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04:34 26.09.2018
Plötzliche Zahnschmerzen bei Kälte, Wärme oder Süße sind nicht ungewöhnlich. Wer aber schon bei einem Glas Wasser zusammenzuckt, der sollte zum Zahnarzt gehen. Quelle: Markus Scholz/dpa-tmn
Berlin

Die Eiscreme sah so verlockend aus - doch kaum berührt sie den Zahn, durchzuckt einen der Schmerz. Dieses Phänomen kennen viele. Manch einer sorgt sich, dass irgendetwas nicht stimmt mit den Zähnen. Dabei ist diese Reaktion erstmal ganz normal und hat auch einen Sinn.

Was das ist?

Der Schmerz ist eine Reaktion der Zähne auf einen Reiz. Wärme, Kälte, Süßes, Saures, aber auch elektrische oder mikrobiologische Reize rufen eine Reaktion der Nerven in den Zähnen oder dem sie umgebenden Gewebe hervor. Konkret läuft das so: Ein Eiswürfel berührt den Zahn, die Nerven kriegen das mit und funken das Gehirn an: "Achtung, da ist etwas, das gehört hier nicht hin!" Eine sehr sinnvolle Sache sei das, sagt Prof. Henrik Dommisch, Leiter der Abteilung für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Denn Zähne, Zahnfleisch und Zunge sind auch dafür da, den Körper vor gefährlichen Substanzen oder Gegenständen zu schützen. "Zudem können Reize dazu führen, dass sich der Zahnnerv durch die Bildung neuer Zahnhartsubstanz schützt", erklärt Dommisch.

Was also tun?

Reagieren die Zähne nur bei sehr kalten, heißen, extrem süßen oder sauren Speisen empfindlich: gar nichts. Denn das ist ganz normal. Zum Zahnarzt gehen sollte, wer diesen Schmerz häufiger und jeweils länger als eine Minute lang verspürt oder auch schon bei einem Glas Wasser zusammenzuckt. Ebenso, wenn die Schmerzen spontan auftreten. Auch ein pulsierender oder pochender Schmerz sei ein Warnsignal, so Dommisch.

Hinter solchen Symptomen können unterschiedliche Ursachen stecken: Kleine Risse in den Zähnen, frei liegende Zahnhälse oder nicht korrekt abdichtende Füllungen etwa können dazu führen, dass Reize schneller weitergeleitet werden. "Manchmal ist es auch ein Rückgang des Zahnfleisches, eine kleine Fraktur oder gar Karies", sagt Dommisch.

Der Zahnarzt kann die betroffenen Stellen mit schützenden Fluoriden behandeln. Auch bei Zahnfleischentzündung oder Karies kann er helfen. Hat sich das Zahnfleisch zurückgezogen, ohne dass eine Entzündung vorliegt, ist eventuell ein chirurgischer Eingriff möglich.

dpa

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