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Aktuelles Plus an Lebensqualität für Yannik aus Leipzig dank Blutplasma
Mehr Gesundheit Aktuelles Plus an Lebensqualität für Yannik aus Leipzig dank Blutplasma
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10:00 14.03.2019
Der 15-jährige Yannik leidet unter „Common variable immunodeficiency (CVID)“, einer Erkrankung des Immunsystems. Quelle: Bert Endruszeit

Blut spenden? Klar, wichtig, kaum eine Operation kommt ohne den Lebenssaft aus. Dass das Thema jedoch viel komplexer ist, weiß nicht jeder.

Denn hinter der reinen Spende von Blut oder Blutplasma steckt noch viel mehr. Zum Beispiel die Geschichte von Yannik.

Der 15-jährige Leipziger leidet unter „Common variable immunodeficiency (CVID)“, einer Erkrankung des Immunsystems. Und die lässt sich nur mit Präparaten behandeln, die aus gespendetem Blutplasma hergestellt werden.

Das ist der Inhalt von Yanniks Medikamentenköfferchen, vorn die 2000 Euro teure Pumpe, rechts ein Fläschchen des aus Blutplasma hergestellten Medikamentes. Der 15-jährige Leipziger leidet unter „Common variable immunodeficiency (CVID)“, einer Erkrankung des Immunsystems. Und die lässt sich nur mit Präparaten behandeln, die aus gespendetem Blutplasma hergestellt werden. Quelle: Bert Endruszeit

„Yannik war schon als Säugling immer wieder krank. Und das waren keine banalen Dinge, sondern Lungenentzündungen und blutiges Erbrechen. Manchmal war er richtig apathisch“, erzählt seine Mutter Anja. Immer wieder kam Fieber dazu. „40 Grad war fast schon Standard.“

Bis die Erkrankung schließlich im Klinikum St. Georg klar diagnostiziert werden konnte, war Yannik anderthalb Jahre alt. Die passende Therapie konnte bald folgen.

„Alle vier Wochen musste er in die Klinik, das entsprechende Präparat wurde dabei direkt in die Vene gespritzt.“

Das helfende Medikament ist ohne zahllose Spender von Blutplasma nicht denkbar. „In einer Dosis des Präparates stecken Blutplasma-Bestandteile von über 10 000 verschiedenen Spendern“, so Yanniks Mutter.

Die Besserung hielt nach den Infusionen jedoch nur kurz an, die Zeit bis zur nächsten Medikamentengabe wurde oft quälend lang. „Schon nach zwei Wochen war er wieder krank.“

Erschwerend kam hinzu, dass die Infusionen nur in der Klinik möglich waren.

Blutspende

Blut spenden dürfen Männer bis zu sechs Mal im Jahr, Frauen bis zu vier Mal.

Eine Vollblutspende dauert etwa zehn Minuten zuzüglich Ruhezeit.

Entnommen wird etwa ein halber Liter Blut.

Bei der Plasmaspende wird dem entnommenen Blut nur das Plasma entzogen, alles andere fließt wieder zurück zum Patienten.

Eine Plasmaspende dauert etwa 45 Minuten und ist viel häufiger als eine Vollblutspende möglich, oft sogar schon nach wenigen Tagen.

Bei der vergleichbaren Thrombozytenspende werden dem Blut nur die Blutplättchen (Thrombozyten) entnommen. Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung.

Das hat sich geändert: Als Yannik drei Jahre alt war, konnte ihm das Medikament statt in die Vene direkt ins Gewebe gespritzt werden. „Das darf man auch selbst machen – ganz bequem zu Hause auf der Couch.“

Zu Anfang übernahmen das Yanniks Eltern Anja und Matthias, doch seit seinem zehnten Lebensjahr nimmt er die Spritze auch selbst in die Hand.

Was so einfach klingt, war nicht ganz unproblematisch. „Zwischendurch hatte er eine richtige Phobie vor den Spritzen. Doch mit Unterstützung eines Psychologen hat er das in den Griff bekommen“, sagt Anja.

