Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Steuer-Tipps Steuerfreibeträge beantragen: Mehr Netto vom Brutto sichern
Mehr Finanzen Steuer-Tipps Steuerfreibeträge beantragen: Mehr Netto vom Brutto sichern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:03 04.10.2017
Man muss nicht bis zum nächsten Steuerbescheid warten, um hohe Sonderausgaben und Belastungen steuerlich abzusetzen. Für einige Ausgaben kann man Freibeträge beantragen. Quelle: Oliver Berg/dpa
Anzeige
Berlin

Arbeitnehmer, die hohe Kosten zum Beispiel wegen eines weiten Arbeitsweges oder Kinderbetreuung haben, können beim Finanzamt einen Freibetrag beantragen.

"Mit einem solchen Freibetrag können sich Arbeitnehmer direkt ab Januar 2018 ein höheres Monatsnetto sichern und müssen nicht bis zum nächsten Steuerbescheid warten", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Seit Anfang Oktober stehen die neu gestalteten

Formulare für das kommende Jahr zur Verfügung.

Neben dem Hauptvordruck gibt es verschiedene Anlagen zu Werbungskosten, Sonderausgaben/außergewöhnliche Belastungen und Kindern. Dies hat den Vorteil, dass neben dem Hauptvordruck nur noch diejenige Anlage ausgefüllt werden muss, die für den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung tatsächlich gebraucht wird.

Auch wenn das Ausfüllen des Antrags etwas Arbeit macht: Für Arbeitnehmer mit hohen Ausgaben kann sich die Mühe lohnen. So können Aufwendungen für Werbungskosten etwa für einen langen Arbeitsweg, Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung, hohe Fortbildungskosten oder Sonderausgaben wie Unterhaltsleistungen an den geschiedenen Ehegatten bereits beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden.

Voraussetzung ist, dass die Aufwendungen mehr als 600 Euro pro Jahr betragen. Berufsbedingte Werbungskosten werden dabei allerdings erst berücksichtigt, wenn sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1000 Euro im Jahr übersteigen. Die Formulare stehen beim Finanzamt und online zur Verfügung.

"Auf Wunsch können die Freibeträge gleich für zwei Jahre beantragt werden", ergänzt Klocke. Das ist vor allem praktisch, wenn sich an den persönlichen Lebensumständen nichts ändert. Wichtig: Wer entsprechende Freibeträge erhält, muss in jedem Fall eine Einkommensteuererklärung abgeben. Das Finanzamt rechnet dort nach, ob die Freibeträge zutreffend berücksichtigt wurden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Elternteile einer eheähnlichen Gemeinschaft können Unterhaltszahlungen steuerlich geltend machen. Dabei darf das Finanzamt den absetzbaren Unterhalt nicht um das Kindergeld kürzen, wie ein Fall beim Finanzgericht Münster zeigt.

20.09.2017

Gassi gehen von einem Tierbetreuer erledigen lassen und dann die Kosten von der Steuer absetzen - geht das? Das Finanzgericht Hessen sagt ja. Das oberste deutsche Steuergericht muss aber auch noch entscheiden.

15.09.2017

Einige Unwetter hinterlassen Schäden am Gebäude. Nicht immer kommt dafür eine Versicherung auf. Doch Betroffene können die Reparaturkosten in dem Fall steuerlich geltend machen. Die Vereinigte Lohnsteuerhilfe erklärt, worauf zu achten ist.

05.09.2017
Anzeige