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Aktuelles Äderchen als Schönheitsmakel: Besenreiser sind meist harmlos
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07:23 04.11.2015
Bläulich-rote Äderchen, die durch die Haut schimmern: Ob sich hinter Besenreisern eine ernstzunehmende Venenschwäche verbirgt, lässt sich nur von einem Facharzt klären. Foto Franziska Gabbert Quelle: Franziska Gabbert
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Hilden

Vor allem an den Beinen tauchen sie auf: kleine bläulich-rote Äderchen, die durch die Haut schimmern. Ihre feinen Verästelungen ähneln dünnen Zweigen - also Reisern. Solche Besenreiser am Körper empfinden Betroffene häufig als Schönheitsmakel.

Aus medizinischer Sicht ist diese Form von Krampfadern in aller Regel harmlos und nicht behandlungsbedürftig. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass sich hinter Besenreisern eine ernstzunehmende Venenschwäche verbirgt. Gewissheit bringt eine Untersuchung bei einem Facharzt.

Was genau Besenreiser verursacht, ist wissenschaftlich nicht hinreichend erwiesen. "In vielen Fällen haben Betroffene eine erblich bedingte Veranlagung zu Besenreisern", sagt der Gefäßchirurg Horst Peter Steffen. Er ist Chefarzt in der Hildener Capio Klinik im Park, dem Venenzentrum Nordrhein-Westfalen. Bei den Betroffenen staut sich das Blut und kann nicht ungehindert weiterfließen. "Besenreiser können - müssen aber nicht - Vorläufer von schwerwiegenden Krampfadern sein", erklärt die Münchner Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig. Sie ist Vizepräsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker.

Begünstigt wird die Entstehung von Besenreisern unter anderem durch Übergewicht, Bewegungsmangel sowie durch hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft. Auch im höheren Lebensalter kommen sie häufiger vor, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Meist sind Frauen betroffen, da sie ein schwächeres Bindegewebe haben. "Beschwerden lösen Besenreiser in aller Regel nicht aus, sie sind in erster Linie ein kosmetisches Problem", berichtet Steffen.

Von alleine verschwinden sie nicht. Sie lassen sich zum Beispiel aber kosmetisch gut abdecken. Für Besenreiser im Gesicht gibt es spezielle Make-ups. "Auch für Beine existieren wasserfeste Camouflage-Produkte", erklärt Sellerberg. Man kann sie auch entfernen lassen. "Als Therapiemaßnahmen stehen die Verödung oder die Lasertherapie zur Verfügung", sagt Steffen.

Für beide Verfahren werden in der Regel mehrere Sitzungen vereinbart. Jede Sitzung dauert rund eine halbe Stunde. Bei der Verödung spritzt der Facharzt ein Mittel in die Besenreiser, bei der Lasertherapie lässt ein Laserstrahl den Besenreiser schrumpfen. "Eine 100-prozentige Erfolgsgarantie, dass nach der Therapie die Besenreiser dauerhaft verschwunden sind, gibt es nicht", betont Steffen. Da es sich bei der Therapie meist um einen kosmetischen Eingriff handelt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten in aller Regel nicht. Patienten müssen mit Kosten von durchschnittlich 150 Euro pro Sitzung rechnen.

Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, dass gegen Besenreiser vorbeugend etwas hilft, gibt es nach Angaben von Steffen nicht. Generell wird jedoch bei einer Neigung zu Besenreisern in den Beinen viel Bewegung wie Schwimmen und Wandern und das häufige Hochlagern der Beine empfohlen. Hilpert-Mühlig rät auch zu Wasseranwendungen wie dem kalten Knieguss. "Dabei wird der Wasserstrahl vom Fußrücken zur Ferse und anschließend an der Wade entlang bis zum Knie geführt."

dpa

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