Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Erholen und Entspannen im Kur- und Heilwald
Mehr Gesundheit Aktuelles Erholen und Entspannen im Kur- und Heilwald
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wie bleibe ich gesund, wie werden ich gesund? Der LVZ-Ratgeber Gesundheit hilft weiter.
16:14 14.09.2018
Auch auf der Insel Usedom nahe Heringsdorf wurde ein Kur- und Heilwald gestaltet. Quelle: Stefan Sauer
Schwerin

Das bundesweit erstmals in Mecklenburg-Vorpommern erprobte Konzept des Kur- und Heilwaldes stößt auch in anderen Bundesländern auf Interesse. "Die Zahl der Anfragen hat spürbar zugenommen", erklärte der Chef der Landesforstverwaltung, Manfred Baum, zum Auftakt der

Deutschen Waldtage in Berlin.

Baum war zu einer Fachtagung im Rahmen der Waldtage (13. bis 16. September) eingeladen worden, um über erste Erfahrungen mit den speziell für die therapeutische Nutzung gestalteten Naturräume zu informieren. Bei den ersten Deutschen Waldtagen stehen unter dem Motto "Wald bewegt" Sport, Erholung und Gesundheit im Mittelpunkt.

"Der Wald ist ein Naturraum mit vielfältigen Funktionen. Nutzung und Schutz gut zu vereinbaren, ist unsere Aufgabe, Nachhaltigkeit dabei oberstes Gebot", betonte Baum. So sei der Wald Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, liefere Holz, biete den Menschen Raum zur Erholung und werde nun auch gezielt für medizinische Zwecke genutzt.

Der erste Heilwald im Land war im Vorjahr auf der Urlauberinsel Usedom nahe Heringsdorf gestaltet worden, wo auch zahlreiche Kurgäste logieren. In dem etwa 50 Hektar großen, vorwiegend mit Buchen bestandenen Forstgebiet entstanden Bewegungsstationen und Ruheplätze. Genutzt werden sie für Menschen mit Atemwegs- sowie Herz- und Kreislaufbeschwerden sowie psychosomatische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen. Die Einrichtung des Kur- und Heilwaldes sei auf Anregung von Medizinern erfolgt, berichtete Baum, Ideengeber sei der Internist Horst Klinkmann gewesen, heute Ehrenpräsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft.

"Die Gesundheitswirtschaft ist für unser Land eine überaus wichtige Branche. Da ist es naheliegend, die heilende Wirkung des Waldes zu nutzen. In Japan oder Südkorea hat man das schon lange erkannt und es gibt auch klinische Studien, die Gesundungseffekte sogar bei Krebserkrankungen belegen", sagte Baum. Zunehmend werde der Wald auch bei der Behandlung psychischer Erkrankungen genutzt.

"Wir alle kennen die entspannende Wirkung ätherischer Pflanzenöle und nutzen das, wenn wir ein Fichtenadelbad nehmen. Ähnliche Effekte kann man auch bei einem Waldspaziergang erleben. Der Begriff "Waldbaden" ist daher nicht so weit hergeholt", erklärte Baum. Nach seinen Angaben bereiten derzeit 16 weitere Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern die Gestaltung von Heilwäldern vor, darunter Erholungsorte wie Waren, Bad Doberan, Graal-Müritz oder Plau am See.

Für solche Heilwälder gebe es in Mecklenburg-Vorpommern klare Kriterien. So müssten Ruhezonen bestimmt werden und Wege zumindest teilweise auch für behinderte Menschen nutzbar sein. "Wir werden den Wald als solchen nicht völlig barrierefrei machen, aber es muss Zonen ohne Barrieren geben", sagte Baum.

In der Ruhe des 187 Hektar großen und vorwiegend aus Buchen bestehenden Waldes in Heringsdorf können die Patienten unter Anleitung Atem- und Bewegungsübungen machen, den Bewegungsapparat stärken und psychosomatische Beschwerden wie Burnout oder Schlaflosigkeit lindern. Patienten und Spaziergänger könnten durch die Gerüche und Geräusche des Waldes und das Erleben der Pflanzen Stress abbauen, sagte die Organisatorin des Kongresses und stellvertretende Kurdirektorin, Karin Lehmann.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lästige Angewohnheit oder gesundheitliches Problem? Schnarchen kann verschiedene Ursachen haben. Um Unmut bei dem Partner und getrennte Betten zu vermeiden, können einige Maßnahmen Abhilfe schaffen.

14.09.2018

Zahlreiche Patienten waren verunsichert, als herauskam, dass der Blutdrucksenker Valsartan Verunreinigungen enthält. Die Europäische Arzneimittel-Agentur teilt nun mit, dass für Betroffene nur ein geringes Krebsrisiko besteht.

13.09.2018

Ein kleiner Piks und die Welt ist in Ordnung? Bei Grippe ist das nicht ganz so einfach. Zwar wäre schon viel geholfen, wenn sich mehr Menschen in Deutschland gegen Influenza impfen ließen. Doch die Viren sind wandelbar - und damit tückisch.

12.09.2018