Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Steuer-Tipps Pflegeheimkosten: Haushaltsersparnis gilt für beide Eheleute
Mehr Finanzen Steuer-Tipps Pflegeheimkosten: Haushaltsersparnis gilt für beide Eheleute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:14 06.12.2017
Wohnen beide Ehegatten in einem Pflegeheim, kann das Finanzamt auch für beide eine Haushaltsersparnis von den Heimkosten abziehen. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
München

Kosten für die krankheitsbedingte Unterbringung in einem Alten- und Pflegeheim können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Wird dafür der private Haushalt aufgelöst, können die Ausgaben aber nicht in voller Höhe berücksichtigt werden.

Anerkannt werden sie dann nur soweit, wie sie die üblichen Kosten für die Unterhaltung eines eigenen Haushalts übersteigen. Das Finanzamt zieht eine sogenannte Haushaltsersparnis dann von den Heimkosten ab. Diese orientiert sich am Grundfreibetrag und somit am Existenzminimum. Dabei gilt: Sind beide Ehegatten in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht, ist für jeden der Beiden eine Haushaltsersparnis anzusetzen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem Urteil (Az.: VI R 22/16).

Im verhandelten Fall waren die verheirateten Kläger seit Mai 2013 krankheitsbedingt in einem Doppelzimmer in einem Alten- und Pflegeheim untergebracht. Einen eigenen Haushalt unterhielten sie nicht mehr. Für die Unterbringung in dem Heim, die Verpflegung und Pflegeleistungen entstanden den Eheleuten nach Abzug von Erstattungsleistungen Kosten in Höhe von etwa 27 500 Euro im Jahr. Diese Summe minderten die Eheleute um die Haushaltsersparnis für eine Person und machten den Restbetrag in ihrer Einkommensteuererklärung geltend. Das Finanzamt setzte hingegen eine Haushaltsersparnis für jeden der Eheleute an und kürzte die Aufwendungen entsprechend.

Die gegen diese Behördenentscheidung erhobene Klage wies zunächst das Finanzgericht zurück, und auch vor dem BFH hatten die Eheleute keinen Erfolg. Der entschied: Die Haushaltsersparnis ist in diesem Fall für jeden der Ehegatten anzusetzen. Denn die Eheleute seien durch die Aufgabe des gemeinsamen Haushalts beide um dessen Fixkosten wie Miete oder Zinsaufwendungen, Grundgebühren für Strom und Wasser, Reinigungsaufwand und Verpflegungskosten entlastet. Allerdings müsse die Grenze der zumutbaren Belastung auch hier stufenweise ermittelt werden, entschied der Bundesfinanzhof.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viele Freiberufliche arbeiten von zu Hause aus. Wer das Arbeitszimmer von der Steuer absetzen möchte, darf es nur beruflich nutzen. Doch auch Arbeitsmittel, die sich nicht in einem separaten Raum befinden, können in jedem Fall als Werbungskosten geltend gemacht werden.

06.12.2017

Für die Steuererklärung gelten Fristen. Wer die Erklärung nach Ablauf beim Finanzamt einreicht, hat das Nachsehen. Doch bei welchem Finanzamt muss die Steuererklärung abgegeben werden?

05.12.2017

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, Bilanz zu ziehen und bis Silvester die Steuerschuld noch etwas zu minimieren. Freibeträge ausschöpfen, Belege sammeln oder Bescheinigungen bestellen. Das kann eine Menge Geld sparen.

27.11.2017