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Aktuelles Kühlen, hochlegen, abwarten - Hilfe bei blauen Flecken
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18:36 09.10.2015
Erst blau und lila, dann grün, dann gelb: Bis ein Bluterguss wieder verschwunden ist, dauert es zwei bis drei Wochen. Quelle: Andrea Warnecke
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Bonn

Wieder mal nicht aufgepasst und gegen die Tischkante, das Bett oder irgendetwas anderes Hartes gedonnert: Der Schmerz geht oft schnell vorbei. Was für einige Zeit bleibt, ist ein blauer Fleck - also ein Bluterguss. Oft ist er harmlos. Aber ein Hämatom kann auch gefährlich sein.

Bluterguss - was passiert da eigentlich im Körper?

"Ein Bluterguss ist eine Blutung im Körper, ohne dass Blut nach außen tritt", sagt Peter Walger, leitender Arzt für Internistische Intensivmedizin und Infektiologie an den Johanniter-Kliniken in Bonn. "Der Bluterguss entsteht durch eine Quetschung von Gewebe, bei der Mikrogefäße unter der Haut einreißen", erläutert der Münchner Sportmediziner Prof. Martin Halle. Dadurch kommt es zu Blutungen.

Was sind die Ursachen?

Neben dem Gegendonnern können natürlich Stürze, Schläge oder Tritte Blutergüsse nach sich ziehen. Zu einem Hämatom kann es auch nach einer Blutabnahme oder bei einer Operation kommen. Wer blutverdünnende Medikamente einnehmen muss, ist anfälliger. Bei Menschen mit gestörter Blutgerinnung besteht die Gefahr, dass es zu spontanen Einblutungen kommt. Schon ein kleiner Stoß kann ein großes Hämatom verursachen. Hier ist immer sofortige medizinische Hilfe erforderlich. "Auch mit zunehmendem Alter treten häufiger Blutergüsse auf", so Walger. Denn die Gefäße können schneller reißen.

Blaue Flecken ohne offensichtlichen Grund - was nun?

Die Ursache sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. "Es kann sich hierbei um eine harmlose Neigung zu Blutergüssen handeln", erklärt Walger. Möglich ist auch, dass der Bluterguss die Nebenwirkung eines eingenommenen Medikaments ist. Manchmal steckt auch eine gestörte Blutgerinnung bei einer bis dahin nicht bekannten Erkrankung dahinter. Auch ein Tumorleiden kann die Ursache sein.

Wegen eines Blutergusses ins Krankenhaus - gibt es das?

Kommt es zum Beispiel zu Einblutungen in innere Organe oder ins Gehirn, kann dem Patienten oft nur mit einer Operation geholfen werden. Sehr gefährlich sind Hirnblutungen. Ein operativer Eingriff kann auch vonnöten sein, wenn sich ein Bluterguss zum Beispiel in einem Gelenk befindet. Würde dieser nicht beseitigt, könnte es im schlimmsten Fall zur Versteifung des Gelenks kommen.

Gestoßen oder gestürzt - wie geht man nun am besten damit um?

Die betroffene Stelle sollte möglichst umgehend gekühlt werden. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Das verhindert, dass der Bluterguss immer größer wird und dämmt eine Schwellung ein. Die betroffene Stelle hoch zu lagern, schont das verletzte Gewebe.

Wann muss ein blauer Fleck professionell versorgt werden?

Wenn es zu Beschwerden wie Kreislaufproblemen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen kommt. "Gleiches gilt für Übelkeit, Schwindel und Bewusstlosigkeit bei Kopfverletzungen", sagt Mediziner und Heilpraktiker Thomas Sokollik aus Kreuztal (NRW).

Beschleunigt ständiges Kühlen die Heilung?

Nein. "Das Kühlen hilft unmittelbar nach dem Vorfall im Prinzip nur gegen die Schwellung", sagt Rolf-Günther Westhaus, Apotheker in Essen. Ein sichtbarer blauer Fleck ist in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen wieder verschwunden. "Ein Kühlen des blauen Flecks zu einem späteren Zeitpunkt als in der Anfangsphase bringt gar nichts", sagt Halle.

dpa

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