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Aktuelles Neue Techniken könnten mobiles Bezahlen bald ablösen
Mehr Finanzen Aktuelles Neue Techniken könnten mobiles Bezahlen bald ablösen
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13:13 03.05.2018
Die deutschen haben wenig Vertrauen in mobile Bezahldienste. Die Bundesbürger begleichen kleinere Beträge am liebsten mit Bargeld. Quelle: Jens Kalaene
Frankfurt/Main

Den Kaffee unterwegs, die Einkäufe im Supermarkt, das Essen im Restaurant: Rein technisch könnten die Bundesbürger all das per Smartphone-App bezahlen.

Doch mobiles Zahlen ist in Deutschland weit von der flächendeckenden Verbreitung entfernt - und könnte dennoch schon bald von neuen Techniken abgelöst werden, bevor es sich überhaupt durchsetzt hat. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman.

Das Papier, für das gut 2000 Konsumenten befragt wurden, verdeutlicht, wie schwer sich die Deutschen mit mobilem Zahlen tun. So hätten erst 7 Prozent der Verbraucher bereits mit dem Smartphone bezahlt, etwa mit dem US-Dienst Paypal. Auch könnten sich nur 33 Prozent der Nicht-Nutzer vorstellen, künftig mobil zu zahlen.

Das Potenzial für eine Ausbreitung erscheint daher beschränkt. Selbst Junge hätten wenig Vertrauen und wollten Datenschutz, schreiben die Autoren: "Was im Ausland längst gang und gäbe ist, stößt in Deutschland auf viel Zurückhaltung." Die Bundesbürger sind traditionell Bargeldfans, auch wenn der Umsatzanteil von Scheinen und Münzen 2017 laut Bundesbank auf unter 48 Prozent gefallen ist.

Gerade bei kleineren Beträgen ist Cash beliebt. Bargeld werde hierzulande auch in den kommenden fünf Jahren bei Summen unter 30 Euro die dominierende Zahlungsart bleiben, ergab jüngst eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI. Bei größeren Beträgen nutzten die Deutschen zunehmend bargeldlose Mittel, allen voran Girokarten.

Mobiles Zahlen per Smartphone-App hingegen wird Oliver Wyman zufolge bislang fast nur bei Käufen von Lebensmitteln, Filmen und Spielen sowie Nahverkehrstickets genutzt. Dort gehe es meist lediglich um kleine Summen. Mit einem Umsatzanteil von knapp über null Prozent 2017 spiele mobiles Zahlen keine Rolle.

Anders als in China, wo Verbraucher mit Chat-Programmen auf dem Smartphone nebenbei auch zahlen können, gebe es in Deutschland keine Integration in den Alltag, sagt René Fischer, Partner bei Oliver Wyman. Zudem existiere hierzulande keine flächendeckende, händlerübergreifende Lösung.

Überdies biete kontaktloses Zahlen per Giro- oder Kreditkarte eine praktische Alternative. Dabei ist keine Pin oder Unterschrift nötig; es genügt, die Karte an ein Gerät an der Kasse zu halten. Das ist hierzulande zwar eine Nische, doch laut der Studie haben 36 Prozent der Verbraucher die Möglichkeit, kontaktlos per Karte zu zahlen.

Unterm Strich biete mobiles Zahlen aus Sicht von Konsumenten "keinen Mehrwert" und werde "auch nicht als komfortabel angesehen", folgern die Berater. Neue Bezahlwege etablierten sich aber erst, wenn sie viele Nutzer erreichten, einfach zu bedienen sein, einen Zusatznutzen bieten und genug Vertrauen genießen würden. In Deutschland sei kein Anbieter absehbar, der all das vereine.

Stattdessen drängen neue Techniken auf den Markt wie sekundenschnelle Zahlungen (Instant Payments), die deutsche Banken schrittweise einführen. Ein künftiger einheitlicher und sicherer Standard sei eine ernsthafte Konkurrenz - egal ob per Karte oder Smartphone.

Zudem können Tech-Konzerne wie Google oder Apple mit neuen Diensten den hiesigen Markt betreten. Auch kassenlose Lösungen wie von Amazon könnten für mobiles Zahlen "bald das Aus bedeuten", sagt Gökhan Öztürk, Partner bei Oliver Wyman. Der Online-Händler experimentiert mit Filialen, in denen sich Kunden beim Betreten per App anmelden und Kameras und Sensoren ihr Kaufverhalten erfassen. Sie können ihre Waren einfach in die Tasche legen und das Geschäft verlassen, das Geld wird von ihrem Amazon-Konto abgebucht.

Selbst Zahlungen per Fingerabdruck oder Iris-Scan seien denkbar, meint Öztürk. Schon die nächste Innovationswelle könne mobiles Zahlen im herkömmlichen Sinne überflüssig machen. "Es drängt sich die Frage auf, ob Mobile Payment künftig überhaupt noch gebraucht wird."

dpa

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