Jede „Sitzung“ dauert dabei rund anderthalb Stunden, mit zunehmender Größe und höherem Gewicht brauchen Patienten mehr Medikamente.

Manche Erwachsene lassen das oft einfach über Nacht laufen. „Mich stört es nicht mehr, ich habe mich gut daran gewöhnt“, betont Yannik.

Längst kostet es ihn keine Überwindung mehr, die Nadel in sein Bauchgewebe zu stechen.

Blut spenden in Leipzig

Haema Leipzig, Blutspendezentren

City, Markt 9, Montag bis Freitag 8 bis 18.30 Uhr, Sonnabend 8 bis 12 Uhr

Gohlis-Arkaden, Lützowstraße 11, Montag bis Freitag 7 bis 20 Uhr, Sonnabend 7 bis 13 Uhr

Connewitz: Karl-Liebknecht-Straße 153-155, Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr, Sonnabend 8 bis 12 Uhr

Weitere Annahmestellen: www.haema.de

DRK-Blutspendezentrum Leipzig

Prager Straße 13, Öffnungszeiten: Montag 8 bis 14 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 13 bis 18.30 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr, jeden 1. Sonnabend im Quartal 10 bis 13 Uhr

Weitere Annahmestellen: www.blutspende.de

Blutbank des Universitätsklinikums Leipzig

Gohlis-Park, Landsberger Straße 81: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 11 bis 18.30 Uhr, Freitag 8 bis 15.30 Uhr

Uniklinik, Johannisallee 32, Haus 8: Montag bis Freitag 8 bis 19 Uhr, jeder letzte Sonnabend im Monat von 10 bis 14 Uhr

Gesundheitsamt Grünau, Miltitzer Allee 36: Montag und Donnerstag 13.30 bis 18.30 Uhr

Paunsdorf, Gustav-Hertz-Gymnasium, Dachsstraße 5: jeder 2. und 4. Dienstag im Monat 14 bis 18 Uhr

Weitere Annahmestellen: www.blutbank.uniklinikum-leipzig.de

Überwunden ist die Krankheit damit nicht, doch die Heftigkeit der Infekte hat deutlich nachgelassen. Ein Plus an Lebensqualität ist auf jeden Fall zu verzeichnen.

„Das kleine Medikamentenköfferchen lässt sich überall hin mitnehmen, auch in den Urlaub“, so Mutter Anja.

Was bleibt, ist der noch immer eingeschränkte Schutz vor Infektionen. „Nicht jede Impfung ist bei ihm wirksam genug. Umso wichtiger ist es, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen, damit immungeschwächte Personen von ihnen nicht angesteckt werden. Denn Kinder wie Yannik sind viel mehr gefährdet als andere.“

Yanniks Eltern mussten erst lernen, mit den alltäglichen Infektionsgefahren zu leben: „Anfangs wollten wir mit ihm in keine Schwimmhalle, und Sport sollte am liebsten nur drinnen stattfinden. Als er Fußball spielen wollte, mussten wir erst mal schlucken. Doch mittlerweile geht auch das.“

Rat und Hilfe bekommt Yanniks Familie von der Selbsthilfegruppe für angeborene Immundefekte (DSAI). „Dort hörte ich auch von Kindern, die seit der Spritzen-Behandlung gar nicht mehr krank wurden.“

Glücklicherweise bezahle die gesetzliche Krankenkasse die Therapie problemlos, immerhin kosten die Medikamente pro Jahr weit über 20 000 Euro.

Yannik nimmt die Mittel nicht nur ein, sondern hilft wiederum auch anderen Betroffenen. „Schon zweimal stellte er sich als Studienpatient zur Verfügung. Das ist enorm wichtig, denn nur wenn Medikamente bei Studien von Kindern erprobt wurden, dürfen sie später auch für die Behandlung von Kindern verwendet werden“, weiß Anja.

Jedem Spender von Blutplasma ist Yanniks Mutter überaus dankbar. „Wir sind darauf angewiesen. Ohne das Medikament hätte Yannik nur eine sehr eingeschränkte Lebenserwartung.“

Keine Frage – auch Anja ist regelmäßige Blutspenderin.

Von Bert Endruszeit

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