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11:45 11.07.2018
Viele Hobby-Gärtner in Deutschland überlassen das Rasenmähen lieber dem Roboter. Oft bekommt der tüchtige Helfer sogar einen Namen und eine eigene Garage. Quelle: Sebastian Gollnow
Frankfurt/Main

Sie heißen Robby, Dr.Schneider, Rasenknecht oder KonradSchnippelding und ziehen ihre Bahnen auf hessischen Rasenflächen. Wie ihre staubsaugenden Kollegen im Haus sorgen Rasenroboter im Außenbereich für Ordnung.

"Mähroboter habe ich für eine unnötige technische Spielerei gehalten, bis ein Freund von mir sich unbedingt so ein Ding zulegen wollte", erzählt Volker Glienke aus Gießen, der seinen Roboter Mählanie getauft hat. Als Technik-Fan habe er seine Skepsis aber schnell überwunden. "Irgendwie macht es Spaß, im Garten zu arbeiten, wenn man sieht, dass im Hintergrund ein technisches Gerät ebenso seine Arbeit verrichtet."

Von 2016 auf 2017 wuchs der europäische Markt für die autonomen Rasenmäher um 40 Prozent. "Tendenz: anhaltend", teilt der

Industrieverband Garten mit. Durch Sensoren erkennen

MähroboterHindernisse selbstständig und ziehen zufällig oder systematisch ihre Bahnen. Einige Modelle lassen sich mit dem Smartphone steuern und hören bei Regen automatisch auf zu mähen. "Durch permanentes Schneiden und Mulchen erzielt er sehr gute Mähergebnisse", teilte der Verband mit. "Das feine, liegengebliebene Schnittgut dient zum Düngen des Rasens, der dadurch auf Dauer dichter und widerstandsfähiger wird".

Der perfekte Rasen ist aber nicht für jeden Grund für die Anschaffung eines autonomen Rasenmähers. "Nutzer eines Mähroboters teilen sich in zwei Gruppen auf", erzählt Fabian Harder. Er entwickelt WLAN-Module für verschiedene Rasenroboter, um sie mit dem Smartphone bedienen zu können. "Die einen, denen es vorrangig um eine Arbeitserleichterung geht und ein schöner Rasen wichtig ist. Und die Nerds, für die die Technik im Vordergrund steht." Letzgenannte Besitzer bauten sich oft Hütten für ihren Roboter, gäben ihnen Namen und "stecken mehr Arbeit hinein, als das herkömmliche Rasenmähen verursachen würde."

Glienke hat seinem Mählanie eine eigene Garage spendiert. "Er hat jetzt auch ein kleines Dach über der Ladestation bekommen, damit er nicht ständig beim Laden der Sonne ausgesetzt ist. Außerdem wird er bei mir mit Solarstrom betrieben, was den Einsatz auch noch Ökologischer macht", sagt er.

Nach Angaben des Industrieverbands Garten geht der Trend zum Smart Garden mit vernetzten Geräten und künstlicher Intelligenz. "Zum Beispiel, was das Messen von wichtigen Parametern für die Pflanzen angeht oder die Vernetzung von Geräten bei der Bewässerung und beim Mähen. Hier steht vor allem der Aspekt der Umweltfreundlichkeit im Fokus." Auch die deutsche Rasengesellschaft begrüßt den Trend. "Generell ist ein Trend zur Automatisierung auch in der Grünflächenpflege festzustellen. Dies gilt vor allem für Bewässerungscomputer oder auch Mähroboter für Fußball- und Golfplätze", teilt der Vorsitzende Harald Nonn mit.

Für Kleingärtner sei Digitaltechnik allerdings nichts. "Mähroboter sind nicht üblich", sagt Hannelore Dörr, Vorsitzende der Stadtgruppe Frankfurt der Kleingärtner. Kleingärtner hätten dafür zu sehr mit Diebstählen zu kämpfen. Bei solchen teuren Geräten sei das ein zu hohes Risiko. Zwischen 500 und 1800 Euro kosten die digitalen Helfer, für Spitzenmodelle müssen Gartenbesitzer sogar bis zu 4000 Euro hinblättern. Außerdem dürfe die Rasenfläche in den Parzellen ohnehin nur 15 Prozent der Gesamtfläche ausmachen. "Dafür lohnt es nicht nicht", sagt Dörr.

dpa

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