curry drüberstreuen. Dem Ganzen je eine Prise Kurkuma, geriebene Muskatnuss und Paprikapulver hinzufügen. 50 Milliliter Weißwein und 200 Milliliter Gemüsebrühe angießen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis der Kürbis und die Kastanien weich sind. Alles abschmecken. Zwischenzeitlich 250 Gramm Bandnudeln in Salzwasser al dente kochen, abgießen und die Nudeln mit dem Kastanien-Kürbis-Gemüse vermengen.

Aus Kastanien lässt sich auch gut Marmelade kochen, sagt Löcher. Sein Rezept: 500 Gramm geschälte Kastanien zerkleinern oder zerdrücken und mit 250 Gramm Gelierzucker und etwas Wasser gut vermischen. Nun zuerst langsam aufkochen und öfter umrühren. Ist der Brei zu fest, dann etwas Wasser auffüllen. Zuletzt drei Minuten sprudelnd kochen lassen. Nach der Gelierprobe die Marmelade sofort heiß in Gläser füllen und kopfüber zum Abkühlen aufstellen.

Literatur:

Erica Bänziger, Fredy Buri, Marco Conedera, Carlo Scheggia: Kastanien, Fona Verlag. 144 S. Euro 24,90, ISBN 9783037806067.

Frank Löser: Wildfrüchte: Sammeln & Verarbeiten zu Marmeladen und mehr. Demmler Verlag. 112 S. Euro 8,95, ISBN 9783910150805.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Aktuelles Mehr gute Nährstoffe - Sind Bio-Produkte gesünder?

Manch einer kauft grundsätzlich Lebensmittel in Bioqualität - aus Nachhaltigkeits-, Umwelt- oder Tierschutzgründen. Doch manchmal ergibt es auch aus gesundheitlicher Sicht Sinn, im Supermarkt zur Biovariante zu greifen.

19.09.2018

Im Herbst zieht es Pilzfreunde nach draußen. Im Wald und auf Wiesen lassen sich allerlei Köstlichkeiten finden - normalerweise. In diesem Jahr könnte die Ausbeute aber mager ausfallen.

17.09.2018
Aktuelles Vorsicht, Verwechslungsgefahr! - Pilze finden und richtig bestimmen

Im Spätsommer und Herbst ist es wieder an der Zeit, im Wald auf Entdeckungsjagd zu gehen und Pilze zu sammeln. Doch isst man die falschen Gewächse, kann das böse enden. Ein Experte gibt Tipps zur richtigen Bestimmung.

14.09.2018