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Aktuelles Vermeiden Sie diese Fehler bei der Gründung
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09:15 02.08.2018
Sie wollen eine Firma gründen? Dann beachten Sie einige Grundregeln. Quelle: dpa
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CB Insights veröffentlichte im April 2018 eine Untersuchung, bei der die häufigsten Ursachen für das Scheitern von Startups ermittelt wurden. In 42 Prozent der Fälle bestand kein Marktbedarf und bei 29 Prozent fehlten die finanziellen Mittel. Auch ein unpassendes Team sorgte bei 23 Prozent für ein frühzeitiges Ende der Gründung. Doch das Scheitern der Startups ist noch lange kein Grund, um selbst eine Existenzgründung zu verwerfen. Im Gegenteil – aus den Fehlern anderer kann jeder Gründer lernen und es besser machen. So genannte FuckUp Nights wollen beispielsweise dem negativen Stigma des Scheiterns entgegenwirken. 

Mängel im Businessplan

Der Businessplan bereitet auf die Selbstständigkeit vor. Deshalb sollten sich Gründer für dessen Erstellung genügend Zeit nehmen. Denn dieser stellt die Basis des gesamten Vorhabens dar. Zudem können mögliche Schwierigkeit mit dessen Hilfe frühzeitig erkannt und gelöst werden. Oftmals werden Businesspläne nicht gründlich durchdacht oder Gründer sehen einen solchen Plan nicht als Chance für sich. Sondern sie erstellen diesen lediglich, um Kreditinstitute von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen, bewerten ihre Erwartungen zu hoch oder entwerten mögliche Risiken. Nur wer ehrlich mit sich selbst ist und mögliche Risiken einkalkuliert, kann dauerhaft erfolgreich sein. In einen soliden Businessplan gehören deshalb folgende Aspekte: 

  • Zusammenfassung der Geschäftsidee
  • Informationen zum Gründer
  • Finanzplanung
  • Markt- und Zielgruppenanalyse
  • Marketing-Konzept
  • Unternehmensziele
  • Unternehmensorganisation
  • Chancen und Risiken

Um bei der Erstellung des Businessplans keine gravierenden Fehler zu machen und keine wichtigen Aspekte zu vergessen, lohnt es sich, ein kostenloses Online-Tool zu verwenden. So kann ein Gründer eine solide Basis für seine Selbstständigkeit schaffen.

Finanzierungsfehler

Viele Jungunternehmer kalkulieren ihr Budget zu knapp. Bereits nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass das zur Verfügung stehende Kapital nicht ausreicht. Jedoch ist es dann oft schwierig, zusätzliches Fremdkapital bewilligt zu bekommen. Denn Kreditinstitute und andere Kapitalgeber stehen solchen Nachträgen meist kritisch gegenüber und verlangen Sicherheiten über die viele Gründer nicht verfügen. Solche Finanzierungsfehler gilt es deshalb zu vermeiden. Gründer sollten bei der Erstellung des Finanzplanes besser über ihren tatsächlichen Bedarf hinausplanen. Zudem sollte die Finanzierung so gestaltet sein, dass ein Gründer auf verschiedene Unternehmensverläufe reagieren kann. Was passiert, wenn das Produkt zu einem großen Erfolg wird, die Nachfrage steigt, neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen und zusätzliches Kapital benötigt wird?

Solche möglichen Entwicklungen müssen bei der Erstellung des Finanzplanes berücksichtigt werden.

Falsche Markteinschätzung

In der Untersuchung von CB Insights wurde der fehlende Markt als einer der Hauptgründe für das Scheitern eines Startups genannt. Dieser führte bei 42 Prozent der Gründungen zum Misserfolg. Deshalb sollte man auf eine Geschäftsidee setzen, die Probleme löst, die der Markt stellt. Viele Gründer konzentrieren sich jedoch auf Probleme, die sie selbst interessieren.

Aus diesen Grund ist es wichtig, im Zuge der Businessplan-Erstellung ebenfalls eine Marktanalyse durchzuführen. Ist die Geschäftsidee wirklich gefragt und gibt es einen Absatzmarkt dafür? Nur wenn dieser vorhanden ist, ist eine Existenzgründung sinnvoll. 

Unzureichende kaufmännische Kenntnisse

Eine zündende Idee alleine reicht nicht aus, um auf Dauer erfolgreich zu sein. Denn Gründer müssen sich ebenfalls mit betriebswirtschaftlichen Aspekten befassen und dürfen diese nicht aus den Augen verlieren. Jedoch haben die meisten kaum Erfahrungen in diesem Bereich und konzentrieren sich lieber auf ihr eigentliches Kerngeschäft. Dies kann fatale Folgen haben. Deshalb sollten sich Gründer unbedingt mit Tätigkeiten wie der Buchführung auseinandersetzen und sich Fachwissen in diesem Bereich aneignen.

Selbstüberschätzung

Viele Gründer haben zuvor kaum unternehmerische Erfahrungen sammeln können und sind von ihrer Geschäftsidee so überzeugt, dass sie sich schnell selbst überschätzen. Da sie zukünftig hohe Umsätze erwarten, tätigen sie zahlreiche Ausgaben. Scheitert jedoch die Geschäftsidee bzw. entwickelt sich diese nicht wie gedacht, so kann aufgrund der finanziellen Lage die Existenz bedroht sein. Deshalb sollte ein Gründer jede Ausgabe genau abwägen und sich die Frage stellen, ob diese wirklich investiven Zwecken dient oder nicht unbedingt nötig ist.

Unstimmigkeiten im Team

Ein weiterer Grund für das Scheitern einer Existenzgründung sind oftmals Streitigkeiten innerhalb des Unternehmens selbst. Haben sich zum Beispiel mehrere Gründer zu einer GmbH oder GbR verbunden, so kann es schnell zu Unstimmigkeiten kommen. Denn individuelle Zielsetzungen können sich im Laufe der Zeit verändern. Wer dann Rechtsstreitigkeiten und einen Misserfolg vermeiden möchte, der sollte sich frühzeitig aussprechen. Denn nur so können mögliche Differenzen rechtzeitig erkannt und eine Lösung gefunden werden. Dies vermeidet dauerhaft Konflikte und trägt zum Erfolg des Betriebes bei.

Wer die Probleme kennt, kann sie beseitigen

Gründer, die sich mit der Möglichkeit des Scheiterns auseinandersetzen, kennen die Gefahren und können diese abwenden. Daher ist es ratsam sich mit den Geschichten anderer Unternehmen vertraut zu machen, um nicht die gleichen Fehler zu begehen.

Lesetipp

So unterstützt Leipzig seine Existenzgründer

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