Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Aktuelles Schreck lass' nach - Was bei Angst im Körper passiert
Mehr Gesundheit Aktuelles
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wie bleibe ich gesund, wie werden ich gesund? Der LVZ-Ratgeber Gesundheit hilft weiter.
05:08 28.10.2015
Das Herz schlägt schneller, der Speichelfluss wird reduziert: Beim Erschrecken gehen diese Symptome nach etwa zwei Minuten wieder vorüber. Foto: Silvia Marks
Anzeige
Andernach

Zu Halloween spielt man mit dem Gefühl der Angst. Wobei Kostüme, Filme und Co. eher ein wohliges Gruseln als richtige Angst auslösen.

Auch der Schreck, der einem an so einem Tag mal in die Glieder fährt, ist nicht gleichzusetzen mit Angst. "Die Reaktion des Körpers sind beim Erschrecken und bei der Angst aber ähnlich", erklärt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP). Nur während der Körper nach einem Schreck die Symptome nach etwa zwei Minuten wieder runterfährt, bleiben diese bei Angst länger bestehen. "Angst ist ein bisschen wie Erschrecken auf Dauer."

Unerwartete Geräusche oder Ähnliches werden im Gehirn vom Thalamus und Hypothalamus - dem Tor zum Bewusstsein - in Angst übersetzt und an die Hirnanhangsdrüse weitergegeben. Diese aktiviert die Nebennierenrinde, die das Stresshormon Adrenalin ausschüttet.

Das versetzt den Körper in einen Fluchtmodus. "Alle körperlichen Reaktionen sind dem gleichen Ziel untergeordnet", sagt Roth-Sackenheim. Das Herz schlägt schneller, die Aufmerksamkeit ist erhöht, der Speichelfluss wird reduziert, es gelangt mehr Zucker in die Blutbahn, die Durchblutung des Darms wird zurückgefahren.

Angst ist ein normales menschliches Empfinden: "Ein biologisch verankerter Mechanismus, der vor Gefahren schützt", erklärt Roth-Sackenheim. Bei Angst oder auch einem Schreck kann man über die Atmung gegensteuern: "Langsam, tief und ruhig Einatmen kann helfen."

Im Schreck fassen sich viele in Herznähe - denn das kann helfen, einen wieder ins Hier und Jetzt zu holen. "Es scheint das Gefühl für den Realitätsbezug zu verstärken, wenn man sich selbst berührt." Auch, wer sich kneifen lässt, kann damit erreichen, die Wahrnehmung wieder auf die Gegenwart zu fokussieren.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wir sehen, hören, riechen, fühlen: Ununterbrochen sammeln die Sinne Informationen. Manche Menschen nehmen besonders intensiv wahr. Das ist manchmal ganz praktisch - und manchmal einfach nur noch zu viel.

28.10.2015

Vor allem junge Frauen vertrauen auf die Pille. Manche vertragen sie aber nicht oder wollen ihren Zyklus nicht von künstlichen Hormonen kontrollieren lassen. Welche Alternativen gibt es, und wie sicher sind diese Methoden?

28.10.2015

Gerne nascht der ein oder andere beim Plätzchenbacken von der noch rohen Teigmasse. Sie ist einfach zu verführerisch. Dabei äußern viele die Sorge, dass man davon Bauchweh bekommen könnte. Kann das wirklich passieren?

28.10.2015
Anzeige