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04:52 17.05.2018
Zu den Passionsblumen gehört auch die Maracujapflanze. Hinter diesem Namen verbergen sich verschiedene Formen der Art Passiflora edulis. Quelle: Franziska Gabbert
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Hallertau

Der Reiz einiger Blumen liegt in ihrem ungewöhnlichen Aussehen. Nur wenige Blüten wirken exotischer als die der Passionsblume, sagt Maria Sansoni, Gartenbau-Ingenieurin und Buchautorin aus der Hallertau.

Dabei geht es dann oft erst an zweiter Stelle darum, ob die Bedingungen im eigenen Garten besonders gut für die Pflanze sind. Bei der Passionsblume sollte man sich aber unbedingt vorher überlegen, wo die Pflanze genau stehen soll.

Die Gattung der botanisch als Passiflora bezeichneten Pflanzen ist mit über 500 verschiedenen Arten sehr vielfältig. Sie kommen insbesondere in Nord-, Mittel- und Südamerika vor. "Einige Arten sind in Australien, Asien, Madagaskar und sogar auf den Galapagos-Inseln heimisch", erklärt Martin Nickol vom Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Die Passionsblume hat also eher eine Vorliebe für einen warmen Standort. Das verleitet Gärtner dazu, sie als Zimmerpflanze anzubieten. Doch: "Stellt man die Pflanzen vor ein Fenster, hat man zumindest im Zimmer wenig von den Blüten", sagt Sansoni. Denn die Blüten richten sich zum Licht aus. "Man sollte also den Topf immer vor einer Säule oder Wand aufstellen."

Es gilt die Devise: je mehr Licht, desto mehr Blüte. "Am schönsten wirken Passiflora an freistehenden Pyramiden, die von allen Seiten her zugänglich sind", sagt Sansoni. Sie rät wie Nickol dazu, Passionsblumen als Kübelpflanzen im Freiland zu kultivieren.

Auch wenn das Wachstum der Blüte durch viel Licht gefördert wird, gibt es einen gewissen Zeitverzug: "Dementsprechend liegt eigentlich bei allen Arten der Blütenhöhepunkt im Sommer und Herbst", erläutert Sansoni. Die Pflanzen blühen meist bis zum ersten Frost.

"Solange man das Gießen nicht vergisst, wachsen sie in nahezu jedem Substrat", sagt Sansoni. Damit die Pflanzen wirklich gut durch den Sommer kommen, sollte man sie in ausreichend große Gefäße pflanzen. "Eine Passionsblume braucht frische Erde, und zwar mindestens 15 bis 20 Liter", erklärt Nickol. Die Kletterpflanze benötige viel Wasser, damit sie die üppige Blattmasse den ganzen Sommer gut versorgen kann.

"Der typische Wuchs der Passionsblumen ist ausdauernd krautig oder verholzend und in der Regel kletternd", erläutert Nickol. Um sich in die Höhe zu ziehen, bildet die Pflanze in den Blattachseln einzelne Ranken. "Damit sich die Pflanzen entwickeln können, brauchen sie ein Spalier oder ein Rankgerüst, an dem die Ranken Halt finden", rät er.

Die geläufigste Art, die man im Handel findet, ist als Blaue Passionsblume bekannt (Passiflora caerulea). Mittlerweile findet man aber relativ viele, robuste Hybriden - darunter die Sorte 'Amethyst'. "Diese Sorte mit ihren herzförmigen, tief dreigelappten Blättern ist der bisher im Freiland üblichen Passiflora caerulea im Blütenreichtum, in der Farbwirkung und in der Wüchsigkeit um Klassen überlegen", sagt Sansoni. Nur bei der Frostverträglichkeit macht die Gartenbau-Ingenieurin Einschränkungen.

Wem die violetten Blüten noch nicht exotisch genug erscheinen, kann rotblühende Arten wählen: Die Passiflora racemosa, eine traubige Passionsblume, trägt leuchtend rote bis zu 10 cm große Blüten mit einem weißen Strahlenkranz. Sie erblüht in herunter hängenden Trauben, die bis zu zwanzig Einzelblüten zählen können. Diese aus Südamerika stammende Art benötigt aber ganzjährig Temperaturen über 15 Grad Celsius, so dass sie eher ein Blickfang für einen entsprechend temperierten Wintergarten ist.

dpa

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