Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Umwelt Umweltgiftreport: Blei weltweit größte Bedrohung
Mehr Garten Umwelt Umweltgiftreport: Blei weltweit größte Bedrohung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:22 21.10.2015
Blei ist laut Studie das weltweit gravierendste Umweltgift. Bei hohen Konzentrationen sind Bleivergiftungen tödlich. Quelle: Marc Müller
Anzeige
Zürich

Es wird in Bergbaubetrieben gefördert und teilweise beim Recycling von Autobatterien freigesetzt: Blei ist einer Studie zufolge das weltweit verheerendste Umweltgift.

Etwa 26 Millionen Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau sind demnach direkt dem Schwermetall ausgesetzt. Das geht aus dem

Umweltgiftreport 2015 der Schweizer Stiftung

Green Cross und der international tätigen Non-Profit-Organisation

Pure Earth (New York) hervor.

Zu den schädlichsten Umweltgiften zählen demnach auch Quecksilber, sechswertiges Chrom, Radionuklide, Pestizide und Cadmium. Etwa 95 Millionen Menschen seien insgesamt unmittelbar von diesen Schadstoffen betroffen, heißt es in dem Bericht.

Quecksilber wird oft von Kohlekraftwerken ausgestoßen und kommt in vielen Industrieprodukten wie Thermometern und Energiesparlampen vor. Sechswertiges Chrom findet sich unter anderem in gegerbtem Leder und Kochgeschirr aus Edelstahl. Radionuklide werden zum Beispiel beim Abbau von Uran und von radiologischen Produkten in der Medizintechnik freigesetzt. Pestizide kommen vor allem in der Landwirtschaft zum Einsatz. Cadmium entsteht etwa bei der Düngemittelherstellung.

Erkrankungen durch Umweltschadstoffe seien im Gegensatz zu Infektionskrankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria noch ein unterschätztes Problem, sagte David Hanrahan von Pure Earth. Im Jahr 2012 seien geschätzte acht Millionen Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern an den Folgen des Kontakts mit verseuchter Luft, verunreinigtem Wasser oder kontaminierter Erde gestorben.

So kann etwa beim Einatmen von mit Blei verschmutzter Luft oder durch den Verzehr verseuchter Lebensmittel das Nervensystem geschädigt werden. In hohen Konzentrationen sind Bleivergiftungen tödlich.

Für die Studie wurden Umweltbelastungen in 49 Ländern untersucht, darunter Indien, Russland, Mexiko und Indonesien. Daten aus EU-Ländern sind in dem Report nicht enthalten.

Pure Earth setzt sich nach eigenen Angaben für die Lösung von lebensbedrohlichen Umweltproblemen in Entwicklungsländern ein. Green Cross Schweiz kümmert sich unter anderem um die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie- und Militärkatastrophen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf Feiern steht der Spaß im Vordergrund. Das ist auch richtig so. Trotzdem muss die Umwelt nicht leiden. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich die Party klimafreundlicher gestalten.

16.10.2015

Die Plastiktüte sollte der Umwelt zuliebe möglichst abgeschafft werden. Aber nicht nur sie ist ein Problem.

15.10.2015

Viele Verbraucher sehen Lebensmittel, Kosmetika und Kleidung kritisch. Dass der Staat genug für den Gesundheitsschutz tut, glaubt nur gut jeder Zweite, wie eine Umfrage zeigt.

13.10.2015
Anzeige