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Im Bremerhavener Klimahaus wird geschwitzt

Tourismus Im Bremerhavener Klimahaus wird geschwitzt

An einem Nachmittag rund um den Globus reisen: Das Klimahaus in Bremerhaven macht es möglich. Die Besucher erleben hautnah die drückende Hitze in der Sahelzone und die Eiseskälte in der Antarktis.

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Große Hitze, gleißend helles, gelbrotes Licht und die nachgebildete Brandung des Südpazifik erwartet Klimahaus-Besucher im Bereich Samoa.

Quelle: Ingo Wagner

Bremerhaven. Die Dame an der Kasse des

Klimahauses Bremerhaven 8° Ost hat einen wichtigen Rat: "Geben Sie ihre Jacke ab, es wird sehr warm." Denn die Hauptattraktion ist eine Reise um den Globus - und dabei werden alle Sinne angesprochen.

Im Bereich der nachempfundenen Sahelzone sind es bis zu 35 Grad Celsius, bei trockener Luft. In Samoa hat es bis zu 30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit. In der Antarktis wartet zwischendurch eine kleine Abkühlung bei minus 6 Grad. Neun verschiedene Klimazonen erlebt der Besucher. Was bei einer wirklichen Weltreise knapp 40 000 Kilometer wären, sind in der Ausstellung etwas mehr als ein Kilometer.

Der Besucher folgt dem Filmarchitekten und Kulissenbauer Axel Werner auf seiner Tour. Zu Beginn des Rundgangs sehen die Besucher in einem Film, wie er seine Sachen packt und für ein Jahr loszieht. Er bleibt bei seiner Reise immer auf dem achten östlichen Längengrad - dort wo auch das Klimahaus steht. Er trifft auf Einwohner, die ihm und so auch den Besuchern einen Einblick in ihren Alltag gewähren.

Erste Station ist das Schweizer Isenthal, bei den Milchbauern Hedy und Werner Infanger. Die Besucher steigen in eine Gondel, dann empfängt sie ein Felspanorama mit einem Gletscher. Kühe lugen aus einer Wand hervor, die auch gemolken werden können - heraus kommt Wasser. Man hört Vogelzwitschern und den Klang von Kuhglocken.

Doch die Idylle trügt. Auch hier ist die Erderwärmung schon sichtbar: Der Gletscher hat sich ein großes Stück zurückgezogen. "Das Eis hält den Fels zusammen. Wo es schmilzt und wieder gefriert, sprengt es den Fels auseinander", erzählt Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker. "Es gab bereits einen großen Steinschlag im Isenthal, bei dem besonders die Biwaldalp der Infangers in Mitleidenschaft gezogen wurde." Das war 2015 - sechs Jahre nach der Eröffnung des Klimahauses. Der Familie ist zum Glück nichts passiert.

Die Ausstellung zeigt, dass Bewohner anderer Kontinente sogar noch stärker unter den Folgen des Klimawandels leiden. An der Station in Afrika berichtet eine alte Frau in einem Film, wie sehr sich die Steinwüste in der Republik Niger seit ihren Kindertagen ausgebreitet hat. "Jetzt gibt es gar nichts mehr. Jetzt sind die Bäume tot. Die Landschaft ist leer", sagt sie.

In Samoa in der Südsee ist es nicht ganz so heiß, aber immer noch warm. Hier lernt man, wie gefährlich die Meereserwärmung für die Korallenriffe ist. "Eine der sichtbarsten Folgen der Erderwärmung ist das Korallensterben", sagt Dunker. Der Gast kann das nur ahnen, er sieht eine heile Aquarienwelt: Eine Treppe führt in die bunte Unterwasserwelt des Südpazifiks mit Muränen, Clown- und Drückerfischen. Die Station ist mit am beliebtesten. Hier wurden schon Hochzeiten gefeiert und Empfänge gegeben.

Bei allen Informationen soll der Spaß nicht verloren gehen, viele Stationen laden zum Mitmachen ein. In der Schweiz kann man sich in einem kleinen Raum einschließen, um einen schweizerischen "Juchzer" (kurzer melodiöser Schrei) aufnehmen zu lassen. Auch für Kinder wird einiges geboten: Sie können an der Kasse einen Reisepass bekommen, an den Stationen warten Stempel und kleine Aufgaben. Das Skelett eines Dinosauriers in einer Sandgrube kann mit Pinseln freigelegt werden.

Wer sich am Ende seiner Reise noch einmal gedanklich richtig abkühlen will, sollte das im Wetterstudio tun. Diplom-Meteorologe Michael Theusner erzählt, dass der niedrigste je gemessene Temperaturwert bei minus 89,2 Grad lag - im Jahr 1983 in der Antarktis. Nach diesen Erzählungen ist man langsam wieder bereit für seine abgegebene Jacke.

dpa

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